Der Zensus in Deutschland

Gibt es genügend Wohnraum für alle Bürgerinnen und Bürger? Brauchen wir mehr Kindergärten, Schulen oder Altersheime? Um diese und andere Fragen zu beantworten, wird in Deutschland alle zehn Jahre ein Zensus – also eine große Befragung der Bevölkerung – durchgeführt.

Mit dem Zensus wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Um verlässliche Basisdaten für Planungen zu haben, ist eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl notwendig. Daher führen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder alle 10 Jahre den Zensus durch. Ursprünglich sollte der nächste Zensus – 10 Jahre nach dem Zensus 2011 – im Jahr 2021 stattfinden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde er um ein Jahr auf 2022 verschoben.

2011 wurde der erste EU-weite Zensus durchgeführt. Er löste die in Deutschland bis 1987 erfolgten Volkszählungen ab. Durch einen festgelegten Mindestumfang von Merkmalen, der in allen EU-Mitgliedstaaten gleich ist, sind die Ergebnisse seit 2011 auf europäischer Ebene vergleichbar.

Die Ergebnisse des Zensus sind beispielsweise die Grundlage dafür, wie viel Geld Städte und Gemeinden in Zukunft durch den Länder- und den kommunalen Finanzausgleich sowie durch EU-Fördermittel zugewiesen bekommen. Auch die Einteilung der Wahlkreise und die Stimmenverteilung im Bundesrat orientieren sich an der amtlichen – das heißt an der durch den Zensus ermittelten – Einwohnerzahl.

Registerzensus

Maximale Aktualität und Nutzungsfreundlichkeit der Verwaltungsdaten, größtmögliche Entlastung der Auskunftspflichtigen, höchster Datenschutz – der Registerzensus ist ein zentrales Zukunftsprojekt der amtlichen Statistik und ein wichtiger Baustein einer modernen digitalen Verwaltung . Bis 2031 soll der Zensus in Deutschland auf ein registerbasiertes Verfahren (Registerzensus) umgestellt werden.

Der Zensus ist eine unverzichtbare Planungs- und Entscheidungshilfe für Bund und Länder. Seine Ergebnisse sind beispielsweise die Grundlage dafür, wie viel Geld Städte und Gemeinden durch den Länder- und den kommunalen Finanzausgleich sowie durch EU-Fördermittel zugewiesen bekommen. Auch die Einteilung der Wahlkreise und die Stimmenverteilung im Bundesrat orientieren sich an der amtlichen – das heißt an der durch den Zensus ermittelten – Einwohnerzahl. Neben der amtlichen Einwohnerzahl ermittelt der Zensus auch Daten zu Haushalten und Familien, Gebäuden und Wohnungen sowie Bildungsstand und Arbeitsmarktbeteiligung der Bevölkerung.

Bereits 2011 wurde die traditionelle Vollerhebung in Deutschland von einem registergestützten Verfahren abgelöst. Seitdem muss die Mehrheit der Bevölkerung selbst gar keine Auskunft mehr leisten, da die Daten für den Zensus in erster Linie aus Verwaltungsregistern, also aus den Verzeichnissen der Meldebehörden (Städte und Gemeinden) stammen. Bis zum Jahr 2031 soll der Zensus auf ein komplett registerbasiertes Verfahren (Registerzensus) umgestellt werden, bei dem keine persönlichen Befragungen der Bevölkerung mehr nötig sind.

Dadurch werden nicht nur die Auskunftspflichtigen entlastet, die Erhebung wird auch kostengünstiger und die Zensusergebnisse können in kürzeren Abständen und unterhalb der Gemeindeebene bereitgestellt werden – und das unter Einhaltung höchster Datenschutzstandards dank strenger Zugriffsbeschränkungen und moderner Verschlüsselungstechniken.

Auch wenn der Registerzensus erstmals für das Jahr 2031 geplant ist, sind die Vorbereitungen im Statistischen Verbund bereits in vollem Gange. Im Juni 2021 hat der Bundestag dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Erprobung von Verfahren eines Registerzensus zugestimmt. Demnach soll der Methodentest ab dem Jahr 2022 und die Lieferung von Bevölkerungszahlen an die Europäische Union schon ab dem Berichtsjahr 2025 beginnen.

Weitere Informationen zum Registerzensus finden Sie auf der Internetseite des Statistischen Bundesamts.

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