Aufgaben und Ziele

Wir, das Hessische Statistische Landesamt (HSL), liefern seit 75 Jahren zuverlässige statistische Erhebungen. Lernen Sie uns hier besser kennen!

Selbstverständnis

Wir sind seit über 75 Jahren der Informationsdienstleister Nummer eins für Hessen. Hier erfahren Sie, welche Grundsätze unsere Arbeit bestimmen.

Unser umfangreiches Datenangebot deckt unter anderem den gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Bereich ab. Die Zahlen, die wir erzeugen, sind insbesondere in der Politik, Verwaltung und Wissenschaft eine unentbehrliche Planungs- und Entscheidungsgrundlage. Auch Journalistinnen und Journalisten greifen auf unsere Daten zurück, um die Öffentlichkeit mit fundierten Informationen zu versorgen. Die amtliche Statistik ist damit ein grundlegender Baustein des öffentlichen Lebens.

Die amtliche Statistik erzeugt und verbreitet qualitativ hochwertige und zuverlässige Zahlen und erfüllt damit einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag. Wir haben zukunftsweisende Schritte getan, die uns zu einem modernen Amt machen:

  • Neue digitale Daten sind in der amtlichen Statistik Chance und Herausforderung zugleich. Eines sind sie in jedem Fall: ein wichtiger Baustein im zukünftigen statistischen Geschäft. Das HSL will die Chancen der Digitalisierung frühzeitig nutzen und engagiert sich für den Einsatz der Neuen digitalen Daten in der amtlichen Statistik unter anderem als Patenland im Statistischen Verbund Deutschlands. Die klassischen Erhebungsmethoden werden beispielsweise durch die Nutzung der Register anderer Behörden oder durch innovative VerfahrenÖffnet sich in einem neuen Fenster wie Webscraping ergänzt. Wir unterhalten Kooperationen mit öffentlichen und privaten Dateninhaberinnen und -inhabern und bauen sie weiter aus. Für Auskunftspflichtige bedeutet das, dass wir eine Vielzahl an Daten nicht mehr abfragen müssen. Sie können aus vorhandenen Datenbeständen entnommen oder aus digitalen Quellen generiert werden. Für unsere Arbeit bringt die Digitalisierung ebenfalls Vorteile: Indem wir auf existierende Datenbestände zurückgreifen, können wir Datenlücken schließen, aktuellere Daten erheben, Fehlerquellen minimieren und gleichzeitig unser Qualitätsmanagement professionalisieren. Natürlich ist die Einhaltung des Datenschutzes bei der Nutzung der neuen Technologien für uns weiterhin das oberste Gebot.
  • Die Verbreitung statistischer Ergebnisse ist ein wichtiger Auftrag der amtlichen Statistik. Um unsere Daten noch verständlicher und nutzerfreundlicher zu präsentieren, haben wir ein Kompetenzzentrum eingerichtet, das Statistiken kartografisch darstellt. Das Competence Center Geoinformation visualisiert Daten in interaktiven Anwendungen.
  • Unsere Fachstatistikerinnen und Fachstatistiker sind hochqualifiziert. Modernste Instrumente begleiten den gesamten Erhebungsprozess. Um in der Erhebungspraxis immer auf dem neuesten Stand der gesetzlichen und technischen Anforderungen zu sein, entwickeln wir fortlaufend neue IT-Verfahren. Unsere Beschäftigten werden regelmäßig geschult.
  • Zur Bewältigung der hohen Anforderungen an Informationssicherheit und Datenschutz und zur Programmierung und Überwachung fachstatistischer Anwendungen arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem IT-Bereich mit den modernsten Verfahren.

Hier können Sie sich durch unsere digitalen Publikationen und weitere Veröffentlichungen in eigener Sache klicken, um sich ein Bild von uns, unseren Aufgaben und Produkten zu machen.

Statistik international

Wir erzeugen Statistiken für das Land Hessen. Auch Deutschland und die EU greifen auf diese Zahlen zurück. Wir erklären die Zusammenhänge.

Wir erheben Daten für Hessen. Die Ergebnisse und Analysen, die auf diesen Erhebungen aufbauen, werden zum Beispiel von der Politik oder der Verwaltung genutzt, um das Leben der hessischen Bürgerinnen und Bürger stetig zu verbessern. So entscheiden die Geburtenzahlen in einem Gebiet etwa über den Ausbau von Kinderbetreuungsstätten. Werden an einem Verkehrspunkt gehäuft Unfälle festgestellt, kann dies beispielsweise der Anlass einer Neustrukturierung der Verkehrsführung sein.

Was wir für Hessen leisten, übernehmen bundesweit insgesamt 14 Statistische Ämter für ihr jeweiliges Land. Sie haben sich unter dem Namen „Statistische Ämter des Bundes und der Länder“, kurz „Statistischer Verbund“, zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Aufgaben zu erfüllen. Zum Statistischen Verbund gehört auch das Statistische Bundesamt, dem die Landesämter Zahlen und Daten aus den einzelnen Bundesländern liefern. Ein steter Austausch zwischen allen Parteien ist notwendig, um beste Ergebnisse zu erzielen.

Eine Aufgabe des Statistischen Verbunds ist es, auf gesetzlicher Grundlage die dezentralen Bundesstatistiken zu erstellen. Die Landesämter erheben die Daten für ihr Land und liefern die Ergebnisse an das Bundesamt. Dort wird das Bundesergebnis errechnet. Dieses Vorgehen sichert die Vergleichbarkeit der einzelnen Länderergebnisse. Beispiele hierfür sind die Bevölkerungsstatistik, die Verbraucherpreisstatistik, die Lohn- und Einkommensteuerstatistik oder die Haushalts- und Familienstatistik.

Innerhalb des Statistischen Verbunds gibt es das Patenlandprinzip. Es ordnet den Landesämtern fachliche, methodische oder organisatorische Verantwortung für verschiedene Statistiken zu. Diese Spezialisierung macht die Arbeit der Landesämter noch effektiver. In der Funktion eines Patenlandes übernehmen wir, das HSL, nach dem Prinzip „Einer für alle“ die Verantwortung für die Bereiche „Private Haushalte und Erwerbstätigkeit“, „Bildung und Kultur“und „Erwerbstätigenrechnung“ sowie für die „Neuen digitalen Daten“.

Für die zentralen Bundesstatistiken ist das Statistische Bundesamt zuständig. Hierzu gehören beispielsweise die Außenhandelsstatistik, die Ausländerstatistik oder die Sterbetafeln.

In der nationalen und internationalen Statistik sind eine enge Zusammenarbeit und ein fortlaufender Dialog unabdingbar, um vergleichbare Zahlen aus allen Ländern beziehungsweise Mitgliedstaaten zu erhalten. Die EU-Staaten organisieren sich im Europäischen Statistischen System (ESS). So können sie gemeinsam an einer optimalen Umsetzung der Forderungen arbeiten, die Eurostat, das Statistikamt der EU, an die Einzelstaaten stellt. Dem gemeinsamen Verhaltenskodex folgend werden alle europäischen Statistiken neutral, objektiv und wissenschaftlich unabhängig erstellt.

Auch wir sind auf der Bundesebene, aber auch international ein unverzichtbarer Datenlieferant. Darüber hinaus vertritt die Präsidentin des HSL den Deutschen Bundesrat im Ausschuss des Europäischen Statistischen Systems (AESS). Viele unserer Beschäftigten sind zudem in weiteren internationalen Gremien aktiv.

Qualität und Prozesse

Wir stellen die Datenqualität ins Zentrum unserer Arbeit.

An der Qualität der von uns erhobenen und verarbeiteten Daten misst sich der Erfolg unserer Qualitätssicherungsmaßnahmen. Um unseren eigenen hohen Ansprüchen und den äußeren Anforderungen gleichermaßen gerecht zu werden, setzen wir auf festgelegte und überprüfbare Qualitätsleitlinien, die wir mit der amtlichen Statistik in Deutschland und Europa teilen.

Verbindliche Qualitätskriterien für die Entwicklung, Erstellung und Verbreitung von europäischen Statistiken sind:

  • Relevanz,
  • Genauigkeit,
  • Aktualität und Pünktlichkeit,
  • Zugänglichkeit und Klarheit,
  • Vergleichbarkeit und Kohärenz.

In unserem Haus arbeitet die Stabsstelle für Qualitätsmanagement und Innenrevision gemeinsam mit den Fachabteilungen daran, bewährte Prozesse fortwährend zu verbessern, um auch in Zukunft qualitativ hochwertige Ergebnisse hervorzubringen. Neben der Qualität der Produkte und Dienstleistungen stehen die Kunden- und Nutzerzufriedenheit, die aktive Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der gesellschaftliche Nutzen im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal der amtlichen Statistik ist die Aktualität. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben sich daher zum Ziel gesetzt, die Aktualität der Statistiken weiter zu verbessern. In den vergangenen Jahren wurden bei vielen Statistiken bereits gute Erfolge erzielt. Die zuständigen Fachgremien arbeiten kontinuierlich an geeigneten Maßnahmen zur Prozessoptimierung, -standardisierung und -automatisierung, die zu einer schnelleren Veröffentlichung der Ergebnisse beitragen. Dabei werden andere Qualitätskriterien, insbesondere die Anforderungen an die Genauigkeit, angemessen berücksichtigt.

Eine Reihe von Dokumenten regelt die Qualitätsstandards für amtliche Statistiken auf internationaler wie auf nationaler Ebene. Die Grundlage für die hier geltenden Anforderungen bilden diese Verordnungen und Richtlinien:

Die Einhaltung des Verhaltenskodex für Europäische Statistiken wird von den Statistischen Ämtern der EU-Mitgliedsstaaten in regelmäßigen Peer ReviewsÖffnet sich in einem neuen Fenster – einer Begutachtung durch unabhängige Sachverständige – überprüft. Solche Peer Reviews arbeiten sowohl mit einer Selbstbewertung als auch mit gegenseitigen Bewertungen. Das Peer-Review-Verfahren ist im Europäischen Statistischen System (ESS) angesiedelt. Der aktuelle Peer Review-Bericht 2021 über die Einhaltung des Verhaltenskodex für Europäische Statistiken sowie die weitere Verbesserung und Entwicklung des Nationalen Statistischen Systems in Deutschland steht auf der Internetseite des Statistischen BundesamtesÖffnet sich in einem neuen Fenster zum Download bereit. Die jetzige Peer Review-Runde läuft noch bis 2023.

Auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes werden zu allen Bundesstatistiken QualitätsberichteÖffnet sich in einem neuen Fenster angeboten. Sie stellen den Nutzerinnen und Nutzern Informationen zu den verwendeten Methoden und Definitionen sowie zur Qualität der statistischen Ergebnisse in standardisierter Form zur Verfügung, die sogenannten Metadaten. Darüber hinaus enthalten sie Hinweise zu weiterführenden Veröffentlichungen und Kontaktmöglichkeiten.

Allgemeine Revisionspolitik und RevisionskalenderÖffnet sich in einem neuen Fenster
Die amtlichen Statistiken sollen einerseits hochaktuell, andererseits aber auch möglichst genau sein. Hier besteht ein Spannungsfeld zwischen den beiden Qualitätsanforderungen Aktualität und Genauigkeit. Um den Bedarf an aktuellen Daten zu decken, werden in manchen Statistikbereichen deshalb  vorläufige Werte auf einer zu diesem Zeitpunkt noch unvollständigen Datengrundlage erstellt und veröffentlicht. Sobald die Datengrundlage vervollständigt wurde, werden die vorläufigen Ergebnisse im Rahmen von sogenannten Revisionen durch qualitativ hochwertigere Ergebnisse ersetzt. Mehr hierzu erfahren Sie im PDF „Regelungen zur Allgemeinen Revisionspolitik der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder“ unten im Downloadbereich.

Daneben setzt das HSL innovative Methoden ein, um Ergebnisse schneller, aufwandsärmer und teilweise sogar umfangreicher bereitstellen zu können. Die Methoden der sogenannten Experimentellen Statistik konnten bspw. bei der Insolvenzstatistik und in der Einzelhandelsstatistik erfolgreich implementiert werden:

Die Statistik über beantragte Insolvenzen konnte den Zeitabstand zwischen Berichtsmonat und Veröffentlichungstermin halbieren, indem sie vorläufige Ergebnisse zu Unternehmensinsolvenzen veröffentlicht, die auf den bislang eingegangenen und plausibilisierten Meldungen sowie einem Zuschätzungsverfahren basieren.

Die Einzelhandelsstatistik veröffentlichte im Juli 2022 erstmals regionalisierte Ergebnisse, die sie mithilfe des Webscraping-Verfahrens ermittelt hat.

Mehr zu den Experimentellen Statistiken des HSL erfahren Sie auf diesen SeitenÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Umgang mit Veröffentlichungsfehlern
Trotz der vielfältigen Qualitätssicherungsmaßnahmen lassen sich Fehler in den statistischen Produkten nicht völlig vermeiden. Wie mit ihnen umzugehen ist, legt die Richtlinie zum Umgang mit Veröffentlichungsfehlern (siehe PDF „Richtlinie zum Umgang mit Veröffentlichungsfehlern“ unten im Downloadbereich) fest.

Vorab-Informationen an externe Nutzerinnen und Nutzer
Nach dem Verhaltenskodex für Europäische Statistiken sollen Ergebnisse der amtlichen Statistik von den statistischen Stellen selbst veröffentlicht und allen externen Nutzerinnen und Nutzern gleichzeitig und gleichberechtigt zur Verfügung gestellt werden. Davon gibt es begründete Ausnahmen, die nach internationaler Praxis akzeptiert sind, wenn sie transparent gemacht werden. Hierunter fallen Vorab-Informationen an Ministerien, die mit Medienanfragen zu den Veröffentlichungen der Statistikämter rechnen müssen. Nach dem Europäischen Verhaltenskodex ist die Beschränkung von Vorab-Informationen ein Kriterium für die „Unparteilichkeit und Objektivität“ eines Statistikamtes. Ziel ist es, durch Transparenz und eine restriktive Praxis politischer Einflussnahme vorzubeugen und die Glaubwürdigkeit der statistischen Ergebnisse sicherzustellen.

Wir folgen diesen Regelungen des Europäischen Verhaltenskodex und geben Vorab-Informationen nur begrenzt an bestimmte Nutzerinnen und Nutzer. Dabei werden die Pressemitteilungen mit Sperrfrist den betreffenden Stellen zugänglich gemacht. Das PDF „Übersicht zur Vorab-Information von externen Nutzerinnen und Nutzern“ unten im Downloadbereich bietet eine Übersicht über die Regelung der Vorab-Information für die genannten Statistiken bzw. Indikatoren.

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