Geldmünzen auf dem Tisch

Hessisches Statistisches Landesamt

Zum Equal Pay Day: Gender Gap Arbeitsmarkt in Hessen unverändert bei 40 Prozent

Zum Equal Pay Day am 27. Februar veröffentlicht das Hessische Statistische Landesamt den Gender Gap Arbeitsmarkt – einen Indikator, der mehrere Dimensionen der Verdienstungleichheit zwischen Frauen und Männern vereint. Dieser lag in Hessen für das Jahr 2025 bei 40 Prozent: Der durchschnittliche Verdienst aller Frauen im erwerbsfähigen Alter war demnach 40 Prozent niedriger als der aller Männer.

Am 27. Februar findet der diesjährige Equal Pay Day statt. Der Aktionstag markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, den Gender Pay Gap, und soll darauf aufmerksam machen, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich weniger pro Stunde verdienen als Männer.

Das Hessische Statistische Landesamt nimmt den Equal Pay Day zum Anlass, um den Fokus auf den Gender Gap Arbeitsmarkt zu lenken. Dieser lag in Hessen im Jahr 2025 unverändert bei 40 Prozent. Dieser Wert bedeutet, dass der durchschnittliche Verdienst aller Frauen im erwerbsfähigen Alter – unabhängig davon, ob sie erwerbstätig waren oder nicht – 40 Prozent geringer war als der entsprechende durchschnittliche Verdienst aller Männer. Im gesamtdeutschen Durchschnitt lag der Gender Gap Arbeitsmarkt im Jahr 2025 ebenfalls unverändert bei 37 Prozent. In den ostdeutschen Ländern war er mit durchschnittlich 22 Prozent deutlich geringer als in den westdeutschen Ländern (39 Prozent). Dabei ist zu beachten: Je höher der Gender Gap Arbeitsmarkt ist, desto stärker ist die Verdienstungleichheit zwischen allen Frauen und allen Männern im erwerbsfähigen Alter ausgeprägt.

Der Gender Gap Arbeitsmarkt vereint als Indikator gleich drei Dimensionen der Verdienstungleichheit zwischen Frauen und Männern. Neben Unterschieden bei den Bruttostundenverdiensten (Gender Pay Gap) berücksichtigt er Unterschiede bei den bezahlten monatlichen Arbeitsstunden (Gender Hours Gap) und bei den Erwerbstätigenquoten (Gender Employment Gap). Dadurch ergibt sich ein mehrdimensionales Bild des Verdienstunterschieds zwischen den Geschlechtern, das über die Lücke beim Bruttostundenverdienst hinausgeht. Denn selbst bei einem Gender Pay Gap von null Prozent würde sich ein Verdienstunterschied ergeben, da Frauen im Durchschnitt weniger Stunden pro Monat arbeiten und seltener am Erwerbsleben teilnehmen als Männer. Dies hat Auswirkungen auf die aktuellen finanziellen Möglichkeiten und langfristig auf die soziale Absicherung im Rentenalter.

Gender Pay Gap in Hessen bei 19 Prozent

Zunächst berücksichtigt der Gender Gap Arbeitsmarkt den Unterschied der Bruttostundenverdienste zwischen Frauen und Männern, den Gender Pay Gap. Dieser lag im Jahr 2025 in Hessen unverändert bei 19 Prozent. Im Durchschnitt verdienten Frauen 24,21 Euro brutto pro Stunde und damit 5,54 Euro weniger als Männer (29,75 Euro). Dabei gab es deutliche Unterschiede in den Altersklassen: Bei den 25- bis 29-Jährigen hatten Männer im Durchschnitt einen um 5 Prozent höheren Bruttostundenverdienst als Frauen. Ab dem durchschnittlichen Alter von Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes (30,6 Jahre) war ein deutlicher Anstieg des Verdienstunterschieds zu erkennen. Am größten war er mit 28 Prozent bei den 60- bis 64-Jährigen.

In Deutschland lag der Gender Pay Gap 2025 durchschnittlich bei 16 Prozent. Während er im Durchschnitt der westdeutschen Länder 17 Prozent betrug, war er mit 5 Prozent in Ostdeutschland deutlich geringer.

Gender Hours Gap in Hessen bei 19 Prozent

Zum Gender Pay Gap kommt der Gender Hours Gap hinzu, der den Unterschied bei den bezahlten monatlichen Arbeitsstunden abbildet: Wie die Ergebnisse der Verdiensterhebung zeigen, gingen Frauen 2025 in Hessen – insbesondere in Folge einer höheren Teilzeitquote – weniger Stunden pro Monat (120 Stunden) einer bezahlten Arbeit nach als Männer (148 Stunden). Damit hatten Frauen einen um 19 Prozent geringeren Stundenumfang als Männer (2024: 18 Prozent). Der Stundenumfang wirkt sich unmittelbar auf den Verdienst pro Monat aus.

Auch der Gender Hours Gap stieg 2025 ab dem durchschnittlichen Alter von Frauen bei der Geburt des ersten Kindes (30,6 Jahre) mit zunehmendem Alter an: Während Frauen häufig ihre Arbeitszeit reduzierten, weiteten Männer ihre Arbeitszeit aus. Besonders groß fiel der Gender Hours Gap in Hessen 2025 bei Personen in der Altersgruppe zwischen 40 und 50 Jahren aus.

Genauso wie der Gender Pay Gap wies auch der Gender Hours Gap 2025 deutliche Unterschiede zwischen ostdeutschen (12 Prozent) und westdeutschen (19 Prozent) Ländern auf. Für Deutschland insgesamt lag er im Durchschnitt bei 18 Prozent.

Gender Employment Gap in Hessen bei 9 Prozent

Schließlich zeigt der Gender Employment Gap, dass Frauen auch seltener als Männer überhaupt am Erwerbsleben teilnahmen. Zur Berechnung dieses Indikators wurden Zahlen zur Erwerbstätigkeit im Jahr 2024 herangezogen, um den Unterschied in der Erwerbstätigenquote zu ermitteln. Demnach gingen in Hessen knapp 73 Prozent aller Frauen und gut 80 Prozent aller Männer einer bezahlten Arbeit nach. Daraus ergab sich für das Jahr 2025 ein Gender Employment Gap von 9 Prozent. Im Vorjahr hatte er bei 10 Prozent gelegen.

In Deutschland belief sich der Gender Employment Gap im Durchschnitt auf 8 Prozent. Während er in den westdeutschen Ländern durchschnittlich 9 Prozent betrug, war er mit 6 Prozent in Ostdeutschland kleiner.

Hinweise:

Seit dem Berichtsjahr 2022 bildet die neue Verdiensterhebung die Datenbasis zur jährlichen Berechnung des Gender Pay Gap und des Gender Hours Gap. Die Ergebnisse basieren auf den Erhebungen eines repräsentativen Monats (April). Sofern nicht anders vermerkt, werden alle abhängigen Beschäftigungsverhältnisse des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs ohne den Wirtschaftszweig O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) und ohne Betriebe aus Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten in die Berechnung einbezogen.

Der Gender Employment Gap bildet den Unterschied der Erwerbstätigenquoten der Frauen und Männer ab. Die Erwerbstätigenquote stellt den prozentualen Anteil der Erwerbstägigen im Alter von 15 bis 64 Jahren dar. Diese Daten stammen aus dem Mikrozensus. Aufgrund der unterschiedlichen Erhebungs- und Auswertungszeiträume von Mikrozensus und Verdiensterhebung sind die Erwerbstätigenzahlen des Jahres 2024 die aktuell vorliegenden Ergebnisse.

Der Gender Gap Arbeitsmarkt (Eurostat: Gender Overall Earnings Gap) beschreibt den Unterschied des durchschnittlichen Verdiensts aller Frauen und aller Männer im erwerbsfähigen Alter, unabhängig davon, ob sie erwerbstätig sind. Es werden demnach auch Personen ohne Verdienst bei der Durchschnittsberechnung berücksichtigt. Der Gender Gap Arbeitsmarkt ermöglicht im Zeitverlauf oder zwischen Regionen (zum Beispiel Ländern der Bundesrepublik oder EU-Staaten) einen Vergleich der Verdienst- und Beschäftigungssituation von Frauen und Männern. Je höher der Wert des Gender Gap Arbeitsmarkt, desto stärker ist die Verdienstungleichheit auf einem Arbeitsmarkt ausgeprägt. Somit ist der Gender Gap Arbeitsmarkt als Indikator zu verstehen, der im Gegensatz zum Gender Pay Gap mehrere Dimensionen der Verdienstungleichheit zwischen Frauen und Männern messbar macht.

Zur Berechnung des Gender Gap Arbeitsmarkt werden drei Komponenten berücksichtigt: Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst, die Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden im Monat und die Erwerbstätigenquote. Diese Komponenten werden jeweils für Frauen und für Männer multipliziert. Der Gender Gap Arbeitsmarkt ergibt sich dann als Differenz zwischen diesen multiplizierten Komponenten der Männer und der Frauen im Verhältnis zu den multiplizierten Komponenten der Männer. Eine Addition der drei separat berechneten Gender Gaps ist nicht möglich.

Der Equal Pay Day als internationaler Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern macht auf die bestehende Verdienstungleichheit aufmerksam. Der 27. Februar 2026 markiert dabei den deutschlandweiten Gender Pay Gap, der seit 2024 für Deutschland 16 Prozent beträgt. Er ist symbolisch der Tag, bis zu dem Frauen unbezahlt arbeiten, während Männer ab dem 01. Januar 2026 für ihre Arbeit entlohnt werden.

Mehr Zahlen erhalten Sie in der Tabelle im Downloadbereich. Aktuelle Grafiken zu den Gender Gaps in Hessen erhalten Sie auf unserer Fachseite. Tiefergehende Informationen zum Gender Pay Gap, auch zum bereinigten Gender Pay Gap, stehen auf unserer Sonderseite zur Verfügung.

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