3.995.678 Hessinnen und Hessen hat die erste Bevölkerungszählung des Hessischen Statistischen Landesamts im Jahr 1946 erfasst. Seitdem wuchs die hessische Bevölkerung auf 6.280.793 Personen im Jahr 2024. Das entspricht einer Zunahme von 57,2 Prozent.
Eine differenziertere Betrachtung zeigt: Am stärksten wuchs die Bevölkerung zwischen 1946 und 1950, und zwar um durchschnittlich 2,2 Prozent pro Jahr. Das ist hauptsächlich auf den Zustrom der Heimatvertriebenen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zurückzuführen, die in Hessen ein neues Zuhause fanden.
In den 1950er- und 1960er-Jahren waren weiterhin hohe jährliche Zuwachsraten von durchschnittlich 0,8 bzw. 1,3 Prozent zu beobachten, die sowohl auf Wanderungsgewinne im Zusammenhang mit der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte als auch auf die hohen Geburtenraten der 1960er Jahre zurückzuführen sind.
Bevölkerungszuwachs verlangsamt sich seit 1970
Seit 1970 verlangsamt sich der hessische Bevölkerungszuwachs. Dies liegt daran, dass seit 1972 in Hessen jährlich mehr Menschen sterben als geboren werden. In Verbindung mit geringen Zuwanderungen führte das dazu, dass ab den 1970er-Jahren auch Jahre mit einem Bevölkerungsrückgang zu beobachten waren.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 stieg die Einwohnerzahl Hessens deutlich an und überschritt im Jahr 1995 die Marke von sechs Millionen Menschen (6.009.913). Ab Mitte der 1990er-Jahre bis zum Beginn der 2010er-Jahre gab es keine oder nur geringe Bevölkerungszuwächse. Vereinzelt kam es in den 2000er-Jahren zu einem Bevölkerungsrückgang.
In den Jahren ab 2014 waren wieder stärkere Bevölkerungszuwächse zu verzeichnen. Der bis dato höchste Bevölkerungsstand wurde im Jahr 2021 mit 6.295.017 Einwohnerinnen und Einwohnern registriert.
Größte Bevölkerungszuwächse rund um die Stadt Frankfurt am Main
Auf regionaler Ebene der heutigen Landkreise bzw. kreisfreien Städte zeigen sich deutliche Unterschiede in den Entwicklungen. Insbesondere in den südhessischen Landkreisen rund um die Stadt Frankfurt am Main nahm die Bevölkerungszahl zwischen der Volkszählung des Jahres 1950 und dem Zensus 2022 deutlich zu. Am größten waren die Zuwächse im Main-Taunus-Kreis und im Landkreis Offenbach mit 173,6 Prozent beziehungsweise 173,5 Prozent. So stieg die Bevölkerungszahl im Main-Taunus-Kreis von 88.654 auf 237.050 und im Landkreis Offenbach von 128.586 auf 351.706 Einwohnerinnen und Einwohner. Auch in den Landkreisen Groß-Gerau (1950: 123.581; 2022: 264.354) und Hochtaunus (1950: 116.345; 2022: 238.604) waren die Zuwächse mit 113,9 Prozent beziehungsweise 105,1 Prozent deutlich.
Im nordhessischen Landkreis Werra-Meissner ging die Bevölkerungszahl zwischen 1950 und 2022 am stärksten zurück, und zwar um 28,6 Prozent (1950: 137.825; 2022: 98.421). Im mittelhessischen Vogelsbergkreis verringerte sich die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner (1950: 124.663; 2022: 101.014) um 19,0 Prozent. Im nordhessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg sank die Bevölkerungszahl zwischen 1950 und 2022 (1950: 135.383; 2022: 118.253) um 12,7 Prozent.
Hinweise:
Die Ergebnisse zur Bevölkerungszahl Hessens ab 1947 sind Fortschreibungsergebnisse auf Basis der einzelnen Volkszählungen (VZ). Die Basis der Fortschreibung 1946 bis 1949 ist die VZ vom 29. Oktober 1946; 1950 bis 1955: VZ vom 13. September 1950; 1956 bis 1960: Feststellung der Wohnungsstatistik von 1956; 1961 bis 1969: VZ vom 06. Juni 1961; 1970 bis 1986: VZ vom 27. Mai 1970; ab 1987: VZ vom 25. Mai 1987; ab 2011: Zensus vom 09. Mai 2011; ab 2022: Zensus vom 15. Mai 2022.
Für den Zeitvergleich auf regionaler Ebene wurden die Ergebnisse der Volkszählungen und der Zensus auf den derzeit aktuellen Gebietsstand umgerechnet.
Die Ergebnisse der Volkszählungen und des Zensus ab 1950 finden Sie in unserer Tabelle "Bevölkerung in Hessen nach den Ergebnissen der Volkszählungen und Zensus nach Verwaltungsbezirken" zum Download.
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