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Hessisches Statistisches Landesamt

Jede dritte Person in Hessen mit Einwanderungsgeschichte

Erstergebnissen des Mikrozensus zufolge hat im Jahr 2025 in Hessen jede dritte Person eine Einwanderungsgeschichte gehabt. Zahlen zur Erwerbstätigkeit zeigen, dass Erwerbstätige mit Einwanderungsgeschichte überdurchschnittlich häufig Engpassberufe, also Berufe mit hohem Fachkräftemangel, ausübten. Das teilt das Hessische Statistische Landesamt anlässlich des Weltgeflüchtetentags am 20. Juni mit.

Im Jahr 2025 haben in Hessen 2,1 Millionen Personen mit Einwanderungsgeschichte gelebt. Damit betrug ihr Anteil an der hessischen Gesamtbevölkerung 33,8 Prozent (hessische Bevölkerung insgesamt: 6,2 Millionen Personen). Das teilt das Hessische Statistische Landesamt anlässlich des Weltgeflüchtetentags am 20. Juni auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 mit.

24,8 Prozent der Bevölkerung selbst eingewandert

Von den 2,1 Millionen Hessinnen und Hessen mit Einwanderungsgeschichte waren 1,5 Millionen selbst seit 1950 nach Deutschland eingewandert. Diese erste Generation machte somit 24,8 Prozent der hessischen Bevölkerung aus. Die übrigen 558 000 Personen mit Einwanderungsgeschichte (9,0 Prozent der hessischen Bevölkerung) waren direkte Nachkommen Eingewanderter. Diese zweite Generation wurde selbst in Deutschland geboren, aber beide Elternteile waren seit 1950 nach Deutschland eingewandert.

Bei weiteren 365.000 in Deutschland geborenen Personen (5,9 Prozent der Bevölkerung) war nur einer der beiden Elternteile eingewandert. Diese Gruppe wird nach der im Mikrozensus verwendeten Definition nicht zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte gezählt.

60,4 Prozent der hessischen Bevölkerung hatte keine Einwanderungsgeschichte. Diese 3,8 Millionen Personen waren weder selbst noch waren beide Elternteile seit 1950 eingewandert.

Ein Fünftel der selbst Eingewanderten gab Arbeit/Beschäftigung als Hauptgrund für Einwanderung an

Von den 1,5 Millionen im Jahr 2025 in Hessen lebenden Eingewanderten der ersten Generation nannten 34,9 Prozent eine Familienzusammenführung als Hauptgrund für ihre Einwanderung. Daneben war für ein Fünftel (20,6 Prozent) Arbeit/Beschäftigung und für ein weiteres Fünftel (19,2 Prozent) Flucht, Asyl und internationaler Schutz der Hauptgrund.

1,2 Millionen der 1,5 Millionen in Hessen lebenden Eingewanderten der ersten Generation im Jahr 2025 waren im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Von ihnen waren 844.000 Personen erwerbstätig. Ihre Erwerbstätigenquote, also der Anteil der Erwerbstätigen an allen Eingewanderten im erwerbsfähigen Alter, lag mit 70,0 Prozent unter dem Wert von 76,2 Prozent für die hessische Gesamtbevölkerung. Der Anteil variierte jedoch je nach Hauptgrund für die Einwanderung. Diejenigen, die bei der Mikrozensus-Befragung als Hauptgrund für die Einwanderung Arbeit/Beschäftigung angegeben hatten, wiesen mit 85,6 Prozent eine deutlich höhere Erwerbstätigenquote auf. Demgegenüber lag die Erwerbstätigenquote derjenigen, die andere Gründe für ihre Einwanderung nannten, bei 65,6 Prozent.

Personen mit Einwanderungsgeschichte überdurchschnittlich häufig in Engpassberufen tätig

Zählt man alle erwerbstätigen Personen mit Einwanderungsgeschichte in Hessen im Jahr 2025 zusammen, kommt man auf 1,1 Millionen (844.000 der ersten Generation und 234.000 der zweiten Generation). Personen mit Einwanderungsgeschichte machten somit 35,2 Prozent aller 3,1 Millionen hessischen Erwerbstätigen im Jahr 2025 aus. Dabei war auffällig, dass Erwerbstätige mit Einwanderungsgeschichte überdurchschnittlich häufig in sogenannten Engpassberufen tätig waren. In diesen Berufen fehlten laut EngpassanalyseÖffnet sich in einem neuen Fenster der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2025 in Deutschland besonders viele Fachkräfte. Dazu zählten Pflegeberufe, Berufe in der Gastronomie, im Bau und im Personen- und Güterverkehr. 43,8 Prozent der 626.000 tätigen Hessinnen und Hessen in Engpassberufen im Jahr 2025 hatten eine Einwanderungsgeschichte.

Blickt man abschließend auf die Tätigkeit der 1,1 Millionen Erwerbstätigen mit Einwanderungsgeschichte in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen, ist festzustellen, dass 2025 ein Drittel dem Bereich „Handel, Gastgewerbe und Verkehr“ (33,8 Prozent) zugeordnet waren. Das waren 6,9 Prozentpunkte mehr als der hessische Durchschnitt (26,9 Prozent). Weitere 22,7 Prozent arbeiteten in den Bereichen „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ sowie „Produzierendes Gewerbe – Baugewerbe“. Das entsprach in etwa dem hessischen Durchschnitt von 23,7 Prozent. Dagegen war der Anteil von Personen mit Einwanderungsgeschichte in der öffentlichen Verwaltung mit 3,6 Prozent halb so hoch wie der hessische Durchschnitt von 7,5 Prozent. Im Bereich „Sonstige Dienstleistungen“ arbeiteten 39,8 Prozent aller Erwerbstätigen mit Einwanderungsgeschichte (Hessendurchschnitt: 41,8 Prozent).

Hinweise:

Die Ergebnisse beziehen sich auf die Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten und nicht auf die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften (zum Beispiel für Geflüchtete), da für Personen in Gemeinschaftsunterkünften die zur Auswertung erforderlichen Merkmale gemäß Mikrozensusgesetz (MZG) nicht erhoben werden.

Die Ergebnisse zu den Migrationsmotiven beruhen auf einer Selbsteinschätzung der Befragten. Wenn mehrere der vorgegebenen Gründe für die Migration zutreffen, werden die Befragten gebeten, den Hauptgrund anzugeben.

Als erwerbstätig gelten im Mikrozensus alle Personen im Alter von 15 Jahren und älter, die im Berichtszeitraum mindestens eine Stunde gearbeitet haben – als abhängig Beschäftigte, Selbständige oder mithelfende Familienangehörige. Für die vorliegenden Ergebnisse wurden Erwerbstätige im Alter zwischen 15 und 64 Jahren betrachtet.

Die Angaben sind ohne Rücksicht auf die Endsumme auf- bzw. abgerundet worden. Das Ergebnis der Summierung der Einzeldaten kann deshalb geringfügig von der Endsumme abweichen.

Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung der amtlichen Statistik, bei der seit 1957 jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Rechtliche Grundlage der Erhebung ist das Mikrozensusgesetz. Die Antworten der Teilnehmenden liefern verlässliche Daten zu Arbeits- und Lebensbedingungen der Bevölkerung in Deutschland. Die Ergebnisse stehen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Presse und allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung und dienen als Grundlage für faktenbasierte Planungen und Entscheidungen.

Der Weltgeflüchtetentag ist ein internationaler Aktionstag im Namen der Geflüchteten auf der ganzen Welt, der 2001 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde. Der Anlass würdigt am 20. Juni jedes Jahres die Stärke und den Mut der Menschen, die ihr Heimatland verlassen mussten, um Konflikten oder Verfolgung zu entkommen.

Mehr Zahlen erhalten Sie in unserer Tabelle „Eingewanderte in Hessen 2025 nach Hauptgrund für die Einwanderung und Geschlecht“.Öffnet sich in einem neuen Fenster

Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.

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