EVS Einkommens und Verbrauchsstichprobe 2023

Hessisches Statistisches Landesamt

Fast drei Viertel der hessischen Haushalte mit Fahrrad ausgestattet

74 Prozent der hessischen Haushalte haben 2023 über mindestens ein Fahrrad verfügt. In jedem fünften Haushalt war ein Pedelec vorhanden. Für den Arbeitsweg nutzten 2024 knapp 7 Prozent der Pendlerinnen und Pendler ein Fahrrad oder Pedelec. Das teilt das Hessische Statistische Landesamt anlässlich der internationalen Fahrradmesse Eurobike mit, die am 24. Juni in Frankfurt startet.

Vom 24. bis 27. Juni findet in Frankfurt die internationale Fahrradmesse Eurobike statt. Aus diesem Anlass werfen wir einen Blick auf die Ausstattung mit und Nutzung von Fahrrädern in Hessen.

Nach Ergebnissen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe besaßen 74 Prozent der hessischen Haushalte 2023 mindestens ein Fahrrad. In 20 Prozent der Haushalte war mindestens ein Pedelec vorhanden. Als Pedelecs gelten Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung, für die keine Fahrerlaubnis erforderlich ist.

Besonders häufig waren Fahrräder in Haushalten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vorhanden: 79 Prozent von ihnen verfügten über mindestens ein Fahrrad. Bei Haushalten von Studierenden lag der Anteil bei 77 Prozent. Haushalte von Menschen im Ruhestand besaßen seltener Fahrräder: Hier betrug der Anteil 64 Prozent.

Fahrrad auf Platz drei der Verkehrsmittel von Pendlerinnen und Pendlern

Wie das Hessische Statistische Landesamt auf Basis der Ergebnisse des Mikrozensus weiter mitteilt, nutzten 2024 rund 7 Prozent der hessischen Pendlerinnen und Pendler ein Fahrrad oder ein Pedelec für den Weg zur Arbeit. In städtischen Regionen lag der Anteil mit 8 Prozent höher als in ländlichen Regionen mit 5 Prozent.

Das meistgenutzte Verkehrsmittel der erwerbstätigen Hessinnen und Hessen blieb der Pkw: 66 Prozent der Berufspendlerinnen und -pendler fuhren mit dem Auto zur Arbeit, entweder selbst oder als Mitfahrende. In ländlichen Regionen lag der Anteil bei 76 Prozent, in städtischen Regionen bei 61 Prozent. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, U-Bahn, Straßenbahn, Eisenbahn oder S-Bahn fuhren 18 Prozent der Pendlerinnen und Pendler. Dabei war die Nutzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs in ländlichen Regionen mit einem Anteil von 10 Prozent an allen Verkehrsmitteln deutlich geringer als in den in den Städten mit einem Anteil von 22 Prozent.

Kurze Arbeitswege häufiger mit dem Rad

Die Entfernung zur Arbeitsstätte spielte bei der Wahl des Verkehrsmittels der hessischen Pendlerinnen und Pendler im Jahr 2024 eine wichtige Rolle: Bei Arbeitswegen von weniger als 5 Kilometern nutzten 17 Prozent von ihnen ein Fahrrad oder Pedelec. Weitere 32 Prozent legten diese Strecke ohne Verkehrsmittel, also zu Fuß, zurück. Bei Arbeitswegen von 5 Kilometern und mehr lag der Anteil von Fahrrad und Pedelec bei 4 Prozent.

Hessische Schülerinnen, Schüler und Studierende nutzten 2024 vergleichsweise selten ein Fahrrad oder Pedelec für den Weg zur Schule oder Hochschule. Der Anteil lag bei 8 Prozent. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr war mit einem Anteil von 49 Prozent für sie das wichtigste Verkehrsmittel. Weitere 25 Prozent legten den Weg zu Fuß zurück. 16 Prozent fuhren mit dem Pkw.

Hinweise:

Die Ergebnisse zum Fahrradbesitz basieren auf der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023. Grundlage für die hessischen Ergebnisse bilden die Angaben von rund 4.200 hessischen Privathaushalten (Deutschland: 54.000). Die EVS findet alle fünf Jahre statt. Sie ist die größte freiwillige Haushaltserhebung der amtlichen Statistik. Die Ergebnisse der EVS bilden eine wichtige Datengrundlage unter anderem für die Bemessung des regelsatzrelevanten Verbrauchs im Rahmen der Grundsicherung oder für die Neufestsetzung des Wägungsschemas der Verbraucherpreisstatistik.

Die Ergebnisse zum Pendelverhalten basieren auf dem Mikrozensus, einer Stichprobenerhebung der amtlichen Statistik, bei der seit 1957 jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Rechtliche Grundlage der Erhebung ist das Mikrozensusgesetz. Die Antworten der Teilnehmenden liefern verlässliche Daten zu Arbeits- und Lebensbedingungen der Bevölkerung in Deutschland. Die Ergebnisse stehen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Presse und allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung und dienen als Grundlage für faktenbasierte Planungen und Entscheidungen.

Bei den hier dargestellten Mikrozensus-Ergebnissen handelt es sich um Endergebnisse des Berichtsjahrs 2024 der Mikrozensus-Unterstichprobe zur Arbeitsmarktbeteiligung. Die Daten zum Pendelverhalten werden im Abstand von vier Jahren erhoben. Berücksichtigt wurden nur abhängig Beschäftigte, die Angaben zum jeweiligen Pendelverhalten getätigt haben. Sollten mehrere Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit genutzt worden sein, bezieht sich die Angabe auf das Verkehrsmittel, mit dem die längste Teilstrecke zurückgelegt wurde bzw. das am häufigsten genutzt wurde.

Städtische Regionen sind Regionen, in denen mindestens 50 Prozent der Bevölkerung in Groß- und Mittelstädten leben. Hierzu zählen Regionen mit einer Großstadt ab 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie Regionen mit einer Bevölkerungsdichte von mindestens 300 Einwohnerinnen und Einwohnern je Quadratkilometer.

Ländliche Regionen sind Regionen, in denen weniger als 33 Prozent der Bevölkerung in Groß- und Mittelstädten leben und die Bevölkerungsdichte unter 150 Einwohnerinnen und Einwohnern je Quadratkilometer liegt. Dazu gehören auch Regionen mit einer Großstadt, deren Bevölkerungsdichte außerhalb der Großstadt weniger als 100 Einwohnerinnen und Einwohner je Quadratkilometer beträgt.

Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Bestehen. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.

Schlagworte zum Thema