Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober hat das Hessische Statistische Landesamt die Erwerbstätigkeit älterer Menschen in den Blick genommen. Im Jahr 2025 waren drei Viertel (75,0 Prozent oder 718.000 Personen) der Hessinnen und Hessen im Alter von 55 bis 64 Jahren erwerbstätig. Viele von ihnen werden in den kommenden Jahren die gesetzliche Regelaltersgrenze erreichen. 2025 gehörten insgesamt 15,3 Prozent der hessischen Bevölkerung zur Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen. Auf die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen, die noch am Anfang ihres Erwerbslebens stehen oder sich hierauf vorbereitet, entfiel 2025 dagegen ein Bevölkerungsanteil von 10,4 Prozent.
Erwerbstätigenquote Älterer in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen
Nach Ergebnissen des Mikrozensus stieg die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen in den vergangenen 20 Jahren deutlich. Im Jahr 2005 waren noch 46,9 Prozent dieser Altersgruppe einer bezahlten Beschäftigung nachgegangen, 2025 waren es 75,0 Prozent. Auch bei den 65- bis 74-Jährigen nahm die Erwerbstätigkeit deutlich zu: 2025 waren 18,1 Prozent dieser Altersgruppe erwerbstätig gegenüber 5,9 Prozent im Jahr 2005.
Von den 65- bis 74-Jährigen, die 2025 eine gesetzliche Altersrente bezogen, war mehr als jede siebte Person (13,8 Prozent) weiterhin erwerbstätig. Der überwiegende Teil der Altersrentenbeziehenden in diesem Alter (86,2 Prozent) arbeitete nicht mehr.
Auf die gesamte hessische Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren bezogen waren 76,2 Prozent in Hessen im Jahr 2025 erwerbstätig, wobei die Erwerbsbeteiligung bei den Männern (80,1 Prozent) höher war als bei den Frauen (72,3 Prozent).
Auch unter den älteren Beschäftigten waren Männer häufiger erwerbstätig als Frauen. Allerdings verringerte sich der Abstand zwischen den Geschlechtern in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen in den vergangenen 20 Jahren deutlich. Bei den 55- bis 64-jährigen Frauen erhöhte sich die Erwerbstätigenquote von 37,4 Prozent im Jahr 2005 auf 70,9 Prozent im Jahr 2025. Bei den Männern stieg sie im selben Zeitraum von 56,3 Prozent auf 79,2 Prozent. Bei den Frauen im Alter zwischen 65 bis 74 Jahren stieg sie von 4,4 Prozent auf 15,6 Prozent und damit auf mehr als das Dreifache. Bei den erwerbstätigen Männern in dieser Altersgruppe verdreifachte sich der Anteil der Erwerbstätigen nahezu, und zwar von 7,5 Prozent im Jahr 2005 auf 20,8 Prozent im Jahr 2025.
65- bis 74-Jährige arbeiteten häufiger in Teilzeit und in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen
Mit zunehmendem Alter verschob sich das Verhältnis von Vollzeit- zu Teilzeitbeschäftigung deutlich. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 arbeiteten von den Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren 70,4 Prozent in Vollzeit und 29,6 Prozent in Teilzeit. Bei den 55- bis 64-Jährigen lag der Vollzeitanteil mit 68,6 Prozent etwas niedriger, während 31,4 Prozent in Teilzeit tätig waren. Besonders ausgeprägt war der Unterschied bei den 65- bis 74-Jährigen: Hier hatte nur noch ein Drittel (33,3 Prozent) eine Vollzeitstelle, während zwei Drittel (66,7 Prozent) teilzeitbeschäftigt waren.
Geringfügige Beschäftigung war insbesondere bei der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen überdurchschnittlich verbreitet. Während von den abhängig Beschäftigten zwischen 15 bis 64-Jahren insgesamt 6,6 Prozent geringfügig beschäftigt waren, betrug der Anteil bei den 65- bis 74-Jährigen 48,9 Prozent. Bei den 55- bis 65-Jährigen lag der Anteil bei 6,2 Prozent.
Mit zunehmendem Alter stieg zudem der Anteil der Selbstständigen unter den Erwerbstätigen. Bei den 15- bis 64-Jährigen lag er 2025 bei 7,6 Prozent, bei den 55- bis 64-Jährigen bei 11,0 Prozent und bei den 65- bis 74-Jährigen bei 28,5 Prozent.
Hinweise:
Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung der amtlichen Statistik, bei der seit 1957 jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Rechtliche Grundlage der Erhebung ist das Mikrozensusgesetz. Die Antworten der Teilnehmenden liefern verlässliche Daten zu Arbeits- und Lebensbedingungen der Bevölkerung in Deutschland. Die Ergebnisse stehen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Presse und allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung und dienen als Grundlage für faktenbasierte Planungen und Entscheidungen.
Die Ergebnisse für 2005 und 2025 sind aufgrund methodischer und konzeptioneller Änderungen des Mikrozensus nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Die Ergebnisse für 2005 beziehen sich auf die Bevölkerung am Hauptwohnsitz, die Ergebnisse für 2025 auf die Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten. Während 2005 der Wohnsitzstatus der einzelnen Person maßgeblich ist, ist 2025 die Zugehörigkeit zu einem Hauptwohnsitzhaushalt maßgeblich. Als Hauptwohnsitzhaushalt gilt ein privater Haushalt, in dem mindestens eine Person ab 16 Jahren ihren Hauptwohnsitz hat. Zur Bevölkerung in Hauptwohnsitzhaushalten zählen alle Mitglieder dieser Haushalte, unabhängig von ihrem individuellen Wohnsitzstatus. Die Angaben sind Jahresdurchschnittswerte. Bei den Ergebnissen für 2025 handelt es sich um Erstergebnisse.
Als erwerbstätig gelten im Mikrozensus alle Personen im Alter von 15 Jahren und älter, die im Berichtszeitraum mindestens eine Stunde gearbeitet haben – als abhängig Beschäftigte, Selbständige oder mithelfende Familienangehörige. Die Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen wird in der amtlichen Statistik häufig als Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter abgegrenzt und dient hier als Vergleichsgruppe. Erwerbstätigkeit ist jedoch auch außerhalb dieser Altersgrenzen möglich. Die Einordnung der Erwerbstätigen in Vollzeit- und Teilzeittätigkeit beruht auf der Selbsteinschätzung der Befragten.
Die Erwerbstätigenquote gibt den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung der jeweiligen Altersgruppe an.
Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.