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Hessisches Statistisches Landesamt

Deutliche regionale Preisunterschiede bei Trink- und Abwasserentgelten in Hessen

Hessinnen und Hessen haben im Jahr 2025 im Schnitt 5,34 Euro je Kubikmeter für Trink- und Abwasserentgelte gezahlt. Die Entgelte unterschieden sich regional deutlich und umfassten teils zusätzliche Pauschalen. Im 20-Jahres-Vergleich stiegen die Trinkwasserpreise stärker als die Abwassergebühren.

Im Jahr 2025 haben Hessinnen und Hessen durchschnittlich 5,34 Euro pro Kubikmeter an Trink- und Abwasserentgelten gezahlt. Davon entfielen 2,59 Euro auf Trinkwasser und 2,75 Euro auf Abwasser. Zusätzlich erhoben die hessischen Städte und Gemeinden feste Jahresentgelte von im Mittel 63,65 Euro für Trinkwasser sowie 8,45 Euro für Abwasser.

Deutliche regionale Unterschiede bei den Wasserentgelten

Die Preise für einen Kubikmeter Trinkwasser fielen regional unterschiedlich aus: Sie reichten von 0,96 Euro in Breitscheid bis 6,69 Euro in Grävenwiesbach. In 46 der insgesamt 421 hessischen Städten und Gemeinden wurde 2025 nur das tatsächlich verbrauchte Wasser berechnet. In den übrigen 375 Städten und Gemeinden war zusätzlich ein Pauschalbetrag zwischen 3,85 Euro in Dornburg und 288,51 Euro in Weilmünster zu zahlen.

Bei den Abwassergebühren waren die Preisunterschiede je Kubikmeter in Hessen ähnlich wie beim Trinkwasser. Für einen Kubikmeter Abwasser variierten die Preise 2025 zwischen 1,30 Euro in Idstein und 6,99 Euro in Modautal. Die Abrechnungsmodelle der Kommunen beim Abwasser gestalteten sich unterschiedlich: 101 Städte und Gemeinden erhoben Pauschalbeträge zwischen 5,00 Euro in Wolfhagen bis 221,00 Euro in Witzenhausen. Daneben berechneten 391 Städte und Gemeinden Niederschlags- oder Oberflächenwasserentgelte. In 16 Städten und Gemeinden wurde zudem ein Schmutzwasserentgelt fällig.

Betrachtet man Trink- und Abwasserentgelte gemeinsam, waren die durchschnittlichen Kosten je Kubikmeter im Werra-Meißner-Kreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg (jeweils 7,09 Euro) am höchsten, während in Frankfurt am Main (3,80 Euro) am wenigsten bezahlt werden musste.

Im 20-Jahres-Vergleich: Ausgaben für Trinkwasser stärker gestiegen als für Abwasser

Von 2005 bis 2025 erhöhten sich die Entgelte je Kubikmeter Trink- und Abwasser in den hessischen Kommunen um durchschnittlich 1,0 Prozent pro Jahr, wobei Trinkwasser jährlich im Mittel um 1,5 Prozent und Abwasser um 0,6 Prozent teurer wurde. Dabei stiegen in 394 Städten und Gemeinden die Entgelte je Kubikmeter Trink- und Abwasser, während sie in 26 Städten und Gemeinden abnahmen. In einer Gemeinde glichen sich die preislichen Veränderungen bei Trink- und Abwasser aus. Die höchste Zunahme gab es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg (jährlich im Mittel plus 2,5 Prozent). In Offenbach am Main reduzierte sich die Höhe der Entgelte mit einem Minus von 2,5 Prozent am stärksten (jährlich im Mittel um minus 0,1 Prozent).

2025 lagen die durchschnittlichen Entgelte für einen Kubikmeter Trinkwasser in Hessen 35,6 Prozent höher als 20 Jahre zuvor. Am stärksten verteuerten sich die Ausgaben für Trinkwasser im Wetteraukreis (plus 64,7 Prozent). In der documenta-Stadt Kassel sanken die Ausgaben für einen Kubikmeter Trinkwasser mit 17,3 Prozent am deutlichsten.

Die Ausgaben für einen Kubikmeter Abwasser erhöhten sich im selben Zeitraum (2005 bis 2025) hessenweit um 12,2 Prozent. Die höchsten Steigerungen bei den Entgelten für die Abwasserentsorgung gab es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg (plus 66,1 Prozent). In Frankfurt am Main (minus 17,6 Prozent) gingen die Preise am stärksten zurück.

Hinweise:

Bei der Festsetzung der Wasser- und Abwasserentgelte haben die Städte und Gemeinden teils sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Insbesondere die Größe und Siedlungsstruktur des Gemeindegebiets, die Menge und Qualität der Wasservorkommen, das Geländeprofil und die Bodenbeschaffenheit beeinflussen die Kosten für die Pflege und die Instandhaltung der Anlagen und Leitungssysteme. Außerdem sind rechtliche Vorgaben zum Beispiel des Boden- oder Gewässerschutzes einzuhalten. Darüber hinaus sollen die Einnahmen für die Deckung von Investitionen und die Rücklagenbildung zur Verfügung stehen.

Um die Höhe der Entgelte zwischen Kommunen besser vergleichen zu können, empfiehlt es sich, Trink- und Abwasserentgelte in Kombination zu betrachten.   

Mehr Zahlen erhalten Sie in unserem Statistischen Bericht „Wasser- und Abwasserentgelte in Hessen 2023 bis 2025“Öffnet sich in einem neuen Fenster

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