FAQ - Allgemeine Informationen zum Zensus

Was ist der Zensus und warum wird er durchgeführt? Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf allgemeine Fragen zum Zensus.

Was ist der Zensus und warum wird er durchgeführt?

Der Zensus ist eine Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung, die alle zehn Jahre von den Statistikämtern in Deutschland zu einem bestimmten Stichtag durchgeführt wird. Für den Zensus 2022 ist der Stichtag der 15. Mai 2022. In Hessen ist das Hessische Statistische Landesamt (HSL) für die Durchführung des Zensus zuständig. Hierbei wird das HSL von sogenannten Erhebungsstellen unterstützt. Das sind lokale Anlaufstellen, die in den Städten, Landkreisen und Gemeinden in Hessen und ganz Deutschland eingerichtet wurden.

Der Zensus dient als wichtige Planungs- und Entscheidungsgrundlage für Politik, Verwaltungen (wie Ämter und Behörden) und Wirtschaft. Auf Grundlage des Zensus wird die amtliche Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner festgestellt. Diese Daten diesen als Planungshilfe für Infrastrukturmaßnahmen, wie zum Beispiel der Bau von Schulen, Kindertagesstätten oder Altersheimen. Außerdem liefert der Zensus wichtige Daten für die Wissenschaft.

Grundlage für den Zensus ist die europäische Verordnung (EG) Nr. 763/2008. Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), und damit auch Deutschland, sind durch diese EU-Verordnung verpflichtet, alle zehn Jahre jeweils am Anfang eines Jahrzehnts einen Zensus durchzuführen.

Untenstehend finden Sie zwei Erklär-Videos zum Zensus.

Datenschutzhinweis: Mit dem Klick auf einen der beiden unten stehenden Links werden Sie zu YouTube weitergeleitet.

Wird beim Zensus jede Bürgerin und jeder Bürger befragt?

Beim Zensus muss nicht jede Bürgerin bzw. jeder Bürger einzeln befragt werden – im Gegenteil: Die Mehrheit der Bevölkerung muss selbst gar keine Auskunft geben, da in Deutschland ein sogenannter registergestützter Zensus durchgeführt wird. Das heißt, dass die Bevölkerungsdaten in erster Linie aus Verwaltungsregistern von Bürgerämtern in Städten, Landkreisen und Gemeinden stammen.

Für die sogenannte Haushaltebefragung, also die Befragung von Personen zur Ermittlung der amtlichen Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner, werden nur rund 10 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland befragt. Diese Stichprobenbefragung ist notwendig, um Ungenauigkeiten in den Melderegistern der Verwaltung feststellen zu können. Damit wird also überprüft, ob einzelne Personen an der gemeldeten Adresse noch wohnen oder umgezogen oder verstorben sind. Diese Befragung findet persönlich durch einen sogenannten Erhebungsbeauftragten (Interviewerin oder Interviewer) statt, der die auskunftspflichtigen Personen an ihrer gemeldeten Adresse aufsucht, und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Es werden Auskünfte zu Vornamen, Nachnamen, Geburtsdatum, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Familienstand und Wohnsituation der im Haushalt lebenden Personen eingeholt.

Außerdem werden bei der Haushaltebefragung auch Daten erhoben, die in den Registern der Städte, Landkreise und Gemeinden nicht vorliegen. Das sind weiterführende Angaben zu Staatsangehörigkeit und Zuwanderung, Bildung und Ausbildung, zur Berufstätigkeit, zu Nebenjobs, zur Arbeitssuche, zur derzeitigen Haupttätigkeit, zum Arbeitsort, zur Branche bzw. zum Wirtschaftszweig des Betriebs, für den die Person tätig ist, sowie zum Beruf und zum Hauptstatus der Erwerbstätigkeit. Diese Fragen müssen jedoch nicht von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Haushaltebefragung beantwortet werden, sondern nur von denjenigen Personen, die nach dem Zufallsprinzip für diese erweiterte Befragung ausgewählt wurden. Sie erhalten bei der Kontaktaufnahme durch die Erhebungsbeauftragten Zugangsdaten für einen Online-Fragebogen, der schnell mit wenigen Klicks aufgefüllt werden kann. 
Den Musterfragebogen zur Haushaltebefragung finden Sie hierÖffnet sich in einem neuen Fenster. Weiterführende Informationen erhalten Sie auch in der Antwort zur Frage
„Wie kann ich meine Daten im Rahmen der Haushaltebefragung online übermitteln?". 

Alle zur Befragung ausgewählten Personen sind zur Auskunft verpflichtet, sie müssen also am Zensus teilnehmen.

Die sogenannten Sonderbereiche, wie zum Beispiel Studierendenwohnheime oder Alterswohnheime, stellen eine Ausnahme bei der Haushaltebefragung dar: An diesen Anschriften müssen Angaben für alle Bewohnerinnen und Bewohner eingeholt werden. Auskünfte für Gemeinschaftsunterkünfte werden dabei von den Einrichtungsleitungen eingeholt, sodass die Bewohnerinnen und Bewohner nicht selbst befragt werden. Den Musterfragebogen der Gemeinschaftsunterkünfte finden Sie auf dieser SeiteÖffnet sich in einem neuen Fenster. Weitere Informationen zu den Sonderbereichen finden Sie auch in der Antwort zur nächsten Frage „Was sind Sonderbereiche und wie läuft die Erhebung dort ab?“.

Für die Gebäude- und Wohnungszählung werden allen Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Verwaltungen von Gebäuden mit Wohnraum bzw. Wohnungen Fragen gestellt. Das bedeutet, Mieterinnen und Mieter werden nicht befragt.

Was sind Sonderbereiche und wie läuft die Erhebung dort ab?

Sonderbereiche für den Zensus sind Wohnheime (zum Beispiel Studierendenwohnheime) und Gemeinschaftsunterkünfte (zum Beispiel Altersheime, Pflegeheime, Kinderheime oder Jugendheime). Da für diese Anschriften die Melderegister, beispielsweise aufgrund häufiger Umzüge, oft zu ungenau sind, findet hier eine Vollerhebung statt. Das bedeutet, dass zu allen Bewohnerinnen und Bewohnern Auskunft erteilt werden muss. Auskünfte für Gemeinschaftsunterkünfte werden dabei von den Einrichtungsleitungen eingeholt, sodass die Bewohnerinnen und Bewohner nicht selbst befragt werden. In Wohnheimen sind die Bewohnerinnen und Bewohner selbst auskunftspflichtig. Den Musterfragebogen der Gemeinschaftsunterkünfte finden Sie auf dieser SeiteÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Eine Übersicht zu den Wohnheimen sowie zu den Gemeinschaftsunterkünften finden Sie in den Schaubildern:

Abbildung zu den Gemeinschaftsunterkünften im Rahmen des Zensus 2022
Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.
Bild in Originalgröße herunterladen
Übersicht Wohnheime für den Zensus 2022
Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.
Bild in Originalgröße herunterladen

Wie geht das Hessische Statistische Landesamt als Zensus-Beauftragter für Hessen mit der Pandemielage zum Stichtag 15. Mai 2022 um?

Unsere Infektionsschutzmaßnahmen entsprechen stets den aktuell in Hessen geltenden Vorgaben zum Umgang mit der Corona-Pandemie und werden im Falle von Änderungen umgehend angepasst. Wir können versichern, dass beim Zensus 2022 die Gesundheit aller beteiligten Personen an oberster Stelle steht. Unsere aktuell geltenden Hygienemaßnahmen finden Sie auf unserer Seite „Zensus in Zeiten der Pandemie“.

Aufgrund welcher Rechtsgrundlagen wird der Zensus 2022 durchgeführt?

Der Zensus wurde durch die europäische Verordnung (EG) Nr. 763/2008 über Volks- und Wohnungszählungen vom 9. Juli 2008 für alle Staaten angeordnet, die Mitglied in der Europäischen Union (EU) sind. Die Durchführung ist in den Ausführungsgesetzen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten geregelt. In Deutschland bilden das Bundesstatistikgesetz, das Zensusvorbereitungsgesetz 2022 sowie das Zensusgesetz 2022 die Rechtsgrundlage für den Zensus und seine Vorbereitung. Das Hessische Ausführungsgesetz zum Zensusgesetz regelt die Organisation und die Durchführung des Zensus in Hessen.

Welche Daten geben die hessischen Meldebehörden an das Hessische Statistische Landesamt weiter?

Die hessischen Meldebehörden übermitteln dem Hessischen Statistischen Landesamt (HSL) Daten aus dem Melderegister. Welche Daten genau und zu welchem Zeitpunkt sie übermittelt werden, richtet sich nach § 5 Zensusgesetz (ZensG 2022) bzw. § 9 Zensusvorbereitungsgesetz (ZensVorbG). Das ZensG 2022 und das ZensVorbG regeln auch den Löschzeitpunkt. Zweck der Datenübermittlung ist der Aufbau eines Anschriftenregisters, die Ermittlung aller für den Zensus relevanten Wohnanschriften zur Durchführung der im Zensus angeordneten Erhebungen sowie die Ermittlung der Einwohner- und Einwohnerinnenzahl.

Eine Weitergabe der Daten außerhalb der Statistikämter des Bundes und der Länder findet nicht statt. Rechte zum Datenschutz nach Artikel 15, 16, 18 und 21 der Datenschutz-Grundverordnung bestehen nach § 14 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Zensus nicht. Das Informationsrecht nach § 14 wird mit diesem öffentlichen Informationstext erfüllt. Fragen zum Datenschutz können unter datenschutzbeauftragter@statistik.hessen.de eingereicht werden. Schließlich können Sie sich auch an den Hessischen Beauftragten für Datenschutz- und Informationssicherheit wenden. Sie können ihn unter folgenden Möglichkeiten kontaktieren: Gustav-Stresemann-Ring 1, 65189 Wiesbaden, Telefon: 0611 14080 oder über ein KontaktformularÖffnet sich in einem neuen Fenster.

In welcher Form werden die Zensus-Ergebnisse veröffentlicht, also der Bevölkerung zur Verfügung gestellt?

In Deutschland werden die wichtigsten Ergebnisse von den Statistikämtern auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Außerdem stellen die Statistikämter eine Online-Datenbank bereit. Auf diese können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zugreifen. Die Zensus-Ergebnisse auf Kreisebene (Landkreise, kreisfreie Städte) stellen die Statistischen Landesämter für ihr Bundesland bzw. ihre Bundesländer bereit. Für Hessen ist das Hessische Statistische Landesamt zuständig. Die veröffentlichten Daten sind komplett anonymisiert: Das bedeutet, dass persönliche Angaben zu den Personen, die am Zensus teilgenommen haben, nicht in den Ergebnissen enthalten sind. Somit kann anhand der Ergebnisse niemand persönliche Angaben wie Namen, Geburtsdatum oder Adresse einzelner Personen ausfindig machen.

Wo finde ich die Ergebnisse der vergangenen Befragung (Zensus 2011)?

Die Ergebnisse des Zensus 2011 finden Sie auf der Website zum Zensus 2011Öffnet sich in einem neuen Fenster sowie im Zensusatlas 2011Öffnet sich in einem neuen Fenster.

Was ist der Unterschied zwischen dem Zensus und dem Mikrozensus?

Der Zensus als „große Bevölkerungszählung“ wird nur alle zehn Jahre zu einem Stichtag durchgeführt. Für den Zensus werden 10 Prozent der deutschen Bevölkerung befragt. Der nächste Zensus sollte 2021 stattfinden. Er wurde aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr auf 2022 verschoben.

Der Mikrozensus als „kleine Bevölkerungszählung“ wird jedes Jahr durchgeführt und die Befragungen finden über das gesamte Kalenderjahr verteilt statt, also nicht zu einem bestimmten Stichtag. Für den Mikrozensus wird 1 Prozent der deutschen Bevölkerung befragt.

Inhaltlich dient der Zensus insbesondere zur Feststellung der Einwohnerzahlen sowie der Erfassung des gesamten Wohnraums in Deutschland.

Der Mikrozensus bietet detaillierte Informationen zu Themen wie Familie, Schule und Studium, Aus- und Weiterbildung, Beruf und Arbeitssuche, Einkommen, Kinderbetreuung und Internetnutzung.

Es kann vorkommen, dass Personen beim Zensus 2022 und beim Mikrozensus um Auskunft gebeten werden, da es sich hierbei um unterschiedliche Befragungen handelt.

Antworten auf weitere häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Zensus 2022 finden Sie auf der offiziellen Internetseite des Zensus 2022Öffnet sich in einem neuen Fenster.

Eine Übersicht mit den Kontaktdaten der einzelnen Erhebungsstellen in Hessen können Sie hier herunterladen:

Schlagworte zum Thema