Aktuellen Ergebnissen des Mikrozensus zufolge haben 61,7 Prozent der insgesamt 1,4 Millionen hessischen Paare im Jahr 2024 das gleiche Bildungsniveau gehabt. Wie das Hessische Statistische Landesamt anlässlich des Valentinstags am 14. Februar weiter mitteilt, bestand etwa jedes fünfte Paar (19,8 Prozent) aus zwei höher gebildeten Personen, jedes dritte Paar (32,0 Prozent) aus zwei Personen mit mittlerem Bildungsniveau und jedes zehnte Paar (9,9 Prozent) aus zwei formal niedrig gebildeten Personen.
38,3 Prozent der Paare unterschieden sich hinsichtlich ihres Bildungsniveaus, wobei in den meisten Fällen (34,8 Prozent aller Partnerschaften) eine Person über eine mittlere Bildung und die andere Person über eine hohe oder niedrige Bildung verfügte. Kombinationen aus hohem und niedrigem Bildungsniveau kamen nur in 3,5 Prozent aller hessischen Partnerschaften vor.
Frauen in jeder achten Partnerschaft höher gebildet als ihr Partner
Um einen Geschlechtervergleich innerhalb der Paare zu ermöglichen, wurden in den hier dargestellten Ergebnissen nur heterosexuelle Paare betrachtet. Dabei zeigten sich merkliche Geschlechterunterschiede: In jeder vierten Paarbeziehung (25,9 Prozent) war der Mann höher gebildet. In jedem achten Paarverhältnis (12,3 Prozent) besaß die Frau eine höhere formale Bildung als ihr Partner.
Neben dem Geschlecht spielte insbesondere das Alter eine Rolle: Jüngere Paare zwischen 18 und 44 Jahren hatten etwas häufiger das gleiche Bildungsniveau (63,9 Prozent) als ältere Paare ab 45 Jahren (60,7 Prozent). Unter den jüngeren Paaren mit gleichem Bildungsniveau waren 27,9 Prozent hochgebildet, 25,9 Prozent wiesen ein mittleres und 10,0 Prozent ein niedriges Bildungsniveau auf. Ältere Paare hatten bei gleichem Bildungsniveau meist eine mittlere Bildung (34,9 Prozent). Höhere Bildungsniveaus waren mit einem Anteil von 15,9 Prozent entsprechend seltener, der Anteil beiderseits niedrig gebildeter Paare war mit 9,9 Prozent fast so hoch wie bei jüngeren Paaren.
Bildungsvorsprung der Männer nur noch bei älteren Paaren
Betrachtet man Alter und Geschlecht zusammen, zeigt sich eine deutliche Verschiebung zugunsten der Frauen: Bei älteren Paaren ab 45 Jahren mit unterschiedlichem Bildungsniveau bildeten Konstellationen mit höher gebildeten Frauen die Ausnahme. Sie machten 9,4 Prozent aller Partnerschaften der Altersgruppe aus, während der Anteil von Paaren mit höher gebildeten Männern 29,9 Prozent betrug. Demgegenüber war das Verhältnis bei jüngeren Paaren nahezu ausgeglichen: Hier hatten Paare mit höher gebildeten Frauen mit einem Anteil von 18,5 Prozent an allen Partnerschaften der Altersgruppe gegenüber höher gebildeten Männern mit 17,6 Prozent sogar einen leichten Vorsprung.
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist der gleichberechtigte Zugang zu Bildung bei jüngeren Frauen und Männern: Während mehr als ein Drittel der Frauen zwischen 18 und 44 Jahren ein hohes Bildungsniveau hatten (34,2 Prozent), betrug der Anteil bei Frauen ab 45 Jahren 20,8 Prozent. Entsprechend war der Anteil der Frauen mit niedrigem Bildungsniveau in der jüngeren Altersgruppe mit 21,3 Prozent etwas niedriger als bei den Älteren (23,6 Prozent). Bei Männern verhielt sich diese Dynamik umgekehrt: Der Anteil mit hohem Bildungsniveau lag bei den 18- bis 44-Jährigen mit 30,9 Prozent niedriger als bei den Älteren (35,3 Prozent). Jüngere Männer wiesen mit 24,9 Prozent einen höheren Anteil mit niedriger Bildung auf als Männer ab 45 Jahren (15,6 Prozent).
Hinweise:
In die Auswertungen wurden nur heterosexuelle Paare ab 18 Jahren einbezogen. Paare, bei denen die Partnerinnen und Partner unterschiedlichen Altersgruppen angehörten, wurden nicht betrachtet.
Das Bildungsniveau wird gemäß International Standard Classification of Education (ISCED) dargestellt. In der Gliederung nach ISCED 2011 wird der höchste erreichte Bildungsstand kombiniert aus den Merkmalen allgemeiner Schulabschluss und beruflicher Bildungsabschluss nachgewiesen:
Niedrig:
- ohne allgemeinen Schulabschluss und ohne beruflichen Abschluss, Abschluss nach höchstens 7 Jahren und ohne beruflichen Schulabschluss
- Hauptschul-/Realschulabschluss/POS und Anlernausbildung, Berufliches Praktikum oder Berufsvorbereitungsjahr
- Anlernausbildung, Berufliches Praktikum oder Berufsvorbereitung und ohne Hauptschulabschluss
Mittel (Abschlüsse im Sekundarbereich II und Postsekundärer nicht-tertiärer Bereich):
- Fachhochschulreife/Hochschulreife und ohne beruflichen Abschluss
- Fachhochschulreife/Hochschulreife und/oder eines der folgenden Abschlüsse: Lehrausbildung, Abschluss an Berufsfachschulen, Abschluss eines kurzen Bildungsgangs an Ausbildungsstätte oder Abschluss des Vorbereitungsdienstes für den mittleren Dienst
- Abschluss eines 2- oder 3-jährigen Bildungsganges an einer Ausbildungsstätte und ohne Fachhochschulreife/Hochschulreife
Hoch (Abschlüsse im Tertiärbereich):
- Meisterausbildung, Technikerausbildung, Abschluss an Ausbildungsstätte/Schule für Erzieher, Dualer Hochschulabschluss, Abschluss an Verwaltungsfachhochschulen, Bachelor-, Masterabschluss oder Promotion
Die dargestellten Ergebnisse basieren auf dem Mikrozensus, einer seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführten Befragung der amtlichen Statistik. Rechtliche Grundlage der Erhebung ist das Mikrozensusgesetz (MZG). Dank der Selbstauskünfte der Befragten liegen belastbare statistische Daten zu Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung vor. Die Ergebnisse des Mikrozensus stehen der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Presse und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung und dienen als Grundlage für faktenbasierte Planungen und Entscheidungen.