Weizen auf dem Feld

Hessisches Statistisches Landesamt

Wintergerstenernte auf hohem Niveau

Der Getreideernteertrag in Hessen zur Ernte 2026 ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil geblieben. Das liegt maßgeblich an den höheren Erträgen von Wintergerste. Die Erntemengen je Hektar der Sommerkulturen sanken dagegen. Die Anbaufläche für Winterweizen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr, machte aber weiterhin knapp ein Drittel des hessischen Ackerlands aus.

Zur Ernte 2026 sind in Hessen durchschnittlich 69,0 Dezitonnen Getreide je Hektar Getreideanbaufläche gedroschen worden. Das waren 1,3 Dezitonnen je Hektar weniger als im Vorjahr. Jedoch wurde der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 (66,8 Dezitonnen je Hektar) damit um 2,1 Dezitonnen übertroffen. Dass die Getreideerträge insgesamt noch auf diesem Niveau liegen, resultiert aus stabilen Erntemengen je Hektar bei Winterweizen (72,6 Dezitonnen je Hektar) und vor allem bei Wintergerste (74,2 Dezitonnen je Hektar). Der Wintergerstenertrag überstieg damit den des Vorjahres um 3,2 Dezitonnen je Hektar und den Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 sogar um 8,5 Dezitonnen. Die Erträge der Sommerkulturen sanken allesamt unter die des Vorjahres und waren auch im sechsjährigen Mittel leicht unterdurchschnittlich.

Die Erntemenge für die Mähdruschfrüchte (ohne Körnermais) betrug zum Stichtag 20. August 2026 rund 1.831.300 Tonnen Getreide und rund 208.000 Tonnen Winterraps. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang um 4,5 Prozent bei Getreide und eine Zunahme von 6,1 Prozent bei Winterraps.

Mehr Anbaufläche für Winterraps, weniger für Winterweizen

Im Jahr 2026 bauten hessische Agrarbetriebe auf 142.900 Hektar Winterweizen an, das waren 6.100 Hektar weniger Anbaufläche als 2025. Dennoch waren über 30 Prozent des hessischen Ackerlands von insgesamt 456.500 Hektar mit Winterweizen bestellt. Der Anbauumfang von Winterraps erhöhte sich um 3.400 auf 54.900 Hektar. Wie im Vorjahr wurde insbesondere der Anbauumfang von Kartoffeln (3.700 Hektar) und Zuckerrüben (12.100 Hektar) weiter eingeschränkt. Nach dem Jahr 2015 (11.500 Hektar) war dies die geringste Zuckerrübenanbaufläche seit 1971.

47.400 Hektar oder gut 10 Prozent des Ackerlands wurden 2026 in Hessen nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Das Anbauspektrum unterschied sich jedoch wesentlich von dem konventionellen Anbau. Lediglich 9.300 Hektar (knapp 7 Prozent) der Winterweizenanbaufläche wurden von ökologisch wirtschaftenden Betrieben bestellt, während die üblicherweise als Viehfutter genutzten Leguminosen (zum Beispiel Klee oder Luzerne) auf dem Ackerland zu zwei Dritteln von ökologisch wirtschaftenden Betrieben angebaut wurden.

Hinweise:

Die nachgewiesenen Erträge werden bei Getreide auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 14,0 Prozent, bei Winterraps auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 9,0 Prozent umgerechnet, um eine Vergleichbarkeit unterschiedlicher Jahre gewährleisten zu können. Dies bedeutet, dass in trockenen Erntejahren mitunter mehr Erntemenge nachgewiesen wird, als auf den Höfen oder im Landhandel eingelagert wurde. Die Wintergerstenernte wurde 2026 mit einem durchschnittlichen Feuchtigkeitsgehalt von 12,7 Prozent und die Winterweizenernte mit einem durchschnittlichen Feuchtigkeitsgehalt von 12,1 Prozent gedroschen. Bei Winterraps betrug dieser im Jahr 2026 rund 6,0 Prozent.

Die Daten dieser Meldung wurden für die Erträge zum Stichtag 20. August 2026 ermittelt und sind vorläufig. Grundlage hierfür sind die amtlichen Statistiken „Erhebung der Bodennutzung landwirtschaftlicher Betriebe“ sowie die „Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung“. Endgültige Ergebnisse für beide Statistiken liegen zum Jahreswechsel 2026/2027 vor.

Daten zu Erträgen aus dem ökologischen Landbau liegen nicht vor. 
Eine Dezitonne entspricht 100 Kilogramm.

Die Flächen- und Ertragsangaben von Winterweizen beziehen sich auf Winterweizen einschließlich Dinkel und Einkorn.

Die vorläufigen Daten des Anbaus auf dem Ackerland wurden im Jahr 2026 als Totalerhebung ausschließlich aus Verwaltungsdaten gewonnen. Insofern unterscheidet sich die verwendete Methodik vom Vorjahr, als eine Stichprobe mit vornehmlich Verwaltungsdaten und ergänzenden Vorjahreswerten verwendet wurde.

Mehr Zahlen erhalten Sie in unserem Statistischen Bericht „Bodennutzung landwirtschaftlicher Betriebe in Hessen 2026“Öffnet sich in einem neuen Fenster.

Die wichtigsten Konjunktur- und Wirtschaftsindikatoren für Hessen finden Sie kompakt zusammengefasst auf unserer Übersichtsseite.

Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.

Schlagworte zum Thema