Hände mit Taschenrechner, Stift und Papieren

Hessisches Statistisches Landesamt

Schulden der kommunalen Kernhaushalte 2025 auf 18,5 Milliarden Euro gestiegen

Die Schulden der kommunalen Kernhaushalte sind im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, belief sich der Schuldenstand zum Stichtag 31. Dezember 2025 auf 18,5 Milliarden Euro. Das waren 1,8 Milliarden Euro beziehungsweise 10,6 Prozent mehr als Ende 2024.

17,6 Milliarden Euro beziehungsweise 95,4 Prozent der Schulden bestanden gegenüber Gläubigern aus dem nicht-öffentlichen Bereich, darunter vor allem Kreditinstitute. Auf Gläubiger aus dem öffentlichen Bereich, beispielsweise andere Kommunen oder öffentliche Unternehmen, entfielen 855,7 Millionen Euro.

Kassenkredite um 82,5 Prozent gestiegen

Mit rund 17,7 Milliarden Euro entfielen knapp 96 Prozent der Gesamtschulden auf Investitionskredite gegenüber Gläubigern aus dem öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich. Ende 2024 hatten die Investitionskredite 16,3 Milliarden Euro betragen. Damit lagen sie 2025 um 8,8 Prozent höher als im Vorjahr. Investitionskredite dienen insbesondere der Finanzierung langfristiger Investitionen. Von den Investitionskrediten gegenüber Gläubigern aus dem nicht-öffentlichen Bereich werden 12,1 Milliarden Euro beziehungsweise 71,6 Prozent frühestens im Jahr 2032 fällig. Im Jahr 2025 nahmen die kommunalen Kernhaushalte Investitionskredite in Höhe von 2,8 Milliarden Euro neu auf und tilgten Investitionskredite in Höhe von 1,4 Milliarden Euro.

Die Kassenkredite beliefen sich Ende 2025 auf 734,9 Millionen Euro. Ihr Anteil an den Gesamtschulden lag damit bei 4,0 Prozent. Ende 2024 hatten sie noch 402,7 Millionen Euro beziehungsweise 2,4 Prozent betragen. Innerhalb eines Jahres stiegen sie somit um 332,2 Millionen Euro (plus 82,5 Prozent). Kassenkredite werden in der Regel zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe genutzt.

Von den Kassenkrediten entfielen 644,9 Millionen Euro auf Gläubiger aus dem nicht-öffentlichen Bereich. Davon werden 640,8 Millionen Euro im Jahr 2026 und weitere 4,1 Millionen Euro in späteren Jahren fällig. Die übrigen rund 90 Millionen Euro waren Kassenkredite bei Gläubigern aus dem öffentlichen Bereich. Für diese liegen keine Angaben zur Fälligkeit vor.

Frankfurt am Main, Hochtaunuskreis und Rüsselsheim am Main mit den höchsten absoluten Schuldenständen

Unter den kreisfreien Städten wies Frankfurt am Main mit 3,1 Milliarden Euro den höchsten absoluten Schuldenstand auf. Es folgten die Wissenschaftsstadt Darmstadt (732,7 Millionen Euro) und die documenta-Stadt Kassel (514,5 Millionen Euro). Bei der Pro-Kopf-Verschuldung lag hingegen die Wissenschaftsstadt Darmstadt (4.375 Euro) vorne. Es folgten Frankfurt am Main (4.089 Euro) und Offenbach am Main (3.430 Euro).

Unter den Landkreisen verzeichnete der Hochtaunuskreis mit 624,9 Millionen Euro den höchsten absoluten Schuldenstand. Dahinter folgten der Lahn-Dill-Kreis (553,7 Millionen Euro) und der Main-Taunus-Kreis (464,5 Millionen Euro). Auch bei der Pro-Kopf-Verschuldung belegten diese drei Landkreise die ersten Plätze: Der Hochtaunuskreis lag vorne (2.585 Euro), gefolgt vom Lahn-Dill-Kreis (2.184 Euro) und dem Main-Taunus-Kreis (1.944 Euro).

Unter den Gemeinden ohne kreisfreie Städte wiesen die Stadt Rüsselsheim am Main (403,0 Millionen Euro), die Stadt Bad Homburg vor der Höhe (263,7 Millionen Euro) und die Universitätsstadt Gießen (168,0 Millionen Euro) die höchsten absoluten Schuldenstände auf. Die höchsten Pro-Kopf-Werte verzeichneten hingegen die Stadt Heringen (Werra) (11.752 Euro), die Stadt Bad Karlshafen (6.640 Euro) und die Stadt Rüsselsheim am Main (6.134 Euro).

Auf die 15 Gemeinden und Gemeindeverbände mit den höchsten absoluten Schuldenständen entfielen insgesamt 50,7 Prozent und damit etwas mehr als die Hälfte aller Schulden.

Weimar (Lahn) als einzige Kommune ohne Schulden im Kernhaushalt

Weimar (Lahn) war Ende 2025 die einzige hessische Gemeinde ohne Schulden im Kernhaushalt. Die geringsten absoluten Schulden verzeichneten danach die Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf mit 215.378 Euro und Bischoffen mit 234.992 Euro.

Nach Weimar (Lahn) hatten Gründau mit 42 Euro und die Stadt Eschborn mit 49 Euro die niedrigsten Schulden je Einwohnerin und Einwohner.

Unter den Landkreisen wies Limburg-Weilburg mit 25,3 Millionen Euro den niedrigsten absoluten Schuldenstand auf. Der Odenwaldkreis (55,8 Millionen Euro) und der Landkreis Bergstraße (60,5 Millionen Euro) kamen auf den Plätzen zwei und drei. Auch bei der Pro-Kopf-Betrachtung verzeichnete der Landkreis Limburg-Weilburg mit 146 Euro den niedrigsten Schuldenstand. Dahinter folgten der Landkreis Bergstraße mit 221 Euro und der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit 497 Euro.

Fast jede zweite Kommune verringerte ihre Schulden

Insgesamt bauten 45,8 Prozent der Gemeinden und Gemeindeverbände im Laufe des Jahres 2025 mehr Schulden ab, als sie neue Kredite aufnahmen. Den stärksten prozentualen Rückgang verzeichnete Allendorf (Eder) mit 39,7 Prozent, gefolgt von der Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf mit 37,3 Prozent und der Stadt Karben mit 30,6 Prozent. Die höchsten absoluten Schuldenrückgänge gab es in Offenbach am Main mit 17,0 Millionen Euro, Dietzenbach mit 5,3 Millionen Euro und Bensheim mit 4,6 Millionen Euro.

Hinweise:

Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die Kernhaushalte der hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände. Schulden ausgegliederter Einheiten und Unternehmen sind nicht enthalten. Diese werden in der Statistik der Integrierten Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände im Herbst 2026 veröffentlicht.

Für die Berechnung der Pro-Kopf-Werte wurden die Bevölkerungszahlen zum 30. Juni 2025 auf Basis des Zensus 2022 verwendet.

Mehr Zahlen erhalten Sie in unseren Tabellen:

Schulden der Kernhaushalte der hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände am 31.12.2024 - Stand nach Revision (letzte Aktualisierung: 04.08.2026)Öffnet sich in einem neuen Fenster

Schulden der Kernhaushalte der hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände am 31.12.2025 - Stand vor Revision (letzte Aktualisierung: 04.08.2026)Öffnet sich in einem neuen Fenster

Wertpapierschulden und Investitionskredite der Kernhaushalte der hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände beim nicht öffentlichen Bereich und deren Fälligkeiten am 31.12.2025 (letzte Aktualisierung: 06.08.2026)Öffnet sich in einem neuen Fenster

Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.

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