Mindestsicherungsquote: Neue Funktion im Regionalatlas verbessert regionale Vergleichbarkeit
Im Jahr 2024 haben 9,0 Prozent der hessischen Bevölkerung Leistungen aus den sozialen Mindestsicherungssystemen erhalten. Der neue Nachbarschaftsvergleich im Regionalatlas Deutschland zeigt, dass sich die Mindestsicherungsquote zwischen den einzelnen hessischen Kreisen und kreisfreien Städten sowie ihren Nachbarregionen teils deutlich unterscheidet.
Die Mindestsicherungsquote in Hessen hat im Jahr 2024 bei 9,0 Prozent gelegen. Sie entspricht dem Anteil der Bevölkerung, der Leistungen aus den sozialen Mindestsicherungssystemen erhält.
Deutschlandweit war die Mindestsicherungsquote in städtischen Regionen häufig höher ist als in den umgebenden, eher ländlichen Regionen. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, zeigt der Nachbarschaftsvergleich beispielsweise für die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, dass ihre Mindestsicherungsquote im Jahr 2024 von 11,0 Prozent näher am Wert der kreisfreien Stadt Darmstadt (11,6 Prozent) lag als an denen der benachbarten Landkreise Hochtaunuskreis (6,1 Prozent), Main-Taunus-Kreis (6,8 Prozent) und Wetteraukreis (7,0 Prozent).
In der kreisfreien Stadt Kassel betrug der Anteil 15,7 Prozent und lag damit deutlich über dem Wert des umliegenden Landkreises Kassel (6,8 Prozent). Im deutschlandweiten Vergleich lag die Stadt Kassel damit etwa gleichauf mit Wuppertal (15,7 Prozent) sowie Mönchengladbach (15,8 Prozent).
Neue Funktion im Regionalatlas Deutschland ermöglicht Nachbarschaftsvergleiche
Mit der neuen Funktion „Regionsradar“ im Regionalatlas DeutschlandÖffnet sich in einem neuen Fenster lassen sich Nachbarschaftsvergleiche für eine ausgewählte Region jetzt schnell und einfach auf verschiedenen regionalen Ebenen durchführen. Die neue Funktion öffnet sich durch Klick auf das „Tacho“-Item unten in der rechten Leiste. Für die ausgewählte Region werden drei Auswertungen angezeigt:
Für Frankfurt am Main wird beispielsweise deutlich, dass rund 16 Prozent aller Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland im Jahr 2024 eine höhere Mindestsicherungsquote aufwiesen. Auf dem gleichen Niveau wie Frankfurt am Main (mit einem Anteil von 11,0 Prozent) lagen im Jahr 2024 zum Beispiel Düsseldorf und Pforzheim (mit ebenfalls 11,0 Prozent).
Hinweise:
Der Regionalatlas Deutschland ist eine interaktive Anwendung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Er stellt aktuell mehr als 230 Indikatoren aus 21 Themenbereichen in Form thematischer Karten dar. Die Daten werden für Bundesländer, Regierungsbezirke, Landkreise und kreisfreie Städte sowie teilweise auch für Gemeinden beziehungsweise Verbandsgemeinden bereitgestellt.
Der Regionalatlas ermöglicht damit schnell überregionale Vergleiche auf unterschiedlichen regionalen Ebenen. Grundlage der Anwendung ist die Regionaldatenbank Deutschland. Das Angebot im Regionalatlas wird kontinuierlich erweitert.
Zusätzlich zum „Regionsradar“ wurden im Regionalatlas aktuell auch neue Veränderungsraten eingeführt, beispielsweise für die Mindestsicherungsquote. Diese erleichtern Vergleiche mit den Ergebnissen der Vorjahre.
Soziale Mindestsicherungssysteme in Deutschland sind staatliche Transferleistungen, die den grundlegenden Lebensunterhalt sichern, wenn eigenes Einkommen oder Vermögen nicht ausreicht. Bestandteile sind Bürgergeld (SGB II), Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII) und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die Mindestsicherungsquote ist der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger dieser Leistungen an der Bevölkerung jeweils zum 31. Dezember.