Eine Frau schiebt einen gut gefüllten Einkaufswagen durch einen Supermarkt

Hessisches Statistisches Landesamt

Inflationsrate in Hessen im Mai 2026 bei 2,6 Prozent

Die Verbraucherpreise in Hessen sind im Mai 2026 um 2,6 Prozent gegenüber Mai 2025 gestiegen. Die Inflationsrate ging damit weiter zurück, nachdem sie im März 2026 mit 2,9 Prozent den höchsten Stand seit Dezember 2023 erreicht und im April 2026 bei 2,8 Prozent gelegen hatte. Trotz jüngst rückläufiger Preise wirkten Kraftstoffe und Heizöl wie bereits im März und April 2026 als Inflationstreiber.

Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hat die Inflationsrate im Mai 2026 – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – in Hessen 2,6 Prozent betragen. Die Inflationsrate ging damit weiter zurück, nachdem sie im März 2026 mit 2,9 Prozent den höchsten Stand seit Dezember 2023 erreicht hatte (damals: plus 3,5 Prozent). Im April 2026 hatte sie bei 2,8 Prozent gelegen.

Die Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat wurde im Mai 2026 weiterhin durch überdurchschnittliche Verteuerungen bei Kraftstoffen und Heizöl infolge des Kriegs im Iran beeinflusst. Der Preisanstieg schwächte sich im Mai 2026 jedoch ab. Diese Entwicklung ging mit den seit Anfang Mai reduzierten Energiesteuersätzen für Kraftstoffe einher – einer Entlastungsmaßnahme des Bundesgesetzgebers.

Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise im Mai 2026 um 0,2 Prozent.

Preise für Energie

Energie kostete im Mai 2026 durchschnittlich 3,5 Prozent weniger als im April 2026. Günstiger als im Vormonat waren insbesondere Heizöl (minus 8,1 Prozent) und Kraftstoffe (minus 7,0 Prozent). Bei Dieselkraftstoff fiel der Preisrückgang mit minus 12,1 Prozent deutlicher aus als bei Superbenzin (minus 5,3 Prozent). Ebenfalls günstiger waren Brennholz und Holzpellets (minus 1,1 Prozent). Teurer als im Vormonat war Erdgas, für das Verbraucherinnen und Verbraucher 1,1 Prozent mehr bezahlen mussten. Das Preisniveau von Fernwärme (minus 0,2 Prozent) und Strom (minus 0,1 Prozent) blieb nahezu unverändert.

Im Vorjahresvergleich nahmen die Preise für Energie im Mai 2026 durchschnittlich um 5,8 Prozent zu. Inflationstreibend wirkten in Folge des Kriegs im Iran insbesondere starke Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresmonat für Heizöl (plus 46,8 Prozent) und Kraftstoffe (plus 17,7 Prozent), wobei die Preise für Dieselkraftstoff um 24,5 Prozent und die für Superbenzin um 15,7 Prozent zunahmen. Ebenfalls überdurchschnittlich teurer waren Brennholz und Holzpellets, für die Verbraucherinnen und Verbraucher 12,1 Prozent mehr bezahlen mussten. Wie in den Monaten zuvor wirkten Erdgas (minus 7,6 Prozent) und Strom (minus 6,7 Prozent) inflationsdämpfend. Die Preise für Fernwärme blieben nahezu unverändert (plus 0,1 Prozent).

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise im Mai 2026 in Hessen um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Preise für Nahrungsmittel

Die Nahrungsmittelpreise sanken im Mai 2026 gegenüber April 2026 um 1,1 Prozent. Merklich günstiger als im Vormonat war Gemüse (minus 6,3 Prozent). Auch für Speisefette und -öle (minus 1,6 Prozent) sowie Molkereiprodukte (minus 1,2 Prozent) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher weniger bezahlen. Teurer als im Vormonat war unter anderem Obst (plus 1,2 Prozent).

Gegenüber Mai 2025 erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel im Mai 2026 um 1,2 Prozent. Sie stiegen im Vergleich zu den Verbraucherpreisen insgesamt unterdurchschnittlich und wirkten somit inflationsdämpfend. Merklich günstiger als im Vorjahresmonat waren Speisefette und -öle (minus 13,7 Prozent), darunter sanken die Preise für Butter um 24,1 Prozent. Auch Molkereiprodukte (minus 6,8 Prozent) kosteten deutlich weniger. Obst (plus 7,6 Prozent) sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (plus 5,3 Prozent) verteuerten sich indes überdurchschnittlich. Die Preise für Gemüse nahmen um 4,5 Prozent zu. Fleisch und Fleischwaren waren um 2,3 Prozent sowie Brot und Getreideerzeugnisse um 1,2 Prozent teurer.

Die Kerninflationsrate (Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie) stieg im Mai 2026 auf 2,5 Prozent. Im April 2026 hatte sie 2,2 Prozent betragen.

Preise für Waren

Die Preise für Waren verringerten sich im Mai 2026 im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent. Gegenüber Mai 2025 war eine Zunahme von 2,2 Prozent zu verzeichnen. Darunter stiegen die Preise für Verbrauchsgüter im Vergleich zum Vorjahresmonat durchschnittlich um 2,9 Prozent. Zu diesen zählen neben Energieprodukten und Nahrungsmitteln unter anderem auch Kaffee (plus 9,1 Prozent) und Tabakwaren (plus 5,9 Prozent), für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich mehr bezahlen mussten als im Mai 2025.

Die Preise für Gebrauchsgüter lagen im Mai 2026 um 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit stiegen sie deutlich schwächer als die Verbraucherpreise insgesamt und wirkten inflationsdämpfend. Günstiger waren unter anderem Fernsehgeräte (minus 15,2 Prozent), elektrische Kleingeräte für den Haushalt (minus 3,2 Prozent) sowie Glaswaren, Tafelgeschirr und andere Gebrauchsgüter (minus 2,1 Prozent). Teurer wurden Computer (plus 6,8 Prozent), Mobiltelefone (plus 5,5 Prozent) sowie Personenkraftwagen (plus 2,5 Prozent).

Preise für Dienstleistungen

Die Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) stiegen im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen um 3,8 Prozent und wirkten somit neben der Energie inflationstreibend.

Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 8,2 Prozent) und Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr (plus 7,9 Prozent) bezahlen. Die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen kostete 4,7 Prozent mehr. Für Pauschalreisen waren um 3,5 Prozent höhere Preise als im Mai 2025 fällig, ebenso für Übernachtungen (plus 3,3 Prozent) und Gaststättendienstleistungen (plus 3,0 Prozent).

Das Preisniveau der Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) stieg im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Im Vergleich zu Mai 2025 stiegen die Preise um 1,7 Prozent an. Die Nettokaltmieten stiegen damit wie bereits in den beiden Vormonaten unterdurchschnittlich an.

Hinweise:

Der Bundesgesetzgeber hat eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe beschlossen: Für Benzin und Diesel reduzieren sich die Energiesteuersätze vom 01. Mai 2026 bis zum 30. Juni 2026 um 14,04 Cent pro Liter. Inklusive der darauf fälligen Umsatzsteuer ergeben sich Steuersenkungen von rund 17 Cent pro Liter. Händlerinnen und Händler sind nicht gesetzlich verpflichtet, die niedrigere Energiesteuer weiterzugeben. In welchem Umfang sich diese Maßnahme konkret auf die Preisentwicklung auswirkt, lässt sich anhand der dargestellten Veränderungsraten nicht bewerten, da die Preisentwicklung auch von weiteren Faktoren wie Nachfrage und Verfügbarkeit abhängt.

Die Ergebnisse für Mai 2026 gelten zunächst als vorläufig. Ab dem 05. Juni 2026 (endgültige Landesergebnisse) finden Sie auf unserer Fachseite ein umfangreiches und detailliertes Datenangebot zu den Verbraucherpreisen im Mai 2026. Mehr Zahlen erhalten Sie in der Tabelle im Downloadbereich.

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Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.