Eine Frau schiebt einen gut gefüllten Einkaufswagen durch einen Supermarkt

Hessisches Statistisches Landesamt

Inflationsrate in Hessen im Juli 2026 bei 2,7 Prozent

Die Verbraucherpreise in Hessen haben sich im Juli 2026 um 2,7 Prozent gegenüber Juli 2025 erhöht. Damit stieg die Inflationsrate erstmals seit März 2026 wieder an. Vor allem Kraftstoffe und Heizöl verteuerten sich infolge des anhaltenden Kriegs im Iran gegenüber Juni 2026 deutlich.

Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hat die Inflationsrate im Juli 2026 – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – in Hessen 2,7 Prozent betragen. Damit stieg die Inflationsrate erstmals seit März 2026 wieder an (damals: plus 2,9 Prozent). Im Mai hatte sie bei 2,6 Prozent und im Juni 2026 bei 2,3 Prozent gelegen.

Dieser Anstieg ist vor allem auf deutlich höhere Preise für Kraftstoffe und Heizöl zurückzuführen und wurde insbesondere durch den Krieg im Iran sowie das Auslaufen der bis Ende Juni befristeten Senkung der Energiesteuersätze für Kraftstoffe beeinflusst.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Juli 2026 um 0,7 Prozent.

Preise für Energie

Energie kostete im Juli 2026 durchschnittlich 5,8 Prozent mehr als im Juni 2026. Teurer als im Vormonat waren insbesondere Kraftstoffe (plus 12,3 Prozent) und Heizöl (plus 9,3 Prozent). Bei Dieselkraftstoff fiel der Preisanstieg mit 14,6 Prozent stärker aus als bei Superbenzin (plus 11,8 Prozent).

Im Vorjahresvergleich nahmen die Preise für Energie im Juli 2026 durchschnittlich um 8,8 Prozent zu. Inflationstreibend wirkten die starken Preisanstiege für Heizöl (plus 37,7 Prozent) und Kraftstoffe (plus 25,5 Prozent), wobei die Preise für Dieselkraftstoff um 29,9 Prozent und die für Superbenzin um 24,4 Prozent zunahmen. Ebenfalls überdurchschnittlich teurer waren Brennholz und Holzpellets, für die Verbraucherinnen und Verbraucher 9,0 Prozent mehr bezahlen mussten. Wie in den Monaten zuvor wirkten Erdgas (minus 7,5 Prozent) und Strom (minus 6,3 Prozent) inflationsdämpfend. Die Preise für Fernwärme sanken um 1,2 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise im Juli 2026 in Hessen um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Preise für Nahrungsmittel

Die Nahrungsmittelpreise sanken im Juli 2026 gegenüber Juni 2026 um 0,1 Prozent. Günstiger als im Vormonat war unter anderem Obst (minus 2,5 Prozent).

Nahrungsmittel kosteten 0,7 Prozent mehr als im Juli 2025. Damit stiegen ihre Preise deutlich schwächer als die Verbraucherpreise insgesamt und wirkten inflationsdämpfend. Die Teuerung im Nahrungsmittelbereich schwächte sich somit weiter ab. Merklich günstiger als im Vorjahresmonat waren Speisefette und -öle (minus 12,6 Prozent), darunter Butter (minus 22,8 Prozent). Auch Molkereiprodukte (minus 6,2 Prozent) kosteten deutlich weniger. Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (plus 4,7 Prozent) verteuerten sich indes überdurchschnittlich. Die Preise für Obst nahmen binnen Jahresfrist um 1,3 Prozent zu, die für Gemüse um 2,9 Prozent. Fleisch und Fleischwaren waren um 2,3 Prozent und Brot und Getreideerzeugnisse um 1,3 Prozent teurer.

Die Kerninflationsrate (Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie) sank im Juli 2026 auf 2,4 Prozent.

Preise für Waren

Die Preise für Waren stiegen im Juli 2026 im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent. Gegenüber Juli 2025 war eine Zunahme von 2,6 Prozent zu verzeichnen. Darunter stiegen die Preise für Verbrauchsgüter im Vergleich zum Vorjahresmonat durchschnittlich um 3,9 Prozent.

Die Preise für Gebrauchsgüter lagen im Juli 2026 um 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit stiegen sie deutlich schwächer als die Verbraucherpreise insgesamt und wirkten neben den Nahrungsmitteln inflationsdämpfend. Günstiger als im Juli 2025 waren etwa Fernsehgeräte (minus 15,3 Prozent) sowie Bekleidungsartikel (minus 2,0 Prozent). Teurer waren Computer (plus 10,1 Prozent) sowie Mobiltelefone (plus 7,6 Prozent).

Preise für Dienstleistungen

Die Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) stiegen im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt um 0,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen um 3,6 Prozent und wirkten somit inflationstreibend.

Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 8,4 Prozent) bezahlen. Auch für Flugtickets (plus 7,3 Prozent), Pauschalreisen (plus 5,6 Prozent) und Gaststättendienstleistungen (plus 2,9 Prozent) waren höhere Preise als im Juli 2025 fällig.

Das Preisniveau der Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) stieg im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Im Vergleich zu Juli 2025 stiegen die Preise um 1,7 Prozent an.

Hinweise:

Der Bundesgesetzgeber hat zum 01. Juli 2026 eine Senkung der Luftverkehrssteuer beschlossen. Die Steuersätze für Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge wurden je Fluggast um 2,50 bis 11,40 Euro gesenkt. Die Weitergabe der Steuersenkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher ist für die Luftfahrtunternehmen nicht verpflichtend.

Der Bundesgesetzgeber hatte eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe beschlossen: Für Benzin und Diesel reduzierten sich die Energiesteuersätze vom 01. Mai 2026 bis zum 30. Juni 2026 um 14,04 Cent pro Liter. Inklusive der darauf fälligen Umsatzsteuer ergaben sich Steuersenkungen von rund 17 Cent pro Liter. Händlerinnen und Händler waren nicht gesetzlich verpflichtet, die niedrigere Energiesteuer weiterzugeben.

In welchem Umfang sich beide Maßnahmen auf die Entwicklung der Flug- und Kraftstoffpreise ausgewirkt haben, lässt sich anhand der dargestellten Veränderungsraten nicht bewerten, da die Preisentwicklung auch von weiteren Faktoren abhängt.

Die hier dargestellten Ergebnisse für Juli 2026 sind vorläufig. Endgültige Ergebnisse werden ab dem 05. August 2026 auf unserer Fachseite veröffentlicht. Weitere vorläufige Ergebnisse stehen in der Tabelle im Downloadbereich zur Verfügung.

Die wichtigsten Konjunktur- und Wirtschaftsindikatoren für Hessen finden Sie kompakt zusammengefasst auf unserer Übersichtsseite.Öffnet sich in einem neuen Fenster

Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.

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