Die hessischen Kommunen haben nach vorläufigen Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamts im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 3,8 Milliarden Euro Gewerbesteuer eingenommen. Damit lagen die Gewerbesteuereinzahlungen um 217 Millionen Euro bzw. 6,0 Prozent über dem Wert des ersten Halbjahres 2025.
Im zweiten Quartal 2026 waren die Gewerbesteuereinnahmen mit 2,1 Milliarden Euro höher als im ersten Quartal mit 1,7 Milliarden Euro. Bezogen auf die Bevölkerung in Hessen entstand im ersten Halbjahr 2026 ein Gewerbesteueraufkommen von 610 Euro pro Kopf.
Trotz des hessenweiten Anstiegs verzeichnete die Mehrheit der Kommunen niedrigere Gewerbesteuereinzahlungen als im Vorjahreszeitraum. In 42,3 Prozent der hessischen Kommunen lagen die Einzahlungen über dem Wert des ersten Halbjahres 2025. Ein Jahr zuvor hatte dieser Anteil 54,4 Prozent betragen. Auch der Median, ein gegenüber Ausreißern robuster mittlerer Wert, sank um 4,8 Prozent auf 1,6 Millionen Euro. Der hessenweite Zuwachs bei den Gewerbesteuereinzahlungen wurde somit von vergleichsweise wenigen Kommunen getragen.
Frankfurt am Main, Kassel und Eschborn mit den höchsten Steigerungen
Die höchsten absoluten Zuwächse gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 verzeichneten Frankfurt am Main (plus 248 Millionen Euro), die documenta-Stadt Kassel (plus 73 Millionen Euro) und Eschborn (plus 54 Millionen Euro). Frankfurt am Main und Kassel hatten im Vorjahresvergleich noch zu den Städten mit den größten Rückgängen gehört.
Den stärksten Rückgang der Gewerbesteuereinzahlungen verzeichnete Battenberg (Eder) mit einem Minus von 107 Millionen Euro, was auf einen außergewöhnlich hohen Wert im ersten Halbjahr 2025 zurückzuführen ist. Es folgten die Landeshauptstadt Wiesbaden (minus 31 Millionen Euro) und die Wissenschaftsstadt Darmstadt (minus 21 Millionen Euro).
Die höchsten Gewerbesteuereinzahlungen entfielen wie im Vorjahr im ersten Halbjahr 2026 auf Frankfurt am Main mit rund 1,6 Milliarden Euro, gefolgt von Wiesbaden (207 Millionen Euro) und Eschborn (173 Millionen Euro).
Hinweise:
Bei den betrachteten Gewerbesteuereinzahlungen handelt es sich um die Gewerbesteuervorauszahlungen (brutto) ohne Abzug der Gewerbesteuerumlage.
Der Median stellt den Mittelpunkt im gesamthessischen Datensatz für die Kommunen dar, wenn man die Gewerbesteueraufkommen der Größe nach sortiert. Er teilt die hessischen Kommunen nach der Höhe ihrer Gewerbesteuereinzahlungen in zwei gleich große Gruppen. Anders als der Durchschnitt wird er kaum durch einzelne außergewöhnlich hohe oder niedrige Werte beeinflusst und ist somit robust gegenüber Ausreißern.
Bei der Pro-Kopf-Betrachtung wurden die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell vorliegenden Bevölkerungszahlen zum Stichtag 31. Dezember 2025 verwendet.
Mehr Zahlen erhalten Sie in unserer Tabelle zu den „Einzahlungen aus der Gewerbesteuer (brutto) der hessischen Gemeinden 2021 bis 2026 Quartals-, Halbjahres- und Jahressummen“.
Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.