Bücherregal, Eine Person räumt ein Buch ein

Hessisches Statistisches Landesamt

Fast 11 Prozent weniger neue duale Auszubildende als vor zehn Jahren

Im Jahr 2025 haben in Hessen 32.900 Personen eine duale Ausbildung begonnen. Das waren 3,0 Prozent weniger als 2024 und 10,5 Prozent weniger als 2015. In den sogenannten Engpassberufen, also Berufen mit hohem Fachkräftemangel, sank die Zahl der neuen Auszubildenden im Schnitt um 4,4 Prozent gegenüber 2024. Besonders betroffen war darunter die „Hotellerie“ mit einem Rückgang um fast ein Viertel.

In Hessen haben im Jahr 2025 insgesamt 32.900 Personen einen Vertrag für eine duale Berufsausbildung abgeschlossen. Damit erlernten diese jungen Menschen ihren Beruf parallel im Betrieb und in der Berufsschule. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2015 nahm die Zahl der Ausbildungsanfängerinnen und Ausbildungsanfänger um 10,5 Prozent ab.

Rückgang der dualen Ausbildungsverträge in neun von 15 Engpassberufen

Um dem Mangel an Fachkräften zu begegnen, ist die Ausbildung junger Nachwuchskräfte ein wichtiger Faktor. Die Bundesagentur für Arbeit bewertet mit ihrer EngpassanalyseÖffnet sich in einem neuen Fenster jährlich, in welchen Berufsgruppen besonders viele Fachkräfte fehlen. Für Hessen stellte sie 2025 in 16 Berufsgruppen einen Engpass für Fachkräfte fest, 15 davon werden über die Berufsbildungsstatistik erfasst. In diesen 15 Berufsgruppen sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge durchschnittlich um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt verzeichneten neun der 15 Berufsgruppen gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von Ausbildungsanfängerinnen und Ausbildungsanfängern. In fünf Berufsgruppen entwickelte sich die Zahl der neuen Auszubildenden gegenüber 2024 positiv, in einer blieb sie gleich.

In der „Hotellerie“ sank die Zahl der neuen Auszubildenden gegenüber 2024 unter allen Engpassberufen am deutlichsten: 2025 startete in dieser Berufsgruppe knapp ein Viertel weniger Personen (minus 24,0 Prozent) eine Ausbildung als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2015 schlossen Hotelbetriebe und Auszubildende 45,9 Prozent weniger neue Verträge ab. Zu den Engpassberufen mit einer positiven Entwicklung bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen gehörte 2025 der „Tiefbau“. Dort starteten rund 9,2 Prozent mehr Personen eine Ausbildung als 2024 und 52,4 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Im „Verkauf von Lebensmitteln“ lag die Zahl der Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger 14,7 Prozent höher als 2024, jedoch 39,4 Prozent niedriger als 2015.

Im Zehnjahresvergleich mit 2015 war der Rückgang in der Berufsgruppe „Kunststoff, Kautschukherstellung, -verarbeitung“ unter allen hessischen Engpassberufen am stärksten: Dieser verzeichnete 2025 nur halb so viele Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger wie noch 2015 (minus 52,4 Prozent). Zuletzt stiegen aber auch in dieser Berufsgruppe die Ausbildungszahlen leicht um 3,1 Prozent gegenüber 2024.

Knapp ein Fünftel weniger neue duale Auszubildende als vor zehn Jahren im größten Ausbildungsbereich „Industrie und Handel“

Mehr als die Hälfte (56,7 Prozent) der neuen dualen Ausbildungsverträge in Hessen wurden im Ausbildungsbereich „Industrie und Handel“ geschlossen. Dort begannen 5,2 Prozent weniger Personen eine Ausbildung als 2024 und 18,6 Prozent weniger als 2015. Im „Handwerk“, dem zweitgrößten dualen Ausbildungsbereich mit einem Anteil von 28,9 Prozent an allen Ausbildungsanfängerinnen und -anfängern in Hessen, stieg die Zahl 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent (plus 2,6 Prozent gegenüber 2015).

Noch stärker als in „Industrie und Handel“ sank 2025 die Zahl der Vertragsabschlüsse im drittgrößten Ausbildungsbereich der „Freien Berufe“ (Anteil: 8,9 Prozent), zu dem beispielsweise Arztpraxen oder Anwaltskanzleien zählen: Dort begannen 7,0 Prozent weniger Personen eine Ausbildung als 2024 (plus 1,7 Prozent gegenüber 2015).

Insgesamt befanden sich 87.100 Personen im Jahr 2025 in einer dualen Ausbildung in Hessen. Dies bedeutete einen Rückgang um 0,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Von allen Auszubildenden waren 35,1 Prozent Frauen und 64,9 Prozent Männer. Ihre Abschlussprüfungen bestanden 23.300 Auszubildende in Hessen im Jahr 2025, davon waren 62,8 Prozent Männer und 37,2 Prozent Frauen.

Hinweise:

Die Definition der Engpassberufe orientiert sich an der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für ArbeitÖffnet sich in einem neuen Fenster. Bei der Bestimmung eines Engpasses wird beispielsweise berücksichtigt, ob es im jeweiligen Beruf verhältnismäßig viele unbesetzte Stellen gibt oder wie lange es durchschnittlich dauert, diese zu besetzen.

In dieser Pressemitteilung werden nur Engpassberufe betrachtet, für die eine duale Berufsausbildung angeboten wird. Zu den Engpassberufen gehören darüber hinaus nach Analyse der Bundesagentur für Arbeit auch die Pflegeberufe. Anders als die in der Berufsbildungsstatistik erfassten Ausbildungsberufe ist die Pflegeausbildung im Pflegeberufegesetz geregelt und wird statistisch gesondert erfasst. Die Ausbildung zur Pflegefachkraft wurde zum 1. Januar 2020 in Deutschland neu eingeführt und hat nach und nach die bisherigen Ausbildungsberufe in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege ersetzt. Hierdurch liegen keine Daten für einen Zehnjahresvergleich vor. Aktuelle Zahlen zum Thema Pflegeberufe finden Sie in unserer Pressemitteilung „Ausbildung in der Pflege: Knapp 5 Prozent mehr Anfängerinnen und Anfänger als im Vorjahr“ vom 26. März 2026.

Mehr Zahlen zur dualen Berufsausbildung erhalten Sie in unseren Tabellen „Auszubildende in Hessen 2025 nach Ausbildungsbereichen“Öffnet sich in einem neuen Fenster und „Auszubildende und Prüfungen in Hessen seit 1980“Öffnet sich in einem neuen Fenster.

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