Sie ist unsichtbar, aber ein ständiger Begleiter im Alltag: Energie wird in fast allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen benötigt. Der hessische Endenergieverbrauch, also die Gesamtmenge der in Hessen verwendeten Energie, ist 2024 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben. Insgesamt wurden in Hessen 725 Petajoule Endenergie genutzt, 0,1 Prozent mehr als 2023.
Das geht aus dem gerade erschienenen Bericht „Daten zur Energiewirtschaft in Hessen, Ausgabe 2026“ hervor, den das Hessische Statistische Landesamt gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum erstellt hat.
Energiebedarf des Verkehrssektors am höchsten
Der größte Teil des Endenergiebedarfs in Hessen entfiel 2024 auf den Verkehrssektor (49,1 Prozent), gefolgt vom Sektor „Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ (37,7 Prozent) und der Industrie (13,2 Prozent).
Im Langzeitvergleich zeigen sich Unterschiede zwischen den drei Sektoren. Im Verkehrsbereich stieg der Endenergieverbrauch in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich an – mit Ausnahme der Pandemiejahre 2020 bis 2022, in denen umfassende Mobilitätseinschränkungen den verkehrsbedingten Endenergieverbrauch deutlich senkten. Im Jahr 2024 lag er um 45,4 Petajoule bzw. 14,6 Prozent höher als 1990. In den anderen beiden Sektoren entwickelte sich der Endenergieverbrauch im Langzeitvergleich rückläufig. Der Sektor „Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ verbrauchte 2024 insgesamt 29,7 Petajoule bzw. 9,8 Prozent weniger Endenergie als 1990. Noch deutlicher war der Rückgang bei der hessischen Industrie: Zwischen 1990 und 2024 reduzierte sich ihr Endenergieverbrauch um 40,8 Petajoule bzw. 29,8 Prozent.
Mehr als die Hälfte der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
Die hessische Bruttostromerzeugung betrug 2024 insgesamt 16,9 Terawattstunden. Davon bestanden 56,8 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern. Innerhalb der erneuerbaren Stromerzeugung hatte Windkraft mit 51,7 Prozent den größten Anteil. Danach folgten Photovoltaik mit 26,1 Prozent und Biogas mit 8,7 Prozent.
Weitere Anteile an der gesamten Bruttostromerzeugung entfielen auf Erdgas mit 27,9 Prozent, Kohle mit 6,0 Prozent sowie sonstige Energieträger mit 9,2 Prozent.
Damit in Hessen der Stromverbrauch im Jahr 2024 vollständig abgedeckt werden konnte, waren Stromimporte aus benachbarten Bundesländern von 17,6 Terawattstunden erforderlich. Diese machten mehr als die Hälfte (51,0 Prozent) am hessischen Bruttostromverbrauch aus.
Hinweise:
Der Endenergieverbrauch ist die Summe aller Energieträger, mit denen unmittelbar Nutzenergie (z. B. Licht, Wärme oder Antriebsenergie) erzeugt wird. Deswegen umfasst die Darstellung nur diejenigen erneuerbaren Energieträger, die z. B. als Brennholz oder beigemischter Biokraftstoff unmittelbar genutzt wurden. Dagegen bleiben die für die Strom- und Fernwärmeerzeugung eingesetzten Energieträger – in erster Linie erneuerbare Energien und Erdgas – unberücksichtigt, um eine Doppelzählung zu vermeiden.
Die Bruttostromerzeugung umfasst die gesamte in Stromerzeugungsanlagen erzeugte elektrische Arbeit. Darin ist auch der elektrische Eigenbedarf der Kraftwerke enthalten.
Der Bruttostromverbrauch ist die gesamte verbrauchte elektrische Arbeit, dazu gehören die Bruttostromerzeugung sowie der Stromaustauschsaldo (Stromimporte minus Stromexporte). In Hessen ist der Stromaustauschsaldo überwiegend von Importen bestimmt.
Joule ist in der amtlichen Statistik die Standardeinheit für den Energieverbrauch. 1 Petajoule entspricht 1 Billiarde (10¹⁵) Joule. Die Menge der Stromerzeugung wird in Wattstunden ausgewiesen. 1 Terrawattstunde sind 1 Billion (10¹²) Wattstunden.
Mehr Zahlen erhalten Sie im Bericht „Daten zur Energiewirtschaft, Ausgabe 2026“ zum Download. Er bietet einen fundierten Einblick in die hessische Energiestatistik. Da in die Berechnung dieser Zahlen verschiedene Quellen einfließen, ist der aktuelle Datenstand im Bericht das Jahr 2024.
Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite.