Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden in Hessen sind im Jahr 2025 – gemessen an den Preisindizes für Bauwerke – durchschnittlich um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, verstärkte sich der Preisanstieg somit wieder. Im Jahr 2024 hatte die Veränderungsrate bei 2,4 Prozent gelegen. Der Preisanstieg im Jahr 2025 fiel allerdings geringer aus als in den Jahren 2022 (plus 13,8 Prozent) und 2023 (plus 8,7 Prozent).
Die Bauleistungen umfassen neben den Lohnkosten weitere Kosten, die zur Erbringung der Leistung erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem Transport- und Materialkosten. Sowohl die Löhne im Baugewerbe als auch die Rohstoff- und Energiepreise beeinflussen daher die Entwicklung der Baupreise.
Preise für Rohbauarbeiten
Für den Bau von Wohngebäuden verteuerten sich die Rohbauarbeiten 2025 um 3,4 Prozent gegenüber 2024. Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten und auch am Gesamtindex für den Neubau von Wohngebäuden haben Betonarbeiten und Mauerarbeiten. Sowohl Betonarbeiten als auch Mauerarbeiten verteuerten sich im Vergleich zum Jahr 2024 um 2,8 Prozent.
Den stärksten Preisanstieg im Bereich des Rohbaus um durchschnittlich 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gab es bei Zimmer- und Holzbauarbeiten, gefolgt von Abdichtungsarbeiten, die um 5,2 Prozent teurer wurden. Mehr als im Vorjahr kosteten 2025 auch Erdarbeiten (plus 4,3 Prozent), Klempnerarbeiten (plus 4,0 Prozent) sowie Dachdeckungsarbeiten (plus 3,9 Prozent). Lediglich Gerüstarbeiten kosteten weniger als im Vorjahr (minus 0,4 Prozent).
Preise für Ausbauarbeiten
Die Preise für Ausbauarbeiten bei Wohngebäuden stiegen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent. Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen hatten den größten Anteil an den Ausbauarbeiten bei Wohngebäuden. Dementsprechend hatten diese Anlagen mit einer Teuerung von 5,6 Prozent den größten Einfluss auf die Preissteigerung der Ausbauarbeiten.
Der stärkste Preisanstieg im Bereich der Ausbauarbeiten war für Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen (plus 8,5 Prozent) zu verzeichnen, gefolgt von Rollladenarbeiten (plus 6,6 Prozent). Die Preise für den Einbau von Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen erhöhten sich um 6,5 Prozent, für Wärmedämm-Verbundsysteme um 6,0 Prozent. Überdurchschnittlich mehr musste auch für die Gebäudeautomation (plus 5,7 Prozent) und für den Einbau von Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnischen Anlagen (plus, 4,9 Prozent) bezahlt werden. Ebenfalls stiegen die Preise für Putz- und Stuckarbeiten (plus 4,2 Prozent), Tischlerarbeiten (plus 3,9 Prozent) und Trockenbauarbeiten (plus 3,1 Prozent). Aufzugsanlagen, Fahrtreppen, Fahrsteige, Förderanlagen kosteten 2,0 Prozent weniger als im Vorjahr.
Preise für weitere Bauwerksarten
Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) nahmen gegenüber 2024 um 4,0 Prozent zu. Einen größeren Preisanstieg um 4,3 Prozent verzeichneten 2025 die Bauleistungen für Außenanlagen für Wohngebäude.
Der Neubau von Bürogebäuden verteuerte sich mit 4,1 Prozent etwas stärker als der Neubau von Wohngebäuden, während Gewerbliche Betriebsgebäude mit einem Anstieg von durchschnittlich 3,9 Prozent gleichauf mit der Entwicklung bei Wohngebäuden lagen. Für den Straßenbau mussten um 4,2 Prozent höhere Preise gezahlt werden. Brücken im Straßenbau kosteten 3,1 Prozent mehr als 2024.
Hinweise:
Alle Preisentwicklungen beziehen sich auf Preise für Bauleistungen einschließlich Umsatzsteuer. Die Berechnungsgrundlage hierfür bilden Preise für Bauleistungen ohne Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer wird automatisiert hinzugerechnet.
Die Baupreisindizes werden aktuell auf der Indexbasis 2021 = 100 berechnet. Dieser Berechnung liegen Wägungsschemata zugrunde, die die Bauweise im Basisjahr 2021 widerspiegeln.
Mehr Zahlen zum Thema erhalten Sie in der Tabelle im Anhang. Weitere aktuelle Tabellen mit Preisindizes für Bauwerke in Hessen stehen auf unserer Fachseite bereit. Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Preisindizes für Bauwerke in Hessen (vierteljährlich)“Öffnet sich in einem neuen Fenster. Regionale Ergebnisse stehen nicht zur Verfügung.
Die wichtigsten Konjunktur- und Wirtschaftsindikatoren für Hessen finden Sie kompakt zusammengefasst auf unserer ÜbersichtsseiteÖffnet sich in einem neuen Fenster.