Zahl des Monats April 2026: 16,4 Prozent – weibliche Studierende im Wintersemester 1948/49

Hessisches Statistisches Landesamt

Anteil der Studentinnen seit dem Wintersemester 1948/49 mehr als verdreifacht

Seit 1946 stellt das Hessische Statistische Landesamt verlässliche Daten für Politik, Wirtschaft und Verwaltung bereit und ist ein Grundbaustein der hessischen Demokratie. Mit der Zahl des Monats blicken wir im Jubiläumsjahr 2026 regelmäßig auf interessante Daten aus den vergangenen 80 Jahren zurück. Im April im Fokus: die Studierendenzahlen und der Frauenanteil seit dem Wintersemester 1948/49.

Im April startet das Sommersemester 2026 an hessischen Hochschulen. Den langen Weg zu einem ausgeglichenen Verhältnis von Frauen und Männern unter hessischen Studierenden zeigt dazu passend unsere Zahl des Monats. Im Wintersemester 1948/49 waren 16,4 Prozent Frauen (rund 1.700 Personen) unter den damals insgesamt knapp 10.300 an hessischen Hochschulen eingeschriebenen Personen gewesen. Bis zum Wintersemester 2025/26 ist der Anteil von Frauen im Studium mit knapp 122.600 Personen auf gut die Hälfte (51,0 Prozent) der insgesamt rund 240.300 Studentinnen und Studenten an hessischen Hochschulen gestiegen.

In den 1950er- und 1960er-Jahren war die Zahl der an den Hochschulen eingeschriebenen Personen mit durchschnittlich 5,5 beziehungsweise 6,9 Prozent Wachstum pro Jahr stark angestiegen. Insbesondere das Wintersemester 1962/63 hatte mit einem Plus von 19,9 Prozent oder gut 4.500 Personen auf insgesamt rund 27.300 Studierende gegenüber dem vorangegangenen Wintersemester ein außergewöhnliches Wachstum verzeichnet. Der Grund dafür war unter anderem ein starker Ausbau der Hochschulen in dieser Phase. Dabei waren immer mehr Frauen an hessische Universitäten und Hochschulen geströmt. Die Zahl der Frauen an hessischen Hochschulen war in diesem Semester gegenüber dem Wintersemester 1961/62 um 44,6 Prozent beziehungsweise gut 2.000 Personen auf rund 6.700 nach oben geschnellt. Im Wintersemester 1962/63 war bereits knapp jede vierte studierende Person (24,7 Prozent) in Hessen weiblich gewesen.

Ab dem Wintersemester 1981/82 mehr als 100.000 Personen an hessischen Hochschulen eingeschrieben

In den 1970er-Jahren war die Zahl der Studierenden an Universitäten und Hochschulen in Hessen um durchschnittlich 4,4 Prozent pro Jahr gewachsen, insbesondere in den frühen 1970er-Jahren waren hohe Wachstumsraten von bis zu 8,3 Prozent zu beobachten. Im Jahr 1971 waren durch den Zusammenschluss der ehemaligen Ingenieurschulen und der Höheren Fachschulen die Fachhochschulen gegründet worden. Diese hatten zum Wintersemester 1971/72 ihren Lehrbetrieb aufgenommen, was zu einem sprunghaften Anstieg der Studierendenzahlen in den Folgejahren geführt hatte. Ab diesem Zeitpunkt wurde somit eine größere Menge von Personen statistisch als Studierende erfasst. Im Wintersemester 1978/79 waren an hessischen Hochschulen von rund 84.700 Immatrikulierten rund 28.500 Frauen gewesen, ab diesem Zeitpunkt war mehr als jede dritte studierende Person in Hessen eine Frau.

Auch in den 1980er-Jahren war die Studierendenzahl weiter um durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr gestiegen. Im Wintersemester 1981/82 waren erstmals mehr als 100.000 Personen in Hessen immatrikuliert gewesen. Dabei war auch der Anteil der Studentinnen weiter angewachsen. Von den insgesamt gut 100.100 Studierenden im Wintersemester 1981/82 waren 35,9 Prozent oder knapp 36.000 Personen Frauen gewesen.

Zu Beginn der 1990er-Jahre waren nach der deutschen Wiedervereinigung hohe Wachstumsraten zu beobachten gewesen und die Studierendenzahl war erstmals auf mehr als 150.000 gestiegen. Im Wintersemester 1990/91 hatte sich die Zahl der Studierenden um 10,4 Prozent auf rund 150.600 Personen vergrößert. Diese Entwicklung war rasch abgeflacht und ab der Mitte der 1990er-Jahre war die Zahl der Studierenden leicht geschrumpft. Das Verhältnis von Frauen und Männern unter den Studierenden hatte sich dabei immer weiter angeglichen. Von den rund 149.000 Studierenden im Wintersemester 1999/2000 waren mit knapp 64.800 Personen 43,5 Prozent Frauen gewesen.

Ab dem Wintersemester 2022/23 mehr Frauen als Männer im Studium

Erst ab der Jahrtausendwende war die Zahl der Immatrikulierten wieder kräftiger gestiegen – jedoch nur kurz. Im Wintersemester 2003/04 hatte die Studierendenzahl bei knapp 177.800 Personen gelegen. Aufgrund der Einführung eines Verwaltungskostenbeitrags für die Studierenden war sie im Wintersemester 2004/05 gegenüber dem vorangegangenen Wintersemester um 10,0 Prozent auf insgesamt rund 160.000 Studierende eingebrochen. Sie hatte auch in den folgenden Semestern nur ein geringes Wachstum verzeichnet (WS 2005/06: 2,0 Prozent; WS 2006/07: 0,2 Prozent) und war im Wintersemester 2007/08 aufgrund der Einführung von Langzeitstudiengebühren gegenüber dem Wintersemester 2006/07 erneut um 7,6 Prozent auf insgesamt gut 151.000 Studierende gesunken. Erst mit der Zurücknahme der Langzeitstudiengebühren zum Wintersemester 2008/09 stieg die Zahl der Studierenden wieder an und war in den folgenden Semestern zunächst kräftig (WS 2008/09: 13,4 Prozent), dann langsamer (WS 2019/20: 0,9 Prozent) gestiegen. Im Wintersemester 2019/20 hatte die Zahl der Studierenden bei gut 264.600 Personen gelegen.

Ihren bisherigen Höchststand hatte die Zahl der an hessischen Hochschulen eingeschriebenen Personen mit rund 266.900 im Wintersemester 2020/21 erreicht. Seitdem studieren weniger Menschen in Hessen. Im Wintersemester 2022/23 befanden sich mit 128.300 Personen (50,1 Prozent) erstmals mehr Frauen als Männer im Studium an hessischen Hochschulen. Im Wintersemester 2025/26 lag der Frauenanteil bei 51,0 Prozent.

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