Münzstapel mit unterschiedlich vielen Münzen nach Höhe gestapelt

Hessisches Statistisches Landesamt

Hessinnen und Hessen konsumierten im Corona-Jahr 2020 weniger

Der Konsum der hessischen Privathaushalte ist im Corona-Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent auf 20 970 Euro je Einwohnerin und Einwohner gesunken. Damit war der Rückgang in Hessen so groß wie in Gesamtdeutschland, allerdings lag das Niveau in Hessen höher. Die Sparquote stieg deutlich: 2020 sparten Hessinnen und Hessen 16,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens.

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Der Konsum der hessischen Privathaushalte sank im Corona-Jahr 2020 gegenüber 2019 um 5,3 Prozent oder 1 190 Euro auf 20 970 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Das zeigen aktuelle Ergebnisse des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“. Damit war die Entwicklung in Hessen gleichauf mit Gesamtdeutschland (minus 5,3 Prozent). Gleichzeitig lagen die Konsumausgaben in Hessen um 2,1 Prozent über dem Länderdurchschnitt (20 540 Euro). Bereinigt um die Steigerung der Verbraucherpreise im Jahr 2020 nahm der Konsum pro Kopf in Hessen um 5,8 Prozent ab (Deutschland: minus 5,9 Prozent).

Die Pandemie hat den Konsum auf mehrere Arten beeinflusst, z. B. durch die Einschränkungen im Handel oder in der Gastronomie, durch negative wirtschaftliche Erwartungen, zum Teil aber auch durch Angebotsengpässe. Dies führte dazu, dass sich der Konsum gegenüber dem Vorjahr mit minus 5,3 Prozent deutlich schwächer entwickelte als das verfügbare Einkommen pro Kopf (Hessen: plus 0,3 Prozent, Deutschland: plus 0,7 Prozent).

Sparen

Konsum ist eine von zwei Möglichkeiten, wie private Haushalte ihr verfügbares Einkommen verwenden können. Die andere ist Sparen. Im Jahr 2020 betrug das verfügbare Einkommen je Einwohnerin und Einwohner in Hessen 24 450 Euro (Deutschland: 23 750 Euro). Mit 20 970 Euro konsumierten die Hessinnen und Hessen 85,8 Prozent ihres verfügbaren Einkommens (Deutschland: 86,5 Prozent).

Die Konsumzurückhaltung der Hessinnen und Hessen führte zum deutlichen Anstieg des Sparens (14,2 Prozent des verfügbaren Einkommens bzw. 3 480 Euro pro Kopf). Da die Zunahme der betrieblichen Versorgungsansprüche (betriebliche Altersvorsorge) ebenfalls zum Sparen zugerechnet wird, lag die Gesamtsumme bei 4 260 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Daraus resultiert eine Sparquote von 16,9 Prozent. Die Sparquote ist der Anteil des gesamten Sparens am verfügbaren Einkommen zuzüglich der Zunahme der betrieblichen Versorgungsansprüche. Bundesweit wiesen nur Bayern (17,8 Prozent) und Baden-Württemberg (17,6 Prozent) höhere Sparquoten als Hessen auf.

Diese und weitere aktuelle Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen finden Sie im interaktiven VGR-DashboardÖffnet sich in einem neuen Fenster. In unserer ÜbersichtsgrafikÖffnet sich in einem neuen Fensterfinden Sie zudem die Entwicklung der Sparquote und der privaten Konsumausgaben ab dem Jahr 2011.

Hinweise

Um die Sparquote zu berechnen, werden der Teil des verfügbaren Einkommens, der nicht für Konsum ausgegeben wird, und der Betrag, um den die betrieblichen Versorgungsansprüche zugenommen haben, addiert. Das Ergebnis wird durch das verfügbare Einkommen und die Zunahme der betrieblichen Versorgungsansprüche geteilt.