Zensus

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Zensus
Zensus; Volkszählung

Der Zensus ist eine registergestützte und durch eine Stichprobe ergänzte, anonymisierte Volkszählung, die auch eine Gebäude- und Wohnungszählung umfasst und zuletzt zum Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführt wurde. Von der Europäischen Union angeordnet, wird künftig alle zehn Jahre ein Zensus durchgeführt. Dieses Verfahren löst die in Deutschland bis 1987 durchgeführten Volkszählungen, die als Befragungen in allen Haushalten stattgefunden haben, ab. Damit die Ergebnisse auch auf europäischer Ebene vergleichbar sind, müssen alle Mitgliedstaaten einen festgelegten Mindestumfang von Merkmalen liefern.

Der Zensus hat das Ziel, eine möglichst genaue Momentaufnahme von Basisdaten zur Bevölkerung, zur Erwerbstätigkeit und zur Wohnsituation zu liefern. Primäres Ziel ist die Feststellung der amtlichen Einwohnerzahlen Hessens bzw. Deutschlands. Ob Länderfinanzausgleich, die Einteilung der Bundestagswahlkreise, die Stimmenverteilung der Bundesländer im Bundesrat oder die Sitze Deutschlands im Europaparlament – all das hängt von aktuellen Einwohnerzahlen ab. Aber auch die kommunale Politik erfordert verlässliche und aktuelle Zahlen zur Bevölkerung, zum Erwerbsleben und zur Wohnsituation, um z. B. planen zu können, wie viele Kindergärten, Schulen oder Seniorenwohnheime benötigt werden. Das Besondere an den Zensusergebnissen ist daher, dass sie sehr kleinräumige Auswertungen ermöglichen. Die Ergebnisse für Gebäude und Wohnungen können von Kommunen, die über eine abgeschottete Statistikstelle verfügen, sogar für einzelne Straßenzüge ausgewertet werden.

Im Jahr 2011 wurde in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ein Zensus durchgeführt. Für Deutschland war dieser Zensus die erste bundesweite Volks- und Wohnungszählung seit der Wiedervereinigung. Volkszählungen fanden hierzulande zuletzt 1987 im früheren Bundesgebiet und 1981 in der ehemaligen DDR statt. Der nächste Zensus ist für das Jahr 2021 geplant.

Beim Zensus im Jahr 2011 gab es zu den bisher in Deutschland durchgeführten Volkszählungen einen grundlegenden Methodenwechsel. Die traditionelle Form einer Vollbefragung der Bevölkerung wurde – vor allem aus Kosten- und Akzeptanzgründen – durch ein überwiegend registergestütztes Verfahren ersetzt. In diesem Verfahren wurden vorhandene Daten aus Verwaltungsregistern genutzt und insbesondere mit einer ergänzenden Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis, einer Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen, einer Gebäude- und Wohnungszählung sowie einer automatisierten Haushaltegenerierung kombiniert. Dieses Verfahren wird auch beim Zensus 2021 wieder angewendet.

Der Zensus 2011 setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

Gebäude- und Wohnungszählung

In Hessen wurden knapp 1,47 Millionen Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden und Wohnungseigentum durch das Hessische Statistische Landesamt schriftlich befragt. Im Fragebogen wurden Informationen zu Gebäudeart, Baujahr, Größe und Raumzahl sowie Ausstattung oder Nutzungsart abgefragt. Die Auskünfte konnten sowohl auf dem postalischen Weg als auch online erteilt werden.

Haushaltebefragung

Rund 12 % der hessischen Bevölkerung wurden in die Haushaltebefragung einbezogen. Nach einem Zufallsverfahren wurden Anschriften für die Haushaltebefragung ausgewählt und alle Personen an diesen ausgewählten Anschriften befragt. Alle Daten wurden dabei streng anonymisiert und sind nicht mehr auf bestimmte Haushalte rückvollziehbar. Der Fragenkatalog umfasste z. B. Alter, Geschlecht und Familienstand, Staatsangehörigkeit, Migrationshintergrund sowie Bildung und Berufstätigkeit. Die Angabe zum Religionsbekenntnis war dagegen freiwillig.