Zensus 2022

Der nächste Zensus wird in das Jahr 2022 verschoben. Das Gesetz zur Verschiebung ist am 10. Dezember 2020 in Kraft getreten. Neuer Stichtag ist der 15. Mai 2022. Die Verschiebung erfolgt aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, die auch die Vorbereitungen des Zensus in der öffentlichen Verwaltung betrafen. Ursprünglich sollte der Zensus im Jahr 2021 durchgeführt werden.

Die Arbeiten zur Vorbereitung der umfangreichsten statistischen Erhebung in Deutschland waren in Folge der Corona-Pandemie zeitweise nur eingeschränkt möglich. Beschäftigte vieler Kommunen und auch der statistischen Ämter wurden für andere Aufgaben wie die Unterstützung der Gesundheitsämter eingesetzt. Auch aktuell werden Beschäftigte aus der öffentlichen Verwaltung zum Beispiel wieder für die Kontaktnachverfolgung abgestellt.

Im Zensus 2022 wird zur Einwohnerzahlermittlung auf die Daten der Melderegister zurückgegriffen. Zur Erhebung von Informationen, die nicht in Registern verfügbar sind sowie zur Qualitätssicherung der Melderegisterangaben, sind dennoch Stichprobenerhebungen erforderlich, deren Vorbereitung unter geltenden Pandemie-Bedingungen nicht möglich war. So konnten beispielsweise die vor Ort für die Befragung zuständigen Erhebungsstellen in Folge der Einschränkungen durch die Pandemie nicht wie geplant eingerichtet werden.

Mit dem anstehenden Zensus nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die seit 2011 alle zehn Jahre stattfindet. Die EU verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Erfassung der amtlichen Bevölkerungszahlen sowie weiterer Zensusmerkmale. Um die Verpflichtungen für das von der EU geforderte Jahr 2021 zu erfüllen, werden die Ergebnisse des Zensus 2022 für die Lieferungen an die EU auf den 31. Dezember 2021 zurückgerechnet.

Mit dem Zensus wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Um verlässliche Basiszahlen für Planungen zu haben, ist eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl notwendig. In erster Linie werden hierfür Daten aus Verwaltungsregistern genutzt, sodass die Mehrheit der Bevölkerung keine Auskunft leisten muss.

Beim Zensus 2022 wird sich der Stichprobenumfang für die Personenerhebung/Einwohnerzahlermittlung auf etwa 11 % der Einwohnerinnen und Einwohner belaufen. Das bedeutet für Hessen, dass rund 750 000 Einwohnerinnen und Einwohner befragt werden. Im Rahmen des Zensus findet auch eine bundesweite Gebäude- und Wohnungszählung statt, bei der alle Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Verwalterinnen und Verwalter von Wohnraum zu Gebäuden und Wohnungen befragt werden.