Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen in Hessen

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Teaserbild für den Fachbereich Gesunheitsökonomische Gesamtrechnungen. Stetoskop liegt auf einem Blatt mit Balkendiagrammen

Bei den Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen (GGR) handelt es sich um Rechenwerke, die sich mit Fragestellungen der Gesundheitswirtschaft beschäftigen. Sie setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

Gesundheitsausgabenrechnung (GAR)

Die Gesundheitsausgabenrechnung (GAR) der Länder bildet die Ausgaben für Waren und Dienstleistungen im Gesundheitswesen nach Ausgabenträgern ab. Zu den Gesundheitsausgaben zählen alle Käufe von Waren und Dienstleistungen, die zum Zweck der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege getätigt werden sowie die Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Räumlich bezieht sich die Erfassung der Gesundheitsausgaben auf die Käufe der inländischen Bevölkerung. Inhaltlich werden nur die Transaktionen für die letzte Verwendung erfasst. Ein direkter Patientenbezug muss daher im Regelfall gegeben sein. Nicht dargestellt werden hier die Ausgaben zu Einkommensleistungen, Leistungen zum Ausgleich krankheitsbedingter Folgen sowie Leistungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen.

In der GAR wird zwischen 8 Ausgabenträgern unterschieden. Dazu zählen alle öffentlichen und privaten Institutionen, die Leistungen für die Gesundheit finanzieren. Dies sind die Öffentlichen Haushalte, die Gesetzliche Krankenversicherung, die Soziale Pflegeversicherung, die Gesetzliche Rentenversicherung, die Gesetzliche Unfallversicherung, die Private Krankenversicherung, die Arbeitgeber sowie die privaten Haushalte und die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck.

Gesundheitspersonalrechnung (GPR)

Die Gesundheitspersonalrechnung (GPR) der Länder stellt die im Gesundheitswesen (einschließlich Vorleistungseinrichtungen) tätigen Beschäftigten nach Einrichtungsarten, Geschlecht und in Form von Vollzeitäquivalenten dar. Die Einrichtungsarten des Gesundheitswesens umfassen Gesundheitsschutz, ambulante Einrichtungen, stationäre und teilstationäre Einrichtungen, Rettungsdienste, Vorleistungseinrichtungen, Verwaltung und sonstige Einrichtungen.

Im Rahmen der GPR werden Beschäftigte insgesamt, weibliche Beschäftigte und Vollzeitäquivalente berechnet. Unter Beschäftigten werden in der GPR Beschäftigungsverhältnisse verstanden. Somit werden Personen mit mehreren Arbeitsverhältnissen im Gesundheitswesen mehrfach gezählt. Dies ist ein anderes Vorgehen als bei der Erwerbstätigenrechnung, bei der Personen nur einmal gezählt werden und zwar bei ihrer überwiegenden Tätigkeit. Die Zahl der Vollzeitäquivalente ist eine hypothetische Größe, die angibt, wie viele Vollzeitstellen sich umgerechnet aus den Beschäftigungsverhältnissen ergeben würden.

Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz (WSE)

Der Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz (WSE) liefert Daten zur Bruttowertschöpfung (BWS) und zu den Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtschaft und ermöglicht den Vergleich der Gesundheitswirtschaft mit der Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit in anderen Bereichen der Volkswirtschaft. Ziel des WSE ist es, die wirtschaftlichen Elemente der Gesundheitswirtschaft zu beschreiben, deren Wirtschaftskraft zu quantifizieren und die Voraussetzungen für Prognosen und Planungen von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsträgern zu schaffen. Mittels der Kenngrößen „Bruttowertschöpfung“ und „Erwerbstätige“ zeigt sie den Anteil der Gesundheitswirtschaft an der Gesamtwirtschaft auf.

Die Gesundheitswirtschaft umfasst die Erstellung und Vermarktung von Gütern und Dienstleistungen, die der Bewahrung und Wiederherstellung von Gesundheit dienen und von den verschiedenen Ausgabenträgern im Gesundheitswesen ganz oder teilweise erstattet werden. Den Hauptbestandteil der Gesundheitswirtschaft bildet das Gesundheits- und Sozialwesen mit der stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung. Um diesen gruppieren sich zahlreiche wirtschaftliche Akteure aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel sowie aus weiteren Wirtschaftszweigen, die mit dem Thema „Gesundheit“ verbunden sind.

Das Hessische Statistische Landesamt ist Mitglied der Arbeitsgruppe  „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL)“ und veröffentlicht die Ergebnisse der GGR für Hessen.