Methodische Vorbemerkungen

Bauwirtschaft

Ab Berichtsmonat Januar 2009 gilt die neue Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008), die von der europaweit gültigen NACE Rev. 2 abgeleitet ist. Die Ergebnisse ab 2009 sind aber mit den vorherigen voll vergleichbar.

Das Baugewerbe (Abschnitt F der WZ 2008) ist aufgegliedert in das Bauhauptgewerbe mit den Gruppen

  • 41.2 Bau von Gebäuden,
  • 42.1 Bau von Straßen und Bahnverkehrsstrecken,
  • 42.2 Leitungstiefbau und Kläranlagenbau,
  • 42.9 Sonstiger Tiefbau,
  • 43.1 Abbrucharbeiten und vorbereitende Baustellenarbeiten sowie
  • 43.9 Sonstige spezialisierte Bautätigkeiten

und in das Ausbaugewerbe mit folgenden Gruppen

  • 43.2 Bauinstallation sowie
  • 43.3 Sonstiger Ausbau.

Die Erhebungen im Bauhauptgewerbe werden entweder durch die Statistischen Ämter der Länder (dezentrale Erhebung) oder durch das Statistische Bundesamt (zentrale Erhebung) durchgeführt. Die Statistiken teilen sich in monatliche, vierteljährliche und jährliche Erhebungen auf, die einerseits die konjunkturelle Entwicklung und andererseits den Aufbau und die Struktur des Bausektors darstellen. Zu den dezentralen Konjunkturstatistiken zählen:

  • Monatsbericht im Bauhauptgewerbe (einschl. Auftragseingangsindizes)
  • Vierteljahreserhebung im Ausbaugewerbe und bei Bauträgern
  • Statistik über den Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe

Zu den dezentralen Strukturstatistiken zählen:

  • Jahreserhebung einschl. Investitionserhebung im Bauhauptgewerbe
  • Jahreserhebung einschl. Investitionserhebung bei Unternehmen (rechtliche Einheiten) des Ausbaugewerbes und bei Bauträgern
  • Ergänzungserhebung im Bauhauptgewerbe
  • Jährliche Erhebung im Ausbaugewerbe und bei Bauträgern

Bei den Konjunkturerhebungen im Baugewerbe handelt es sich um sogenannte Vollerhebungen mit Abschneidegrenzen (auch Meldeschwelle). Im Bauhauptgewerbe werden Erhebungen bei baugewerblichen Betrieben von Unternehmen (rechtliche Einheiten) des Produzierenden Gewerbes mit 20 und mehr tätigen Personen sowie bei baugewerblichen Betrieben mit 20 und mehr tätigen Personen von Unternehmen (rechtliche Einheiten) anderer Wirtschaftsabschnitte durchgeführt. Im Ausbaugewerbe liegt die Abschneidegrenze (ab Berichtsjahr 2021) ebenfalls bei 20 tätigen Personen.

Zusätzlich werden einmal jährlich, zum Berichtsmonat Juni im Bauhauptgewerbe alle Betriebe mit weniger als 20 tätige Personen und im Ausbaugewerbe die Betriebe mit 10 bis 19 tätige Personen für das 2. Berichtsvierteljahr befragt und mit dem jeweiligen Monatsbericht zur Ergänzungserhebung im Bauhauptgewerbe bzw. zur jährlichen Erhebung im Ausbaugewerbe zusammengefasst. Bei den jährlichen Investitionserhebungen werden Unternehmen (rechtliche Einheiten) des Baugewerbes ab 20 Beschäftigten befragt.

Bautätigkeitsstatistik

Die Bautätigkeitsstatistiken gliedern sich in

  • Statistik der Baugenehmigungen,
  • Statistik der Baufertigstellungen,
  • Statistik des Bauabgangs,
  • Statistik des Bauüberhangs und
  • Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestands.

Die Statistiken der Bautätigkeit sind alle miteinander verknüpft. Dabei stellt die Statistik der Baugenehmigungen die Ausgangsgröße dar. Die Statistik der Baufertigstellungen ist unter Verwendung einer Identifikationsnummer direkt an die der Baugenehmigungen gekoppelt. Die Statistik der Baufertigstellung ist eine wesentliche Grundlage zur Fortschreibung des Wohngebäude- Wohnungsbestands wie auch die Statistik des Bauabgangs. Bei der Erhebung des Bauabgangs werden alle Gebäude oder Gebäudeteile erfasst, die durch ordnungsbehördliche Maßnahmen, Schadensfälle oder Abbruch der Nutzung entzogen werden oder deren Nutzung zwischen Wohn- und Nichtwohnzwecken geändert wird. Die Bauüberhangserhebung stellt das Bindeglied zwischen der Baugenehmigungs- und Baufertigstellungsmeldung dar. Die Erhebung des Bauüberhangs ist für jedes am Jahresende noch nicht begonnene bzw. bereits im Bau befindliche, aber noch nicht fertiggestellte Gebäude zu erstellen.

Die Bautätigkeitsstatistiken im Bereich des Hochbaus erfassen alle genehmigungspflichtigen oder zustimmungsbedürftigen sowie landesrechtlichen Verfahrensvorschriften unterliegenden Hochbaumaßnahmen, bei denen Wohn- oder Nutzraum geschaffen oder verändert wird. Erhebungseinheiten sind Wohn- und Nichtwohngebäude sowie Gebäudeteile. Von der Erhebung ausgenommen sind behelfsmäßige Unterkünfte (z. B. Baracken, Gartenlauben, Wohncontainer) sowie Ferien-, Sommer- und Wochenendhäuser unter einer Mindestgröße von 50 m² Wohnfläche. Im Nichtwohnbau werden sogenannte Bagatellbauten bis zu einem Volumen von 350 m³ Rauminhalt oder 18 000 Euro veranschlagte Kosten des Bauwerkes nicht erhoben.

Wohnungswesen

Der Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestands bis 2009 liegen die Ausgangsdaten der auf den 31.12.1986 zurückgerechneten Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung 1987 zu Grunde. Ab 2010 liegen die Ausgangsdaten der auf den 31.12.2010 zurückgerechneten Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung 2011 zu Grunde. Diese Daten werden mit Hilfe der Ergebnisse der jährlichen Bautätigkeitsstatistik (Rohzugang abzüglich der Abgänge) und der Veränderungsmeldungen über die von den ausländischen Streitkräften beanspruchten Wohnungen ergänzt.