Bau in Hessen

Schaffe, schaffe, Häusle baue – nicht nur im Schwabenland wird fleißig Wohnraum geschaffen: Aber wie viele Häuser werden in Hessen eigentlich pro Jahr genau gebaut? Und wie viele Baubetriebe sind dafür zuständig, dass Stein auf Stein gesetzt wird und so neuer Wohn- und Lebensraum entsteht?

In den Statistiken im Bereich Bau werden verschiedene Zahlen, von der jeweiligen Raumanzahl in den Wohngebäuden bis zur Anzahl der tätigen Personen im Baugewerbe erhoben. Dabei werden zwei große Themenfelder durch die Baustatistiken abgedeckt: Das Baugewerbe und die Bautätigkeit.

Zum Baugewerbe gehört das Bauhauptgewerbe einerseits und das Ausbaugewerbe andererseits. Der Bau von Gebäuden, Straßen- und Verkehrsanlagen, Leitungstief- und Kläranlagenbau, Abbrucharbeiten sowie vorbereitende Baustellenarbeiten zählen beispielsweise zum Bauhauptgewerbe. Zum Ausbaugewerbe zählen u. a. Elektroinstallation, Gas-, Wasser- und Heizungsinstallation, Fußbodenarbeiten, Tapeziererei sowie das Maler- und Lackierergewerbe.

Der Bereich Baugewerbe zählt insgesamt zum Produzierenden Gewerbe. Bei den Erhebungen zum Baugewerbe geht es u. a. um Umsatz- und Beschäftigungsangaben sowie Investitionen und Auftragseingänge. Die Erhebungen lassen sich in die unterjährigen Konjunkturstatistiken (Monatsbericht im Bauhauptgewerbe, vierteljährliche Statistik über den Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe und Vierteljahreserhebung im Ausbaugewerbe) sowie in die jährlichen Strukturstatistiken (Investitionserhebungen im Baugewerbe, Ergänzungserhebung im Bauhauptgewerbe und Jährliche Erhebung im Ausbaugewerbe) unterscheiden. Die Ergebnisse der Statistiken sind sowohl für politische Entscheidungsträger als auch für Interessenvertretungen und Unternehmen von großer Bedeutung. Die Daten bilden u.a. die Basis für Wirtschafts- und Wettbewerbsanalysen sowie zur Analyse der Struktur einzelner Branchen.

In der Bautätigkeitsstatistik wiederum dreht sich alles um das Thema Hochbau bzw. Gebäudebau. Hier werden zum Zeitpunkt der Baugenehmigung sowie zum Zeitpunkt der Baufertigstellung verschiedene Angaben zu Umbaumaßnahmen sowie zu neu errichteten Gebäuden abgefragt. Dabei wird jeder neue Supermarkt und jede Montagehalle genauso erfasst wie das Einfamilienhaus und der geplante Wohnkomplex. Daneben wird der aktuelle Wohngebäude- und Wohnungsbestand in Hessen betrachtet.

So wohnt der Durchschnittshesse 

Im Jahr 2019 wurden in Hessen insgesamt über 29 700 Wohnungen mit einer Wohnfläche von rund 2,9 Millionen m² genehmigt. Im gleichen Jahr wurden insgesamt knapp 20 400 Wohnungen fertiggestellt.

Im Durchschnitt wohnten die Hessen 2019 auf 96,6 m² mit im Schnitt 4,5 Räumen. In der Gemeinde Lautertal (Vogelsberg) standen der Bevölkerung zum 31.12.2019 die größten Wohnungen mit durchschnittlich 131,2 m² zur Verfügung. Gemessen an der Wohnfläche die im Durchschnitt kleinsten Wohnungen waren in der Metropole Frankfurt am Main zu finden (73,2 m²).