Methodische Vorbemerkungen

Seit dem 1. Januar 2013 wird die Insolvenzstatistik durch das Insolvenzstatistikgesetz (InsStatG) geregelt, das mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) vom 7. Dezember 2011 (BGBl. I Nr. 64 vom 13.12.2011 S. 2582) beschlossen wurde. Das InsStatG gilt in Verbindung mit dem Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke (Bundesstatistikgesetz – BStatG) vom 22. Januar 1987 (BGBl I S. 462, 565), jeweils in der aktuellsten Fassung. Wie die Insolvenzordnung enthält auch das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen Regelungen, die einer rechtzeitigen Eröffnung eines Insolvenzverfahrens dienen sollen. Hierzu wurde im Gesetz unter anderem die Möglichkeit eines Zugangs zur Eigenverwaltung vereinfacht. Wie bereits in der Insolvenzordnung, gibt es neben der Zahlungsunfähigkeit und der Überschuldung die drohende Zahlungsunfähigkeit als weiteren Eröffnungsgrund. Das Verbraucherinsolvenzverfahren ermöglicht auch überschuldeten Privatpersonen, unter ganz bestimmten Bedingungen eine Restschuldbefreiung zu erlangen und wieder schuldenfrei zu werden.

Die Insolvenzstatistik beruht einerseits auf den Meldungen der Insolvenzgerichte zu beantragten Insolvenzverfahren und andererseits auf den Meldungen der Insolvenzverwalter, Sachwalter und Treuhänder über die finanziellen Ergebnisse von Insolvenzverfahren und zur Restschuldbefreiung. Zu diesem Zweck wird die Insolvenzstatistik seit dem 01. Januar 2013 in Form von zwei Einzelstatistiken geführt: der (1) Statistik über beantragte Insolvenzverfahren und der (2) Statistik über beendete Insolvenzverfahren und Restschuldbefreiung.

(1) Zur Statistik über beantragte Insolvenzverfahren melden die 18 hessischen Insolvenzgerichte dem Hessischen Statistischen Landesamt monatlich, bei welchen der bearbeiteten Insolvenzanträge nach einem richterlichen Beschluss ein Verfahren eröffnet, mangels Masse abgewiesen oder durch die Annahme eines gerichtlichen Schuldenbereinigungsplans (bei Verbrauchern, ehemals selbständig Tätigen mit überschaubaren Vermögensverhältnissen sowie bis 30. November 2001 auch Kleingewerbetreibenden) erledigt wurde. Neben einer Aussage zur Zahl der beantragten und eröffneten Verfahren werden hier inhaltliche Angaben zu den Insolvenzverfahren mitgeteilt.
(2) Die finanziellen Auswirkungen der Insolvenzverfahren lassen sich erst nach Abschluss der gerichtlichen Ermittlungen der Gläubigerforderungen, der vorhandenen Teilungsmasse und deren Verteilung auf die Gläubiger absehen. Daher sieht das Insolvenzstatistikgesetz vor, dass nach Abschluss der Verfahren die Insolvenzverwalter, Sachwalter und Treuhänder die finanziellen Ergebnissen von eröffneten Insolvenzverfahren mitteilen. Diese Ergebnismitteilungen von Insolvenzverfahren fließen in die Statistik über beendete Insolvenzverfahren und Restschuldbefreiung ein.