Strukturdaten zur hessischen Gewerbesteuer

Ein Viertel des hessischen Steuermessbetrags stammt aus der Finanz- und Versicherungsbranche

2015 gab es in Hessen rund 299 000 gewerbesteuerpflichtige Betriebe. Gegenüber 2014 nahm die Anzahl damit um 3,7 % zu. Von diesen Betrieben wurden allerdings nur 36,9 % tatsächlich zur Gewerbesteuerzahlung herangezogen. Für den weitaus größten Teil ergab sich nach den Regeln des Gewerbesteuergesetzes ein Steuermessbetrag von "Null Euro". Das bedeutet, dass bei diesen Betrieben bzw. Betriebsstätten der Gewinn nicht ausreichte, um eine Steuer zu erheben. Der Steuermessbetrag wird von der Finanzverwaltung für jeden Betrieb nach dessen steuerlichem Gewinn festgesetzt und anschließend bei der Erhebung der Steuer durch die Städte und Gemeinden mit deren jeweiligem Hebesatz multipliziert, um die Gewerbesteuer zu errechnen. Die Gewerbesteuerzahlung ergibt sich also als Produkt aus Steuermessbetrag und Hebesatz (in %).

Grafik zur Gewerbesteuer 2015

Dabei unterschieden sich die einzelnen Branchen stark: Mit 51,9 % war der Anteil der Betriebe, die im Jahr 2015 Gewerbesteuer zahlten, im Baugewerbe (ca. 30 000 Steuerpflichtige) sowie im Bereich der Wasserver-, Abwasser- und Abfallentsorgung (rund 800 Steuerpflichtige) besonders hoch, unter den Energieversorgern (etwa 12 000 Steuerpflichtige) dagegen mit 6,7 % sehr gering.

Grafik zur Gewerbesteuer 2015

Für diejenigen Betriebe, die einen Gewinn erzielten, der hoch genug war, um zu einer Steuerzahlung zu führen, wurden 2015 insgesamt 1,2 Milliarden Euro als Steuermessbetrag festgesetzt. Dabei ist in Hessen traditionell eine starke Konzentration auf einige bedeutende Wirtschaftsabschnitte zu beobachten: Den größten Anteil verzeichneten dabei mit mehr als einem Viertel des gesamten Steuermessbetrags (338 Millionen Euro) die Finanz- und Versicherungsdienstleister.

Diese und weitere interessante Informationen zur Struktur der hessischen Gewerbesteuer enthält der Statistische Bericht „Gewerbesteuer in Hessen 2015“, den sie hier finden.

Weitere Auskünfte erhalten Sie von Dr. Joachim Lutz
Telefon: 0611 3802-344
E-Mail: steuerstatistiken@statistik.hessen.de

Hinweis: Warum sind die aktuellsten Daten aus dem Jahr 2015?

Der zeitliche Abstand zwischen Berichtsjahr und Veröffentlichungsdatum der Gewerbesteuerstatistik resultiert aus den langen Veranlagungszeiträumen, die zur Steuerfestsetzung benötigt werden. Dabei erfolgt die Festsetzung der Gewerbesteuer in 2 Schritten: Zunächst wird durch die Finanzverwaltung nach den genauen Regeln des Gewerbesteuergesetzes der Steuermessbetrag für jeden einzelnen Gewerbebetrieb berechnet. Dieser ist vom wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs abhängig. Im 2. Schritt multipliziert jede Gemeinde die auf ihr Gebiet entfallenden Anteile des Steuermessbetrags mit einem von ihr festgesetzten Faktor, dem Hebesatz. Das Produkt aus Steuermessbetrag und Hebesatz ergibt die vom Gewerbebetrieb zu entrichtende Gewerbesteuer. Aufgrund der gemeindespezifischen Hebesätze eignet sich der Steuermessbetrag wesentlich besser für strukturelle Analysen als die tatsächliche Gewerbesteuerzahlung.