Umwelt in Hessen

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Teaser Umwelt 750

Wir Menschen bestimmen mit, in welcher Umwelt wir leben. Aber wie können wir gleichzeitig ökonomisch und ökologisch die richtigen Entscheidungen treffen? Um diese Frage beantworten zu können, ist es wichtig, die gegenwärtigen Zustände und ihrer Entwicklung zu kennen. Die Umweltstatistiken zeichnen die Wirkung des menschlichen Handelns und Wirtschaftens dort auf, wo wir einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Umwelt ausüben.

Der Umweltbereich umfasst die Statistiken zur Abfallwirtschaft, zum Belastungspotenzial der Luft, zur Wasserwirtschaft und zur Umweltökonomie

Um den menschlichen Einfluss auf verschiedene Umweltbereiche in Zahlen abzubilden, fassen die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen.


Abfallstatistiken

Die Statistiken zur Abfallwirtschaft geben Auskunft über Art und Menge der eingesammelten Abfälle, die Vorbereitung ihrer Wiederverwendung, ihre stoffliche und energetische Verwertung sowie ihre schadlose Beseitigung. Daraus ergeben sich Erkenntnisse über die Herkunft und den Verbleib der verschiedenen nicht mehr benötigten Stoffe – in den Bereichen, in denen Abfälle nicht ohnehin vermieden werden können.

In unserem Alltag ge- und verbrauchen wir die verschiedensten Dinge. Von ihnen bleiben diverse Bestandteile übrig: Verpackung, unbrauchbare Reste, Überschuss, verschlissene und defekte Teile usw. Soweit eine Wiederverwendung oder Reparatur nicht in Frage kommt, werden sie zu Abfall. Die amtliche Statistik erfasst neben den Haushaltsabfällen auch die Zusammensetzung der Abfälle aus Industrie und Gewerbe. Die Statistik zur Abfallentsorgung liefert Informationen, welcher Behandlung die angelieferten Abfallarten unterzogen wurden.

Haushaltsabfaelle_2016

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Luft- und Wasserstatistiken

Im Umweltbereich „Luft“ zeichnet die Statistik zur Verwendung klimawirksamer Stoffe das Treibhauspotenzial von bestimmten Gasen, die in der Wirtschaft eingesetzt werden, auf. Darüber hinaus werden tatsächliche Emissionen, die zur Erwärmung der Erdatmosphäre (sogenannter Treibhauseffekt) beitragen, für die drei Gase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) ermittelt und in den CO2- und Treibhausgasbilanzen im Energiebereich veröffentlicht.

Die Inanspruchnahme der natürlichen Wasservorräte durch den Menschen ist der Gegenstand der Statistiken zur Wasserwirtschaft. Betrachtet werden sowohl die Art und Menge des Wassers als auch dessen Nutzung sowie unser Umgang mit dem Abwasser. Außerdem zeichnet die Statistik Daten zu Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen auf.

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Gleichzeitig gebrauchen wir Wasser bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten unseres alltäglichen Handelns. Auf die natürliche Ressource Wasser ist der Mensch angewiesen. Sie soll in ausreichender Menge und Qualität dort zur Verfügung stehen, wo wir sie verwenden wollen. Neben der Bereitstellung von Trinkwasser verursachen auch die Sammlung und Beseitigung des Abwassers Aufwand. Das dient zum einen unserer eigenen Hygiene und mindert zum anderen Schadstoffemissionen, die ansonsten den Wasserkreislauf belasten würden. Auch die Entgelte (Gebühren oder Kosten), die den hessischen Privathaushalten dafür in Rechnung gestellt werden, zeichnet die Statistik auf.

Umweltökonomische Erhebungen

Den Schutz unserer Umwelt lassen wir uns einiges kosten: Fast 60 Mrd. Euro gaben Staat, Wirtschaft und private Haushalte 2014 in Deutschland für den Umweltschutz aus.*) Darunter fielen Investitionen der hessischen Betriebe im Umfang von 366 Mill. Euro, vor allem für den Gewässerschutz. Umweltschutz kostet jedoch nicht nur Geld, sondern schafft auch Einkommen und Beschäftigung. So erzielten im selben Jahr die hessischen Betriebe mit Waren und Leistungen für den Umweltschutz Umsätze in Höhe von über 3 Mrd. Euro, in erster Linie mit ihren Angeboten für den Klimaschutz.

Umweltökonomische Gesamtrechnungen

Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen der Länder (UGRdL) dokumentieren auf Länderebene, inwieweit die Natur durch die Wirtschaft und privaten Haushalte verbraucht, entwertet und zerstört wird. Die Inanspruchnahme der Umwelt wird beispielsweise in den Bereichen Energie-, Flächen-, Rohstoff- und Wasserverbrauch, Abfallentsorgung oder Luftemissionen abgebildet. Auch Maßnahmen, die zum Schutz der Natur ergriffen werden, fließen in die Betrachtungen ein.

Durch die Darstellung und Analyse der Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, privaten Haushalten und Umwelt bilden die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen neben den traditionellen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) eine weitere zentrale statistische Grundlage für wirtschaftliche und politische Entscheidungen. In Ergänzung zu den VGR wird der „Produktionsfaktor Umwelt“ quantifiziert und mit ökonomischen Größen in Beziehung gesetzt. Diese Informationen liefern auch einen wichtigen Beitrag zum aktuellen Thema Nachhaltigkeit. Weitere Informationen und Ergebnisse im Internet unter https://www.statistikportal.de/de/ugrdl. Aktuelle Daten zum Emissionsgeschehen in Hessen finden Sie in den CO2- und Treibhausgasbilanzen im Energiebereich.
*) Statistisches Bundesamt: Umweltökonomische Gesamtrechnungen 2017.