Methodik

Diese Übersicht enthält methodische Erläuterungen zu den Statistiken zur Abfallwirtschaft, zum Belastungspotenzial der Luft, zur Wasser- und Abwasserwirtschaft, zur Umweltökonomie und zu den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen.
Begriffserläuterungen und Rechtsgrundlagen sind in den Statistischen Berichten aufgeführt.
Weitergehende methodische Erläuterungen enthalten die Qualitätsberichte zu den umweltstatistischen Erhebungen.

Abfallstatistiken

Die in Hessen erzeugten bzw. angefallenen Abfälle stellen jährlich die Statistik über Haushaltsabfälle, die Statistik über gefährliche Abfälle sowie die Statistiken über die Einsammlung von Verpackungen dar. Alle 4 Jahre werden Angaben zu betrieblichen Abfällen im Rahmen einer repräsentativen Erhebung erfragt.
Die in Hessen behandelten Abfälle erfasst jährlich die Statistik der Abfallentsorgung in der Entsorgungswirtschaft bei den Betreibern der Behandlungsanlagen. Angaben zur Aufbereitung und Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen werden alle 2 Jahre erfasst.
Seit dem 1. Januar 2002 gelten in Deutschland die Abfallschlüssel und Abfallbezeichnungen des Europäischen Abfallverzeichnisses (EAV) nach der Europäischen Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV). Das nationale Abfallverzeichnis ergänzt das EAV entsprechend den landesspezifischen Anforderungen.

Erhebung über Haushaltsabfälle

Haushaltsabfälle im Sinne der Erhebung sind bestimmte Abfälle aus dem Bereich der Siedlungsabfälle. Erfragt werden die Verpackungen der Gruppe 1501 und ausgewählte Abfallarten des Kapitels 20 auf Basis des Europäischen Abfallverzeichnisses.
Die Abfallfraktion „Hausmüll“ umfasst in Abhängigkeit vom jeweiligen Sammelsystem in regional unterschiedlichem Umfang auch zusammen mit Hausmüll eingesammelte hausmüllähnliche Gewerbeabfälle.
Die Daten basieren auf den Meldungen zur Abfallmengenbilanz des Landes Hessen und wurden auf freiwilliger Basis bzw. ab 2006 nach §14 Abs.3 UStatG bei der zuständigen Behörde erhoben. Nur im Jahr 2009 wurden die Daten im Rahmen der Erhebung über Haushaltsabfälle direkt bei den zuständigen Entsorgungsträgern abgefragt.

Erhebungen über Verpackungsabfälle

Die Erhebungen dienen der Ermittlung des Aufkommens an Verpackungsabfällen. Erfasst werden die zurückgenommenen Verkaufsverpackungen privater Endverbraucher und die Transport- und Umverpackungen gewerblicher und industrieller Endverbraucher.
Die Erhebung über die zurückgenommenen Verkaufsverpackungen erfasst bei den Branchenlösungen und Dualen Systemen die zurückgenommenen Verkaufsverpackungen privater Endverbraucher. Erfragt werden Art und Menge der erfassten Verkaufsverpackungen gemäß Mengenstromnachweis nach Ländern und der Verbleib der Fraktionen nach der Sortierung, einschließlich der getrennt erfassten Materialien.
Die Angaben zum Verbleib werden nicht nach Ländern erhoben und deshalb nur als Bundesergebnis vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.
In die Erhebung über das Einsammeln von Transport- und Umverpackungen werden Unternehmen/Einrichtungen, die Verpackungen bei gewerblichen oder industriellen Endverbrauchern getrennt einsammeln oder von diesen entgegennehmen, einbezogen. Erhoben werden Angaben zu Art der Verpackung, Menge und Verbleib. Befragt werden die Betriebe mit Sitz in Hessen. Mengenangaben von Betrieben mit Sitz in einem anderen Land, die in Hessen Verpackungen einsammeln, werden über Länderaustausch übermittelt. Dargestellt werden die in Hessen eingesammelten Transport- und Umverpackungen.
Ausgenommen sind Angaben zu Verpackungsmaterialien, die ohne stoffliche Verwertung wiederverwendet werden (Mehrwegsysteme). Die innerbetriebliche Sammlung von Verpackungen (z. B. innerhalb von Kaufhäusern oder Industriebetrieben) wird ebenfalls nicht berücksichtigt.

Erhebung der Abfallerzeugung

Zu dieser Erhebung werden alle 4 Jahre bundesweit bis zu 20 000 Betriebe befragt. Sie werden nach bundeseinheitlichen Kriterien bezüglich der einzubeziehenden Wirtschaftszweige sowie der Beschäftigungsgrößenklassen festgelegt. Die Abschneidegrenzen zur Anzahl der Beschäftigten sind je nach Wirtschaftszweig unterschiedlich.
Nicht einbezogen werden die Abfälle der Wirtschaftsbereiche Abwasser- und Abfallentsorgung, Recycling, Baugewerbe und die Siedlungsabfälle aus privaten Haushalten. Diese Bereiche werden über andere Abfallstatistiken abgedeckt.

Erhebungen über die Abfallentsorgung

Mit der jährlichen Erhebung der Abfallentsorgung in der Entsorgungswirtschaft und der alle 2Jahre durchgeführten Erhebung über die Aufbereitung und Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen werden anlagenbezogene Daten erhoben. Erfragt werden die Art und Menge der in Anlagen behandelten und entsorgten Abfälle sowie der abgegebenen Abfälle, Sekundärrohstoffe und Produkte. Ergänzend werden alle zwei Jahre auch technische Merkmale über die Ausstattung der Anlagen erhoben. Die regionale Zuordnung der Daten erfolgt nach dem Standort der Anlage.

Befragt werden Betriebe/Unternehmen, die Anlagen betreiben, in denen Abfälle entsorgt werden, und Betriebe aus dem Bergbau, die eine Verwertung in übertägigen oder untertägigen Abbaustätten vornehmen. Die Statistik stellt die eingesetzten Abfälle, deren Herkunft und Verbleib dar.
Einbezogen in die Erhebungen werden außer Abfallentsorgungsanlagen auch andere Anlagen (z. B. Produktions­anlagen, Feuerungsanlagen), in denen Abfälle entsorgt werden. Anhand der Anlagen lassen sich drei Bereiche mit den nachfolgend aufgeführten Anlagentypen einteilen:

  • Bereich der Abfallentsorgungsanlagen
    ○ biologische Behandlungsanlagen, Bodenbehandlungsanlagen, chemisch-physikalische Behandlungs­anlagen, Demontagebetriebe für Altfahrzeuge, Deponien (einschließlich Langzeitlager), Feuerungsanlagen, mechanisch
        (-biologische) Behandlungsanlagen, Schredderanlagen, Sortieranlagen, thermische Behand­lungsanlagen, Zerlegeeinrichtungen, Anlagen zur stofflichen Verwertung von Altöl und sonstige Anlagen
  • Bereich Verwertung in Abbaustätten
    ○ Verwertung in übertägigen Abbaustätten, Verwertung in untertägigen Abbaustätten, naturbelassene Stoffe
  • Bereich Aufbereitung und Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen
    ○ Asphaltmischanlagen, Bauschuttaufbereitungsanlagen

Erhebung der gefährlichen Abfälle, über die Nachweise zu führen sind

Über Abfälle, die durch ihre Art, Beschaffenheit oder Menge gesundheits- bzw. umweltgefährdend sind, müssen Nachweise geführt werden. Erzeuger, Transporteure sowie Entsorger der sog. „gefährlichen Abfälle“ kommen dieser Nachweispflicht nach, indem sie der zuständigen Umweltbehörde – mittels Abfallbegleitschein – die jeweilige Abfallart und zugleich die angefallene Menge melden. Durch das bundeseinheitlich festgelegte Begleitscheinverfahren können die Umweltbehörden feststellen bzw. überwachen, ob die Abfälle ordnungsgemäß entsorgt wurden.

Zur Vermeidung von Doppelbefragungen im Bereich der „gefährlichen Abfälle“ bzw. zur Entlastung der Berichtspflichtigen werten die Statistischen Landesämter das bereits vorliegende Sekundärmaterial (Vollzugs- und Verwaltungsdaten bei Behörden) aus. Neben der Auswertung der Informationen des Abfallbegleitscheins in Bezug auf Abfallart und Abfallmenge wird für jeden Erzeuger eine regionale sowie wirtschaftliche Zuordnung vorgenommen.

Nicht in jedem Fall kann eine eindeutige regionale sowie wirtschaftssystematische Zuordnung erfolgen. Abfälle, die über einen Sammelentsorger eingesammelt werden, können nicht nach ihrem Entstehungsort aufgeteilt werden. Diese Abfälle werden dem Wirtschaftszweig und dem Betriebssitz des Sammelentsorgers zugeordnet, soweit dieser bekannt ist. Bei Mengen ohne dezidierte Erzeuger- und Sammlerkennung wird eine fiktive regionale Zuordnung vorgenommen.

Die Entsorgung von gefährlichen Abfällen erfolgt häufig über Zwischenlager oder verschiedene Vorbehandlungsstufen in mehreren aufeinander folgenden Verfahrensschritten und in erheblichem Umfang auch länderübergreifend. Damit tritt die Problematik von Doppelzählungen auf, denn für jede Transporteinheit, die das Betriebsgelände verlässt, wird ein entsprechender Abfallbegleitschein ausgefüllt. Das Zwischenlager kann also sowohl Abfallerzeuger als auch Abfallentsorger sein. Da über das Begleitscheinsystem nicht nur der Transportweg von Abfallerzeuger zu Abfallentsorger erfasst wird, sondern auch von Abfallentsorger zu Abfallentsorger, sind diese Mengen in der Gesamtmenge enthalten. Zur Vermeidung dieser Doppelzählungen wäre eine Ausweisung notwendig, die zwischen Primär-Abfällen (direkt aus der Produktion, dem Konsum oder Gebrauch von Waren) sowie Sekundär-Abfällen (aus Zwischenlagern und/oder Vorbehandlungsanlagen) unterscheidet. Derzeit stehen diese Unterscheidungsmerkmale nicht zur Verfügung.
Das tatsächliche Aufkommen der besonders überwachungsbedürftigen Abfälle kann über die ausschließliche Auswertung der Abfallbegleitscheine nicht ermittelt werden. Firmen, deren betriebseigene Sonderabfälle das Betriebsgelände nicht verlassen, weil sie in eigenen Anlagen entsorgt werden, sind von der Nachweispflicht über das Begleitscheinverfahren im Allgemeinen befreit.
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Luft- und Wasserstatistiken

Erhebung bestimmter klimawirksamer Stoffe

Bestimmte klimawirksame Stoffe im Sinne der Erhebung sind ausschließlich Fluorderivate der aliphatischen und cyclischen Kohlenwasserstoffe mit bis zu sechs Kohlenstoffatomen. Es handelt sich somit um eine Teilmenge der gemäß Kyoto-Protokoll als klimawirksam eingestuften Stoffe. Die jährlich durchzuführende Erhebung richtet sich an Unternehmen, die diese Stoffe herstellen, ein- oder ausführen oder in Mengen von mehr als 20 Kilogramm pro Stoff und Jahr zur Herstellung, Instandhaltung, Wartung oder Reinigung von Erzeugnissen verwenden. Sie werden insbesondere als Kältemittel, Treibmittel in Aerosolerzeugnissen und bei der Verschäumung von Kunst- und Schaumstoffen verwendet. Nicht zur Verwendung bestimmter klimawirksame Stoffe im Sinne der Erhebung zählen der Bestand an Stoffen in Anlagen und Produkten sowie der Handel, der Verkauf, die Entsorgung, die Vernichtung, die Zurückgewinnung und die Aufbereitung. Die Ergebnisse werden zur Darstellung des Emissionspotenzials dieser Gruppe von Treibhausgasen benötigt.

Erhebungen der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung

Die Erhebungen liefern alle 3 Jahre Angaben zum Anschlussgrad der Bevölkerung sowie Mengendaten zu Gewinnung, Bezug und Abgabe von Wasser, Behandlung und Ableitung des Abwassers. Angaben zum Klärschlammanfall und -verbleib werden jährlich erfasst. Auskunftspflichtig sind Anstalten, Körperschaften, Unternehmen und andere Einrichtungen, die Anlagen der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung betreiben, sowie die für die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zuständigen Gemeinden.
Die Ergebnisse werden in zweierlei Darstellungsformen aufbereitet: Zum einen erfolgt die regionale Zuordnung nach der Verwaltungsgliederung. Zum anderen erlaubt die Aufbereitung nach Flussgebieten eine Sichtweise, die hydrologischen Gegebenheiten folgt. Diese Darstellungsform entspricht den Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Erhebung der nichtöffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung

Die Erhebung erfasst alle 3 Jahre Angaben über Mengendaten zu Gewinnung, Bezug und Verwendung von Wasser sowie Behandlung und Ableitung des Abwassers. Befragt werden nichtöffentliche Betriebe, die pro Jahr mindestens 2000 Kubikmeter Wasser gewinnen oder die einen Fremdbezug an Wasser von mindestens 10 000 Kubikmeter haben, sowie bei Betrieben, die mindestens 2000 Kubikmeter Wasser/Abwasser direkt in ein Oberflächengewässer bzw. in den Untergrund einleiten.
Im Wirtschaftsbereich „Landwirtschaft“ werden – unter anderem aus Gründen der Entlastung der Auskunftspflichtigen – nur Betriebe erfasst, die im Berichtsjahr eine Wassergewinnung zum Zwecke der Beregnung/Bewässerung hatten.

Erhebung der Wasser- und Abwasserentgelte

Die Erhebung der Wasser- und Abwasserentgelte erfasst Beiträge, Grundgebühren und Mengengebühren, die im Rahmen der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gegen private Haushalte und andere „Kleinabnehmer“ erhoben werden. Die Erhebung wird alle 3 Jahre für das Berichtsjahr und die zwei vorhergehenden Jahre bei den zuständigen Gemeinden durchgeführt. Somit beschränkt sich der Kreis der zu Befragenden auf die 423 Städte bzw. Gemeinden – gegenüber rund 1000 Betreibern von öffentlichen Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen. Dies reduziert einerseits den Aufwand und die Kosten dieser Erhebung, andererseits trägt es der Zielsetzung, vermehrt Daten aus dem Verwaltungsvollzug zu verwenden, Rechnung. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass die Städte und Gemeinden – im Rahmen der sogenannten „Daseinsvorsorge“ sowie der allgemeinen Umweltschutzpolitik – ein Eigeninteresse an möglichst umfassenden Informationen und Daten haben, die „ihre“ Bürgerinnen und Bürger betreffen. Das trägt letztlich zu einer besseren Datenqualität bei.
Aufgrund unterschiedlicher Gemeindesatzungen sind die Möglichkeiten bei der Preis- und Gebührengestaltung sehr vielfältig. Der Sammelbegriff „Entgelt“ steht für die vom Bürger/Endverbraucher (ohne Industriebetriebe) zu zahlenden Preise, Gebühren und Beiträge, die im Rahmen der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung entstehen bzw. anfallen. Nicht enthalten sind hingegen Einmalzahlungen, wie beispielsweise Anschlussgebühren.
Die Entgelte gliedern sich in folgende Bestandteile:

  • Verbrauchs- bzw. mengenabhängiges Entgelt;
  • Verbrauchs- bzw. mengenunabhängiges Entgelt, z. B. Grundgebühr;
  • Flächenbezogenes Entgelt (nur im Abwasserbereich).

Die Preisspanne der zu zahlenden Entgelte für die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung variiert zum Teil sehr stark. Dennoch sollte eine „bloße“ Gegenüberstellung der Endpreise vermieden werden, da es diverse Rahmenbedingungen und Faktoren gibt, die zu berücksichtigen sind. Zu den wichtigsten gehören:

  • Größe und Siedlungsstruktur des Ver- bzw. Entsorgungsgebietes (z. B. Entfernung bzw. Position zu Wassergewinnungsanlagen, Länge der Wasserleitungen und Abwasserkanäle, Einleitmöglichkeit des behandelten Abwassers, allgemeine Flächenverteilung);
  • hydrologische Gegebenheiten (z. B. Wasservorkommen, heterogene Rohwasserqualität);
  • topografische Verhältnisse (z. B. Überwinden von Höhenunterschieden);
  • geologische Situation (z. B. Bodenbeschaffenheit);
  • laufende Kosten (z. B. Unterhaltung, Reparaturen, Pflege, Ausbau oder ggf. Rückbau der Anlagen und Leitungssysteme, Investitionen, Rücklagenbildung);
  • Einhaltung rechtlicher Vorgaben (z. B. Boden- und Gewässerschutz).

Erhebung der Unfälle beim Transport von und beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Als Unfall im Sinne dieser Erhebung gilt das Austreten einer im Hinblick auf den Schutz der Gewässer nicht unerheblichen Menge wassergefährdender Stoffe während des Umgangs mit und der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen. Die Bagatellgrenze einer „nicht unerheblichen Menge“ hängt von der besonderen Situation (z. B. der Wassergefährdungsklasse – WGK –, dem Unfallort und den Unfallfolgen) des jeweiligen Unfalls ab und obliegt der Fachkompetenz der zuständigen Behörde.
Unter Umgang versteht man das Lagern, Abfüllen und Umschlagen (LAU-Anlage), das Herstellen, Behandeln und Verwenden (HBV-Anlage) sowie das innerbetriebliche Befördern wassergefährdender Stoffe. Hierzu zählen auch
Übernahme und Ablieferung, Ver- und Auspacken sowie Be- und Entladen wassergefährdender Stoffe.
Beförderung bezeichnet den Vorgang der Ortsveränderung einschl. Zwischenlagerung wassergefährdender Stoffe und jedes Auslaufen von Betriebsstofftanks (einschl. Hydraulikölen) bei Fahrzeugen aller Art.
Als wassergefährdende Stoffe gelten überwiegend feste, flüssige, gasförmige Stoffe sowie Zubereitungen und Gemische, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des Wassers nachteilig negativ zu verändern. Diese Stoffe werden in der „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Wasserhaushaltsgesetz über die Einstufung wassergefährdender Stoffe in Wassergefährdungsklassen bestimmt und entsprechend ihrer Gefährlichkeit in Wassergefährdungsklassen (WGK) eingestuft:

  • WGK 1: schwach wassergefährdend (z. B. schweres Heizöl)
  • WGK 2: wassergefährdend (z. B. Ottokraftstoff, nicht als krebserregend gekennzeichnet; Dieselkraftstoff)
  • WGK 3: stark wassergefährdend (z. B. Ottokraftstoff, als krebserregend gekennzeichnet; Quecksilber; Altöle)

Jauche, Gülle und Silagesickersaft können Wassergefährdungen verursachen, werden aber grundsätzlich nicht in eine WGK eingestuft. Sie werden jedoch statistisch erfasst und unter „Wassergefährdungsklasse unbekannt“ subsummiert.
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Umweltökonomische Erhebungen

Die umweltökonomischen Erhebungen erfragen den Umfang und die Strukturen der Umweltwirtschaft.
Die Erhebung der Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz erfasst gegen Entgelt angebotene Güter und Leistungen. Befragt werden jährlich bundesweit bis zu 15 000 Betriebe und Einrichtungen, die dem Umweltschutz dienende Güter und Leistungen gemäß dem Verzeichnis der Umweltschutzleistungen produzieren und erbringen. Die Angaben zu den Umsätzen mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz sowie zu den Beschäftigten, die sich mit deren Erstellen bzw. Erbringen befassen, werden auch der Gesamtsumme der Umsätze und der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegenübergestellt.
Mit der Erhebung der Investitionen für den Umweltschutz wird die Nachfrage nach Umweltschutztechnologien statistisch belegt. Diese Erhebung wird bundesweit bei höchstens 10 000 Unternehmen und Betrieben im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden, des Verarbeitenden Gewerbes sowie der Energie- und Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen durchgeführt. Die ergänzenden Angaben zu laufenden Aufwendungen für den Umweltschutz werden nicht nach Ländern erhoben und deshalb nur als Bundesergebnis vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.
Die Umweltschutzinvestitionen werden jeweils für die Bereiche Abfallbeseitigung, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung, Luftreinhaltung, Naturschutz und Landschaftspflege, Bodensanierung und Klimaschutz aufgeteilt. Seit dem Berichtsjahr 2003 werden additive und integrierte Umweltschutzinvestitionen erhoben.
Additive (oder End-of-Pipe-) Maßnahmen im Umweltschutz sind in der Regel separate, vom übrigen Produktionsprozess getrennte Anlagen, welche zum Beispiel der Entsorgung von Abfällen (Beispiel Verbrennungsanlage), dem Schutz von Gewässern (Beispiel Kläranlage), der Lärmbekämpfung (Beispiel Lärmschutzwand) oder der Luftreinhaltung (Beispiel Luftfilter) dienen. Sie sind vorhandenen Anlagen vor- oder nachgeschaltet, damit die durch den Produktionsprozess entstandenen Emissionen verringert und Umweltstandards eingehalten werden.
Die integrierten Maßnahmen dagegen sind definitionsgemäß immer ein integrierter, das heißt in der Regel nicht klar isolierbarer Teil einer größeren Anlage. Ihr Kennzeichen ist außerdem, dass sie Emissionen erst gar nicht oder in viel geringerem Umfang entstehen lassen. Als Beispiele seien hier die Kreislaufführung von Stoffen oder die Nutzung von Reaktionswärme (Wärmetauscher, Kopplung mit anderen Prozessen) genannt.
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Umweltökonomische Gesamtrechnungen

Methodendokumentation zu den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen der Länder