Methodische Vorbemerkungen

Gesundheitswesen

Krankenhausstatistik

1990 wurde die Krankenhausstatistik erstmals als Bundesstatistik durchgeführt. Es handelt sich um eine jährliche Totalerhebung der Krankenhäuser sowie der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. Die Erhebung liefert wichtige Informationen über die Struktur der stationären Versorgung sowie Angaben über die personelle und sachliche Ausstattung der Häuser. Im Rahmen der Diagnosestatistik werden für jeden in Hessen vollstationär behandelten Patienten neben der Hauptdiagnose unter anderem Geschlecht, Alter und die Verweildauer erfasst. Die Ergebnisse der Krankenhausstatistik bilden die Basis für viele gesundheitspolitische Entscheidungen.


Pflegestatistik

Zum 15. Dezember 1999 wurde die Pflegestatistik erstmals als Bundesstatistik mit Auskunftspflicht durchgeführt. Es handelt sich um eine zweijährliche Bestandserhebung (Totalerhebung) der ambulanten Pflegeeinrichtungen (Pflegedienste), der teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen (Pflegeheime), mit denen ein Versorgungsvertrag nach SGB XI (zugelassene Pflegeeinrichtungen) besteht, sowie der Pflegegeldleistungen.

Erfragt werden bei den Pflegeeinrichtungen deren organisatorische Einheiten, die personelle Ausstattung, Zahl und Art der Pflegeplätze, Angaben über die betreuten Pflegebedürftigen, deren Geschlecht, Geburtsjahr, Grad der Pflegebedürftigkeit sowie bei stationär betreuten Pflegebedürftigen auch die Art der in Anspruch genommenen Pflegeleistungen. Daneben werden Angaben über die an die Pflegeeinrichtungen, nach Art und Höhe der Pflegeleistung, zu zahlenden Entgelte für allgemeine Pflegeleistungen nach Pflegeklassen sowie für Unterkunft und Verpflegung erhoben.

Jeweils zum Stichtag 31. Dezember wird vom Statistischen Bundesamt die Bundesstatistik über die Empfänger/-innen von Pflegegeldleistungen durchgeführt. Die Meldungen der Spitzenverbände der Pflegekassen stellt das Statistische Bundesamt den Ländern zur Verfügung. Erfragt werden Angaben über Pflegegeldempfänger/-innen, deren Geschlecht, das Alter, der Grad der Pflegebedürftigkeit und die Art der Pflegeleistung.

Für die Gewährung von Leistungen nach dem Pflege-Versicherungsgesetz sind pflegebedürftige Personen einer der folgenden drei Pflegestufen zuzuordnen:

Pflegebedürftige der Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Pflegebedürftige der Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Pflegebedürftige der Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.


Todesursachenstatistik

Für jeden Sterbefall muss vom Arzt eine Todesbescheinigung (Leichenschauschein) ausgestellt werden. Die für die Leichenschau zuständigen Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, bei der Ausstellung der Todesbescheinigung Angaben über die Todesursache (Grundleiden des Todesfalls) zu machen. In die Ergebnisse der Todesursachenstatistik geht nur das so genannte Grundleiden ein, d. h. die Krankheit oder Schädigung, die den Ablauf der zum Tode führenden Ereignisse auslöste. Die Todesursache wird nach einer international gültigen Klassifikation verschlüsselt. Ab Berichtsjahr 1998 löste die "Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision" (ICD-10) die bis dahin gültige neunte Revision der "Internationalen Klassifikation der Krankheiten, Verletzungen und Todesursachen von 1979" (ICD/9) ab.


Einschulungsuntersuchungen

Ergebnisse der Dokumentation der von den Schulärztinnen und -ärzten durchgeführten Einschulungsuntersuchungen der Kinder im schulpflichtigen Alter, die im Auftrag des Hessischen Sozialministeriums aufbereitet werden.


Statistik der Schwangerschaftsabbrüche

Statistische Meldungen der Ärztinnen und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt haben, und zwar auf Grund der §§ 15 bis 18 des Gesetzes zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (Schwangerschaftskonfliktgesetz — SchKG).

In § 18 SchKG sind die zu meldenden Merkmale über die Schwangere und den Abbruch genannt. Auf Grund der sich häufig ändernden Rechtsgrundlagen sind die Zeitreihen mit Vorbehalt zu betrachten.

Die Angaben werden im Statistischen Bundesamt zentral erhoben, aufbereitet und die Ergebnistabellen den jeweiligen Statistischen Landesämtern zur Verfügung gestellt.

Sozialleistungen

Sozialhilfe

Aufgabe der Sozialhilfe ist es, den Leistungsberechtigten die Führung eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht. Sozialhilfe erhält, wer sich in einer Notlage befindet und sich weder selbst helfen kann noch die erforderliche Hilfe von anderen erhält.

Die Leistungen der Sozialhilfeträger umfassen Hilfe zum Lebensunterhalt und Hilfen in besonderen Lebenslagen (5. bis 9. Kapitel SGB XII) außerhalb von und in Einrichtungen. Art, Form und Maß der Sozialhilfe richten sich nach den Besonderheiten des Einzelfalls. Auf die Leistungen der Sozialhilfe besteht ein Rechtsanspruch. Anders als die Asylberechtigten gehören seit 1994 die Asylbewerber nicht mehr zum Kreis der Sozialhilfeempfänger, seit Mitte 1997 gilt dies auch für die Bürgerkriegsflüchtlinge. Die Vergleichbarkeit mit früheren Erhebungen wurde dadurch eingeschränkt.

Im Zuge der HARTZ IV Reform wurden zum 1.1.2005 die Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe zusammengelegt und das BSHG zum 31.12.2004 außer Kraft gesetzt.

Das neu geschaffene „Arbeitslosengeld II“ (ALG II) fasst die frühere Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe für erwerbsfähige Personen und deren Angehörige zusammen, die früher vielfach auch in Kombination geleistet wurden. Ab 01.01.2005 erhalten nur noch bedürftige Empfänger/-innen und dessen Haushaltsmitglieder Hilfe zum Lebensunterhalt, sofern sie nicht erwerbsfähig sind. Erwerbsfähig ist, wer unten den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes auf absehbare Zeit mindestens 3 Stunden täglich erwerbsfähig sein kann.

Personen, die zwischen 0 und 3 Stunden täglich erwerbsfähig sind, können laufende Hilfen zum Lebensunterhalt (3. Kapitel SGB XII) erhalten. Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes im Alter und bei dauerhafter Erwerbsminderung (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung - 4. Kapitel SGB XII) können Menschen beantragen, die gar nicht mehr erwerbsfähig sind. Diese Hilfe geht den Leistungen auf Hilfe zum Lebensunterhalt vor.

Erwerbsfähige Hilfeempfänger/-innen, die länger als 3 Stunden täglich arbeiten können, haben nunmehr keinen Anspruch auf Sozialhilfe, sondern beziehen Leistungen auf Grund des Anspruchs nach dem  SGB II (Grundsicherung für Arbeit — Arbeitslosengeld II). Diese Daten werden nicht durch die amtliche Statistik erhoben.

Die früher als „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ bekannte zweite Säule der Sozialhilfe wird ab 01.01.2005 im SGB XII, 5. bis 9. Kapitel, geregelt. Inhaltlich sind die Leistungen annähernd unverändert. Die Leistungen umfassen die Hilfen zur Gesundheit, die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen, die Hilfe zur Pflege, die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten und Hilfe in anderen Lebenslagen.

In das SGB XII wurde zum 1.1.2005 ebenfalls die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (4. Kapitel) eingegliedert.

Grundsicherung

Das Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (GSiG) trat am 01.01.2003 in Kraft. Anspruchsberechtigt sind hilfebedürftige Personen, die die Regelrentenaltersgrenze vollendet haben und volljährige dauerhaft voll erwerbsgeminderte Personen. Ziel des Gesetzes ist ein Abbau von Hemmschwellen, um die so genannte „verschämte Armut“ zu verhindern. Hintergrund ist der Befund, dass vor allem ältere Menschen bestehende Sozialhilfeansprüche oftmals nicht geltend machen, weil sie einen Rückgriff auf ihre unterhaltspflichtigen Kinder fürchten. Das GSiG sah einen Unterhaltszugriff der Kinder und Eltern nur bei jährlichen Einkommen über 100 000 Euro vor.

Die Leistungen, die im Wesentlichen denen der Hilfe auf Lebensunterhalt entsprechen, sind denen der Sozialhilfe vorrangig. Ein zusätzlicher Sozialhilfebezug ist aber nicht ausgeschlossen.

Zum 1.1.2005 wurde die Leistung der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung mit geänderter Anspruchsgrundlage in das SGB XII (4. Kapitel) eingegliedert.

Mit dem Berichtsjahr 2015 wurde die Statistik überarbeitet. Die Daten werden zentral vom Statistischen Bundesamt mit geänderten Merkmalen erhoben. Weiterhin wurde das Konzept von einer jährlichen Erhebung auf eine vierteljährliche Erhebung umgestellt. Vergleiche zu den Vorjahren sind somit nur bedingt möglich.

Wohngeld

Im früheren Bundesgebiet gibt es das Wohngeld seit 1. April 1965. Es löste das seit 1963 bestehende Gesetz über Wohnbeihilfen ab. Davor gab es seit 1955 das erste Bundesmietengesetz, 1956 das zweite Wohnbaugesetz und 1960 das Miet- und Lastenhilfegesetz, welches zum Teil neben der Wohnbeihilfe unter bestimmten Vorrausetzungen auch weiterhin Bestand hatte.

Seit Einführung des Wohngeldes ist dieses im Rahmen der verschiedenen Wohngeldnovellen periodisch an die Miet- und Einkommensentwicklung angepasst worden. In den neuen Ländern und Ost-Berlin wurde das Wohngeld 1991 eingeführt. Allerdings gab es zwischen 1991 und 1996 wohngeldrechtliche Sondervorschriften. Nach Auslaufen des Wohngeldsondergesetzes zum 31.12.1996 ist seit dem 1.1.1997 das Wohngeldgesetz einheitliche Grundlage für die Wohngeldbewilligung im gesamten Bundesgebiet.

Bei der Wohngeldgewährung ab 1991 wurde grundsätzlich zwischen dem spitz berechneten (Tabellenwohngeld) und dem pauschalierten Wohngeld unterschieden. Beim spitz berechneten Wohngeld handelte es sich um die herkömmliche Form der Wohngeldgewährung. Beim pauschalierten Wohngeld handelte es sich um ein vereinfachtes Wohngeldverfahren für Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfe und Kriegsopferfürsorge.

Mit der neuen Wohngeldreform, die im Wesentlichen zum 01. Januar 2001 in Kraft trat, erfolgte erstmals wieder eine allgemeine Leistungsanpassung unter Berücksichtigung der Mieten- und Einkommensentwicklungen der vergangenen Jahre, und zwar durch die Anhebung der Miethöchstbeträge, die Anhebung der Werte in den Wohngeldtabellen sowie die Anhebung der Einkommensgrenzen.

Bei der Wohngeldgewährung wird nun grundsätzlich zwischen dem Allgemeinen Wohngeld und dem Besonderen Mietzuschuss unterschieden.

Durch die Änderung des Wohngeldgesetzes zum 01.01.2001 sind die Daten früherer Jahre nur bedingt zu vergleichen.

Mit der Einführung von Hartz IV zum 01.01.2005 wurde der Besondere Mietzuschuss abgeschafft und es wird nur noch Allgemeines Wohngeld gewährt. Transferleistungsempfänger sind von Wohngeld ausgeschlossen. Damit sind nun sowohl Empfänger/-innen von Arbeitslosengeld II, Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII, Kriegsopferfürsorge, bedarfsorientierter Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie Empfänger/-innen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vom Bezug des Wohngeldes ausgeschlossen. Die angemessenen Kosten für Unterkunft dieser Personengruppen werden von dem jeweiligen Transferleitungsempfänger übernommen

Ab dem Jahr 2005 werden neben den reinen Wohngeldhaushalten, bei denen alle Haushaltsmitglieder wohngeldberechtigt sind erstmalig die Mischhaushalte (wohngeldrechtlicher Teilhaushalt) mit Wohngeld erhoben. Hierbei handelt es sich um Haushalte, in denen mindestens ein Haushaltsmitglied vom Wohngeld ausgeschlossen ist. Für den Wohngeldberechtigten Teilhaushalt im Mischhaushalt werden Miete und Wohnfläche pro Kopf ermittelt.

Zum 01.01.2009 trat das neue Wohngeldgesetz in Kraft. Unter anderem wurden die Höchstsätze für die Miete bzw. Belastung angehoben, die Baualtersklassen abgeschafft und die Heizkosten zusätzlich in das Wohngeld integriert.

Antragsberechtigt bei dem Allgemeinen Wohngeld sind Personen, deren wohngeldrechtliche Einkommen aller zum Haushalt gehörenden Personen eine bestimmte Grenze nicht übersteigt und die nicht zu der oben genannten Personengruppe gehört.

Das Wohngeld kann sowohl als Zuschuss zur Miete als Entgelt für die Gebrauchsüberlassung von Wohnraum aufgrund von Mietverträgen oder ähnlichen Nutzungsverhältnissen gewährt werden (Mietzuschuss) oder als Zuschuss zur Belastung der finanziellen Aufwendungen des Eigentümers eines Eigenheimes oder einer Eigentumswohnung für den Kapitaldienst (Zins und Tilgung) und die Bewirtschaftung (Instandhaltungs-, Betriebs- und Verwaltungskosten) gewährt werden (Lastenzuschuss).

Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Aufwendungen für Wohnraum und wird auf Antrag gewährt. Es soll einkommensschwachen Bevölkerungsschichten ein angemessenes und familiengerechtes Wohnen ermöglichen. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach der zu berücksichtigenden Miete oder Belastung, soweit sie den Höchstbetrag nach §12 WoGG nicht übersteigt, dem Gesamteinkommen und der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder.

Zum 01. Januar 2009 trat eine Wohngeldreform in Kraft, die eine Reihe von Leistungsverbesserungen brachte. Der zuschussfähige Höchstbetrag wurde um 10 Prozent angehoben. Daneben wurde ein nach Haushaltsgröße gestaffelter fester Heizkostenzuschuss gewährt. Dieser Heizkostenzuschuss wurde durch die Wohngeldreform zum 01. Januar 2011 ersatzlos gestrichen.

Ab dem Berichtsjahr 2013 werden neben den persönlichen Angaben zu den Antragstellern auch zu allen anderen anspruchsberechtigten Haushaltsmitgliedern persönliche Angaben wie Geschlecht, soziale Stellung und Einkommen erfasst.

Zum 01.01.2016 trat das neue Wohngeldgesetz in Kraft. Schwerpunkte der Reform waren neben höheren Höchstbeträgen für Miete und Belastungen, dass die Mietenstufen für die einzelnen Gemeinden aktualisiert wurden. Basisjahr ist nunmehr der 31.12.2013, d.h. die festgeschriebenen Mietenstufen (§12 WoGG) wurden aufgrund der Mietenhöhen in  den Datensätzen neu berechnet. Bisher galt das Basisjahr 2006.

Leistungen für Asylbewerber

Durch das Asylbewerberleistungsgesetz vom 30. Juni 1993 (durch das auch eine entsprechende Statistik angeordnet wird) haben Asylbewerber seit November 1993 keinen Anspruch mehr auf Sozialhilfe nach dem BSHG, sondern nur noch auf die — in der Regel abgesenkten — Leistungen dieses Gesetzes. Ähnlich wie bei der Sozialhilfe wird unterschieden nach Regelleistungen (entsprechend der Hilfe zum Lebensunterhalt) und besonderen Leistungen (entsprechend den Hilfen in besonderen Lebenslagen). Durch das „Erste Gesetz zur Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes" vom 26. Mai 1997 fielen auch die Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Geltungsbereich des BSHG heraus und wurden den Asylbewerbern gleichgestellt.

Die Vergleichbarkeit mit früheren Erhebungen wurde wie bereits 1994 damit weiter eingeschränkt.

Kriegsopferfürsorge

Die Leistungen der Kriegsopferfürsorge ergänzen die Leistungen der Kriegsopferversorgung, wenn die übrigen Leistungen, die die Beschädigten bzw. deren Hinterbliebene erhalten, zusammen mit Einkommen aus anderen Quellen nicht ausreichen, diesen Personen eine angemessene soziale Stellung zu sichern. Kriegsopferversorgung: Die Kriegsopferversorgung gewährt Leistungen zum Ausgleich von Gesundheitsschäden und ihren wirtschaftlichen Folgen, die durch den Krieg hervorgerufen wurden. Der Kreis der Versorgungsberechtigten umfasst sowohl die Kriegsbeschädigten als auch die Hinterbliebenen.

Ab dem Berichtsjahr 2014 ist nur noch der Landeswohlfahrtsverband für diese Hilfeart zuständig, Die Ergebnisse werden nur noch auf Landesebene dargestellt.

Menschen mit schweren Behinderungen

Zu dieser Gruppe zählt, wer einen für sein Lebensalter atypischen körperlichen, geistigen oder seelischen Zustand aufweist, der mehr als sechs Monate andauert und einen Grad der Behinderung von 50 % und mehr bedingt. Statistisch erfasst werden schwerbehinderte Menschen mit einem am Stichtag gültigen amtlichen Schwerbehindertenausweis und Wohnsitz innerhalb des Bundesgebiets.

Jugendhilfe

Die Statistik der Jugendhilfe gibt Aufschluss über die im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes durchgeführten erzieherischen Hilfen, den Gefährdungseinschätzungen, den vorläufigen Schutzmaßnahmen (Inobhutnahmen), den Adoptionen, Pflegschaften, Vormundschaften, Vaterschaftsfeststellungen u. ä.; sowie über den von den einzelnen Maßnahmen erfassten Personenkreis. Sie liefert ferner Angaben über die aus öffentlichen Mitteln für die Jugendhilfe geleisteten Aufwendungen, geförderten Maßnahmen der Jugendarbeit (ab 2015 die Angebote der Jugendarbeit). Daneben werden ab dem Berichtsjahr 2006 jährlich die Kinder und tätigen Personen in Tageseinrichtungen und in Tagespflege erhoben. Neben den Angaben zu der Einrichtung (z.B. Rechtsform und Träger, Öffnungszeiten, genehmigte Plätze) und dem Personal bzw. der Tagespflegeperson (Alter, Bildungsabschluss, geleistete Stunden u.a.) werden die Angaben zu jedem betreuten Kind (z.B. Alter, Betreuungsstunden, Migrationshintergrund) erfasst. Diese Statistik löst die Statistik ab, welche alle vier Jahre lediglich Angaben für die Einrichtungen der Kinderbetreuung und dem Personal, nicht aber zu den einzelnen Kindern, erfasst hat.

Alle zwei Jahre (bis 2014: alle vier Jahre) werden weiterhin die Einrichtungen und tätige Personen der Kinder- und Jugendhilfe (ohne Tageseinrichtungen für Kinder) erhoben. Hier werden Angaben zu der Art der Einrichtung, der genehmigten Plätze und dem Personal erhoben.

Schulen

Allgemeinbildende Schulen

Hierzu zählen folgende Schulformen: Grundschule, Förderstufe, Mittelstufenschule, Hauptschule, Realschule, integrierte und kooperative Gesamtschule, Gymnasium, Schulen für Erwachsene, Förderschule. Die Angaben beziehen sich, sofern nicht anders ausgewiesen, auf öffentliche Schulen und Schulen in freier Trägerschaft (Privatschulen).

Grundschule

In den Grundschulen werden Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Jahrgangsstufe unterrichtet. Sie vermitteln Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten in allen wesentlichen Kulturbereichen und bereiten auf das Lernen in den weiterführenden Bildungsgängen vor.

Eingangsstufen

In Eingangsstufen können Kinder, die bis zum 30. Juni das fünfte Lebensjahr vollenden, aufgenommen und innerhalb von zwei Schuljahren kontinuierlich an die unterrichtlichen Lern- und Arbeitsformen der Grundschule herangeführt werden. Die Eingangsstufen sind Bestandteil der Grundschulen; sie ersetzen die Jahrgangsstufe 1.

Flexibler Schulanfang

Grundschulen können nach § 20 Satz 2 des Hessischen Schulgesetzes die Jahrgangsstufen 1 und 2 curricular und unterrichtsorganisatorisch zu einer pädagogischen Einheit entwickeln, die die Schülerinnen und Schüler nach ihrem jeweiligen Leistungs- und Entwicklungsstand auch in einem oder drei Schuljahren durchlaufen können. Die organisatorische Umsetzung des Flexiblen Schulanfangs geschieht in jahrgangsgemischten Lerngruppen.

Hauptschule

Sie schließen an die Grundschule oder an die Förderstufe an. In der Regel führen sie bis zur Jahrgangsstufe 9 und umfassen somit fünf bzw. drei Jahre. Ein 10. Hauptschuljahr kann eingerichtet werden.

Förderstufe

Die Förderstufe bildet eine pädagogische Einheit. Sie kann schulformübergreifende Organisationsform der Jahrgangsstufen 5 und 6 der verbundenen Haupt- und Realschule und der schulformbezogenen (kooperativen) Gesamtschule oder organisatorischer Bestandteil der Grundschule sein. Sie dienen der Orientierung und Überprüfung der Wahlentscheidung für den weiteren Bildungsweg. Der Unterricht in den Förderstufen wird in gemeinsamen Kerngruppen im Klassenverband und frühestens ab dem 2. Halbjahr der Jahrgangsstufen 5 in den Fächern Mathematik, 1. Fremdsprache und gegebenenfalls Deutsch nach Leistung, Begabung und Neigung differenzierten Kursgruppen auf zwei oder drei Anspruchsebenen erteilt.

Mittelstufenschulen

Mittelstufenschulen mit gemeinsamen Eingangsklassen sowie abschlussbezogenen Bildungsgängen führen zum Hauptschulabschluss und zum mittleren Abschluss. An den Mittelstufenschulen wird der Haupt- bzw. Realschulabschluss gemäß den Bestimmungen der Hauptschule und der Realschule vergeben.

Realschule

Sie bauen auf den Lernanforderungen der Grundschule bzw. der Förderstufe auf. Sie schließen sich somit an die 4. Jahrgangsstufe der Grundschule oder an die 6. Jahrgangsstufe der Förderstufe an und umfassen die Jahrgangsstufen 5 oder 7 bis 10. Sie führen nach dem erfolgreichen Besuch der Jahrgangsstufe 10 zum Mittleren Abschluss.

Gymnasium

Sie bauen auf den Lernanforderungen der Grundschule bzw. der Förderstufe (Jahrgangsstufen 5/6) auf. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Oberstufe wird die allgemeine Hochschulreife erworben.

Schulformbezogene (kooperative) Gesamtschule

Schulformbezogene (kooperative) Gesamtschulen: (nach § 26 SchG) umfassen die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium pädagogisch und organisatorisch und führen diese Schulformen als aufeinander bezogene Schulzweige, die ein Höchstmaß an Kooperation und Durchlässigkeit sichern. Die schulformbezogene Gesamtschule kann in den Jahrgangsstufen 5 und 6 mit einer Förderstufe beginnen oder auf Grund eines entsprechenden Schulkonferenzbeschlusses durch schulformbezogene Jahrgangsstufen ersetzt oder ergänzt werden.

Schulformübergreifende (integrierte) Gesamtschule

(nach § 27 SchG) umfassen als schulform- unabhängige Organisationseinheit die Jahrgangsstufen 5 bis 10 der Mittelstufe. Sie führen zu allen Abschlüssen und Berechtigungen, die nach Besuch der Mittelstufe erworben werden können. Die Schülerinnen und Schüler werden in Lerngruppen, die nicht nach Schulformen gegliedert sind, unterrichtet.

Förderschule

Sie wird von Schülerinnen und Schülern besucht, die auf Dauer oder für längere Zeit einer sonderpädagogischen Förderung bedürfen. Förderschulen können als selbstständige Einrichtungen oder als Zweige/Klassen allgemeiner Schulen eingerichtet werden. Wegen des unterschiedlichen sonderpädagogischen Förderbedarfs sind acht verschiedene Förderschulformen eingerichtet: Sehen, Hören, körperliche und motorische Entwicklung, kranke Schülerinnen und Schüler, emotionale und soziale Entwicklung, Sprachheilförderung, Lernen, geistige Entwicklung.

Schulen für Erwachsene

Zu ihnen gehören die Abendhauptschule, die Abendrealschule, das Abendgymnasium und das Kolleg.

Abendhauptschule

Sie führen in einem einjährigen Ausbildungsgang (2 Semester) zum Hauptschulabschluss.

Abendrealschule

Sie ermöglichen in einem zweijährigen Ausbildungsgang den nachträglichen Erwerb des Mittleren Abschlusses.

Abendgymnasium

Sie führen Berufstätige nach einem Lehrgang von in der Regel drei Jahren zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife.

Kolleg

Die Kollegs ermöglichen nach einem in der Regel dreijährigen Lehrgang den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife. Sie werden als Tagesschule geführt.

Vorklassen

In Vorklassen können Kinder aufgenommen werden, die bei Beginn der Schulpflicht körperlich, geistig oder seelisch noch nicht so weit entwickelt sind, um am Unterricht mit Erfolg teilnehmen zu können. Vorklassen sind Bestandteil der Grundschulen oder der Förderschulen; sie sind einzurichten, wenn ein öffentlicher Bedarf besteht.

Berufliche Schulen

Hierzu zählen folgende Schulformen: Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule, Fachschule, Berufliches Gymnasium. Die Angaben beziehen sich, sofern nicht anders ausgewiesen, auf öffentliche Schulen und Schulen in freier Trägerschaft (Privatschulen).

Berufsschule

Sie ist Pflichtschule, die von Jugendlichen und Erwachsenen besucht wird, die eine berufliche Erstausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes durchlaufen. Die Berufsschulen gliedern sich in die Grund- und Fachstufe. Die Grundstufe dauert in der Regel ein Schuljahr, die Fachstufe in der Regel zwei Schuljahre. Am Verbreitesten ist der Unterricht in Teilzeitform (d. h. schulische sowie betriebliche Ausbildung). Bestandteil der Berufsschule sind weiterhin Bildungsgänge für Jugendliche ohne Berufsausbildungsverhältnis, aber mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung oder für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, die auf eine Berufsausbildung oder eine Berufstätigkeit vorbereiten oder zu einem nachträglich zu erwerbenden Schulabschluss führen oder für Jugendliche, die die verlängerte Vollzeitschulpflicht noch nicht erfüllt haben.

Berufsfachschule

Die Berufsfachschule ist eine Einrichtung mit Vollzeitunterricht von mindestens einjähriger Dauer, für deren Besuch weder eine Berufsausbildung noch eine berufliche Tätigkeit vorausgesetzt wird. Sie vermittelt berufliche und allgemeine Lerninhalte und bereitet auf eine Fachbildung in einem Ausbildungsberuf vor oder führt unmittelbar zu einem Berufsabschluss. Berufsfachschulen können zu einem Mittleren Abschluss bzw. durch Zusatzunterricht zur Fachhochschulreife führen oder beim Eintritt einen Mittleren Abschluss voraussetzen.

Fachschule

Sie dient der vertiefenden beruflichen Aus- und Weiterbildung und wird nach einer Berufsausbildung oder ausreichenden Berufspraxis besucht. Die Ausbildung dauert ein bis vier Jahre und wird als Vollzeit- oder Teilzeitunterricht durchgeführt. Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung berechtigt zur Führung einer der Fachrichtung entsprechenden Berufsbezeichnung. Durch Zusatzunterricht kann in den zwei- bis vierjährigen Fachschulen die Fachhochschulreife erworben werden.

Fachoberschule

Die Fachoberschule baut auf dem Mittleren Abschluss auf und führt neben oder nach einer beruflichen Qualifizierung zur Fachhochschulreife. Die Fachoberschule umfasst in der Regel die Jahrgangsstufen 11 und 12.

Berufliches Gymnasium

Es baut auf einem Mittleren Abschluss auf und umfasst die Jahrgangsstufen 11 bis 13. Berufliche Gymnasien sind durch berufliche Fachrichtungen geprägt und führen zur allgemeinen Hochschulreife.

Hauptamtliche Lehrerinnen und Lehrer

Hauptamtliche Lehrerinnen und Lehrer sind Beamte oder Angestellte, die mindestens die Hälfte der für die betreffende Schulform festgelegten Pflichtstunden unterrichten.

Schulen des Gesundheitswesens

An den Schulen des Gesundheitswesens erfolgt die Ausbildung in den nichtärztlichen Gesundheitsfachberufen, die nicht nach BBiG organisiert sind. Dazu zählen folgende Ausbildungen in folgenden Berufen: Altenpflegehelfer/in, Altenpfleger/in, Anästhesietechnische(r) Assistent/in, Diätassistent/in, Ergotherapeut/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Hebamme und Entbindungspfleger, Krankenpflegehilfe/gehilfin, Logopäde/Logopädin, Med.-techn. Assistent/in für Funktionsdiagnostik, Med.-techn. Laboratoriumsassistent/in, Med.-techn. Radiologieassistent/in, Medizinische(r) Dokumentar/in, Notfallsanitäter/in, Operationstechnische(r) Assistent/in, Orthoptist/in, Pharmazeutisch-technische(r) Assistent/in, Physiotherapeut/in, Podologe/Podologin, Rettungsassistent/in, Rettungssanitäter/in.

Hochschulen

Hochschularten

Es werden folgende Hochschularten unterschieden: Universitäten, Theologische Hochschulen, Kunsthochschulen, Fachhochschulen, Verwaltungsfachhochschulen. Diesen Hochschularten werden alle öffentlichen und privaten Hochschulen zugeordnet.

Universitäten dienen der Weiterentwicklung der Wissenschaften und der Vermittlung der wissenschaftlichen Ausbildung. Sie bilden den wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchs heran. Sie besitzen i. d. R. das Promotions- und Habilitationsrecht.

Zu den Universitäten in Hessen zählen nach dem hessischen Hochschulgesetz:

  • Technische Universität Darmstadt

  • Goethe-Universität in Frankfurt am Main

  • Justus-Liebig-Universität Gießen

  • Philipps-Universität Marburg

  • Universität Kassel

  • Frankfurt School of Finance & Management (Priv.)

  • EBS – Universität für Wirtschaft und Recht (Priv.) in Wiesbaden, Oestrich-Winkel

Theologische Hochschulen

sind kirchliche, philosophisch-theologische Hochschulen ohne die theologischen Fachbereiche der Universitäten.
Theologische Hochschulen in Hessen:

  • Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen Frankfurt am Main (rk)

  • Theologische Fakultät Fulda (rk)

  • Lutherische Theologische Hochschule Oberursel (Taunus) (ev)

  • Freie Theologische Hochschule Gießen (FTH) (Priv.)

  • Evangelische Hochschule Tabor (Priv.) in Marburg

  • Theologische Hochschule Ewersbach (Priv.) in Dietzhölztal

Kunsthochschulen

bilden den künstlerischen Nachwuchs heran. Sie haben die Aufgabe, künstlerische Formen und Inhalte zu vermitteln und fortzuentwickeln.
Kunsthochschulen in Hessen:

  • Staatliche Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) in Frankfurt am Main

  • Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main

  • Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main

Fachhochschulen

vermitteln durch anwendungsbezogene Lehre eine auf den Erkenntnissen der Forschung beruhende Ausbildung. Sie fördern die Erschließung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Praxis.
In Hessen gibt es 14 Fachhochschulen:

  • Frankfurt University (ehemals Fachhochschule Frankfurt am Main)

  • Hochschule Fulda

  • Technische Hochschule Mittelhessen in Gießen, Friedberg, Wetzlar

  • Hochschule RheinMain in Wiesbaden, Rüsselsheim

  • Hochschule Geisenheim University

  • Hochschule Darmstadt

  • Evangelische Hochschule Darmstadt (Priv.)

  • Hochschule der Gesetzlichen Unfallversicherung (Priv.) in Bad Hersfeld

  • accadis Hochschule Bad Homburg (Priv.)

  • DIPLOMA Hochschule (Priv.) in Bad Sooden-Allendorf

  • Wilhelm Büchner Hochschule (Priv.) in Darmstadt

  • Provadis School of International Management and Technology (Priv.) in Frankfurt am Main

  • Hochschule Fresenius (Priv.) in Frankfurt, Idstein

  • CVJM-Hochschule (Priv.) in Kassel

Verwaltungsfachhochschulen

sind verwaltungsinterne Fachhochschulen der Länder und des Bundes. Sie bilden Beamtenanwärter für die Laufbahn des gehobenen nicht-technischen Verwaltungsdienstes aus.
Verwaltungsfachhochschulen in Hessen:

  • Archivschule Marburg

  • Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) in Gießen, Kassel, Mühlheim am Main, Wiesbaden

  • Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg an der Fulda

  • Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (FH Bund):

    • Fachbereich Landwirtschaftliche Sozialversicherung in Kassel

    • Fachbereich Wetterdienst in Langen

    • Fachbereich Kriminalpolizei in Wiesbaden

Berufsakademien

Die Berufsakademien sind, neben den Hochschulen, besondere Bildungseinrichtungen des tertiären Bereichs. Sie sind Einrichtungen nichtstaatlicher Träger, die eine mindestens dreijährige wissenschaftsbezogene und zugleich praxisorientierte Ausbildung vermitteln und müssen staatlich anerkannt sein:

  • Berufsakademie Fulda

  • Berufsakademie Rhein-Main, Rödermark

  • ESaK — Europäische Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung, Maintal

  • Hessische Berufsakademie, Frankfurt am Main

  • Brüder-Grimm-Berufsakademie Hanau

  • Internationale Berufsakademie Darmstadt

Seit Ende 2011 sind zusätzlich vier Musikakademien im „Gesetz über die staatliche Anerkennung von Berufsakademien“ benannt, deren berufliche Abteilungen ebenfalls staatlich anerkannt sind:

  • Akademie für Tonkunst Darmstadt

  • Dr. Hoch’s Konservatorium - Musikakademie Frankfurt am Main

  • Musikakademie der Stadt Kassel

  • Wiesbadener Musikakademie

Sie vermitteln eine sowohl künstlerisch-pädagogische als auch praxisorientierte Ausbildung. Die praktische Ausbildung findet im Rahmen des Musikschulunterrichts der Musikakademien oder kooperierender Musikschulen statt.
Die staatliche Anerkennung berechtigt die Einrichtung, die Bezeichnung „Berufsakademie" oder eine auf eine Berufsakademie hinweisende Bezeichnung zu führen. Die englischsprachige Bezeichnung lautet „University of Cooperative Education".
Aufgrund einer bestandenen Abschlussprüfung in einem akkreditierten Bachelorstudiengang verleiht die Berufsakademie die Abschlussbezeichnung „Bachelor". Dieser Abschluss ist hochschulrechtlich Bachelorabschlüssen von Hochschulen gleichgestellt. Soweit Studiengänge mit einem Diplom abschließen, verleiht die Berufsakademie dieses mit dem Zusatz „Berufsakademie (BA) " mit Angabe der Fachrichtung. Es vermittelt die gleichen berufsrechtlichen Befähigungen wie ein Studienabschluss an der Fachhochschule.

Fächergruppen

Mehrere verwandte Fächer sind in der Systematik der Statistik zu Studienbereichen (Studierenden- und Prüfungsstatistik) bzw. Lehr- und Forschungsbereichen (Personalstatistik) und diese zu neun großen Fächergruppen zusammengefasst. Für die Personalerhebung wurde zusätzlich zu den Studienfachgruppen die Gruppe "Zentrale Einrichtungen" gebildet.

Fachsemester

sind Semester, die im Hinblick auf die im Erhebungssemester angestrebte Abschlussprüfung erbracht wurden; dazu können auch einzelne Semester aus einem anderen Studiengang oder Studienfach gehören, wenn sie angerechnet werden.

Hochschulsemester

sind Semester, die insgesamt im deutschen Hochschulbereich erbracht wurden (einschl. Urlaubssemester).

Gasthörer

sind Teilnehmer/-innen an einzelnen Kursen oder Lehrveranstaltungen, die fachlich sogenannten "Fachrichtungen" und "Fächergruppen" zugeordnet werden. Eine Hochschulzugangsberechtigung ist nicht erforderlich. Ein Fachstudium mit Abschlussprüfung ist für Gasthörer nicht möglich.

Abschlussprüfungen

Prüfungen werden erfasst, soweit sie eine Hochschulausbildung abschließen. Vor- und Zwischenprüfungen an Hochschulen sind nicht enthalten, jedoch Abschlüsse von Aufbau-, Ergänzungs-, Zusatz- und Zweitstudiengängen, wenn sie zu einer Prüfung führen. Entsprechend werden Prüfungen bei staatlichen und kirchlichen Prüfungsämtern nachgewiesen, nicht dagegen zweite Staatsprüfungen am Ende der Referendarausbildung sowie das zweite Staatsexamen von Medizinern, Juristen u. a.

Studienbereiche

Studienbereiche fassen artverwandte Studienfächer zusammen.

Beispiele:
Im Studienbereich "Informatik" sind folgende Studienfächer zusammengefasst:

  • Bioinformatik

  • Business Information Management

  • Electronic Business

  • Grundzüge der Datenverarbeitung

  • High Integrity Systems

  • Informatik (Kosi)

  • Informatik, angewandte Informatik- JEM -

  • Informations- und Wissensmanagement

  • Ingenieurinformatik/Technische Informatik

  • Joint International Master (JIM)

  • Medieninformatik - Telekommunikationsinformatik -

  • Strahlenschutz- und Messtechnik

  • Techn. Redaktion u. multimed. Dokumentation

  • Wirtschaftsinformatik


Im Studienbereich "Geschichte" sind folgende Studienfächer zusammengefasst:

  • Alte Geschichte

  • Archäologie

  • Archäologische Wissenschaften

  • Byzantinische Kunstgeschichte

  • Geschichte

  • Geschichte-Umwelt-Stadt

  • Mittlere und neuere Geschichte

  • Osteuropäische Geschichte

  • Ur- und Frühgeschichte

  • Wirtschafts-/Sozialgeschichte

Habilitation

Die Habilitation dient dem Nachweis der wissenschaftlichen Lehrbefähigung. Das Habilitationsverfahren wird als akademisches Examen durchgeführt und umfasst i. d. R. neben der Habilitationsschrift ein wissenschaftliches Gespräch ("Kolloquium") und eine öffentliche Vorlesung. Die Habilitation ist eine wesentliche Voraussetzung für die Qualifikation und für die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses. Neben der Habilitation etabliert sich in den vergangenen Jahren die Juniorprofessur.

In Hessen haben folgende Hochschulen das Habilitationsrecht:

  • Goethe-Universität Frankfurt am Main

  • Justus-Liebig-Universität Gießen

  • Philipps-Universität Marburg

  • Technische Universität Darmstadt

  • Universität Kassel

  • EBS – Universität für Wirtschaft und Recht (Priv.) in Wiesbaden, Oestrich-Winkel

  • Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen Frankfurt am Main (rk)

  • Theologische Fakultät Fulda

Hochschulpersonal

In der amtlichen Hochschulstatistik wird grundsätzlich zwischen dem wissenschaftlichen/künstlerischen Personal sowie dem nichtwissenschaftlichen

(Verwaltungs-, technischen und sonstigen) Personal unterschieden. Die zusätzliche Differenzierung nach den Aufgaben in der Hochschule führt zu einer Gliederung des Personals in vier Hauptgruppen:

  • das hauptberuflich tätige wissenschaftliche und künstlerische Personal,

  • das nebenberuflich tätige wissenschaftliche und künstlerische Personal,

  • das hauptberuflich tätige nichtwissenschaftliche Personal,

  • das nebenberuflich tätige nichtwissenschaftliche Personal.

Universitätskliniken

Zusätzlich zu den nach Landesrecht anerkannten Hochschulen werden Daten zum Personal von den Universitätskliniken erhoben. In Hessen gibt es zwei Universitätskliniken:

  • Universitätsklinikum Frankfurt
  • Universitätsklinikum Gießen und Marburg (Priv.)

Ausbildungsförderung, Deutschlandstipendium

Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)

Mit dem AFBG (früher: Meister-BaFöG) werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung – etwa zum Meister, Techniker, Fachwirt oder Erzieher – altersunabhängig finanziell unterstützt. Sie erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Die Maßnahme muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen (Mindestdauer), bei Maßnahmeabschnitten ist die Gesamtdauer aller Abschnitte maßgebend. Bei Vollzeitmaßnahmen müssen in der Regel Lehrveranstaltungen wöchentlich an vier Werktagen mit mindestens 25 Unterrichtsstunden (Fortbildungsdichte) stattfinden. Vollzeitfortbildungen dürfen insgesamt nicht länger als drei Jahre dauern (maximaler Zeitrahmen). Bei Teilzeitmaßnahmen müssen die Lehrveranstaltungen innerhalb von acht Monaten mindestens 150 Unterrichtsstunden (Fortbildungsdichte) umfassen. Teilzeitmaßnahmen dürfen insgesamt nicht länger als vier Jahre dauern (maximaler Zeitrahmen).

Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)

Einen Rechtsanspruch auf individuelle Förderung haben nach dem BAföG alle Schüler und Studierende, denen die für ihren Lebensunterhalt und ihre Ausbildung notwendigen finanziellen Mittel fehlen, um eine Ausbildung zu absolvieren, die ihrer Neigung, Eignung und Leistung entspricht. Voraussetzung ist, dass sie eine förderungsfähige Ausbildungsstätte besuchen (siehe "Ausbildungsstätten"). Da die Zahl der Geförderten im Laufe des Berichtsjahres Schwankungen unterliegt, wird auch ein durchschnittlicher Monatsbestand errechnet.

Als Ausbildungsstätten gelten alle Einrichtungen (Schulen, Hochschulen), die eine nach dem BAföG förderungsfähige Ausbildung vermitteln. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass es sich um öffentliche Schulen oder um genehmigte Ersatzschulen handelt. Darüber hinaus kann auch die Teilnahme Fernunterrichtlehrgängen und die Ableistung von Praktika förderungsfähig sein. Als Berufsfachschulen im Sinne des BAföG gelten auch die Klassen aller Formen der beruflichen Grundbildung (Berufsgrundbildungsjahr, Berufsvorbereitungsjahr, berufsbefähigender Bildungsgang). Zu den wissenschaftlichen Hochschulen zählen die Universitäten, die Gesamthochschulen und die Theologischen Hochschulen.

Ein Schüler oder Studierender gilt als vollgefördert, wenn er eine Förderung erhält, die seinen errechneten Gesamtbedarf (= Grundbedarf gemäß Bedarfssatz + Zusatzbedarf z. B. für Kosten der Unterkunft oder Auslandsaufenthalt) in voller Höhe abdeckt. Als teilgefördert wird er gezählt, wenn ihm auf seine Förderung eigenes Einkommen, Vermögen oder das Einkommen seiner Eltern bzw. seines Ehegatten angerechnet wird. Zur Ermittlung des Förderungsbetrages wird in diesem Fall vom Gesamtbedarf das "anzurechnende Einkommen" abgezogen.

Die Ausbildungsförderung nach dem BAföG wurde im Schulbereich als Zuschuss, beim Besuch von Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen in der Regel je zur Hälfte als Zuschuss bzw. unverzinsliches Darlehen geleistet.

Deutschlandstipendium

Das Deutschlandstipendium wurde zum Sommersemester 2011 deutschlandweit eingeführt. Es handelt sich um ein Stipendienprogramm für begabte Studierende aller Nationalitäten an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen. Mit 300 € monatlich werden Studierende und Studienanfänger, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt, gefördert. Die Hälfte der Mittel dafür stammt von privaten Geldgebern (Wirtschaftsunternehmen, Privatpersonen, Stiftungen), die die Hochschulen selbst einwerben müssen. Die andere Hälfte kommt aus dem Bundeshaushalt.

Berufliche Bildung

Auszubildende

Die früher als Lehrlinge bezeichneten Auszubildenden sind Personen, die auf Grund eines Ausbildungsvertrages nach dem Berufsbildungsgesetz eine betriebliche Ausbildung durchlaufen.

Anerkennungsgesetz des Bundes

Mit dem Anerkennungsgesetz des Bundes haben Fachkräfte aus dem Ausland das Recht, dass ihr Berufsabschluss auf Gleichwertigkeit mit dem deutschen Referenzberuf überprüft wird. Das Anerkennungsgesetz des Bundes umfasst zum einen das Bundesgesetz „Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz“ (BQFG) und zum anderen Regelungen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen in rund 60 bundesrechtlichen Berufsgesetzen und Verordnungen für die reglementierten Berufe, so die Gesundheitsberufe (Bundesärzteordnung, Krankenpflegegesetz) und die Handwerksmeister (Handwerksordnung). Es wurde im Dezember 2011 verabschiedet. Die Statistik zur Anerkennung bundesrechtlich geregelter Berufe wird durch § 17 BQFG geregelt.

Anerkennungsgesetz Hessen

In Hessen gibt es seit Dezember 2012 ein Landes-Anerkennungsgesetz. Es regelt die Verfahren zur Gleichwertigkeitsüberprüfung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen für die Berufe, die auf hessischem Landesrecht beruhen (z. B. Lehrer, Ingenieure). Das Hessische Berufsqualifikationsgesetz (HBQFG) orientiert sich am Berufsqualifikationsgesetz des Bundes (BQFG). Auch die Vorschriften zur Durchführung der Statistik entsprechen denen im BQFG.

Integrierte Ausbildungsberichterstattung (iABE) für Hessen

Grundlage des Zielbereiche-Modells der iABE bilden Bildungsgänge, deren Angaben aus bereits vorhandenen Statistiken gewonnen und zu einer Gesamtschau zusammengeführt werden. Die Hauptdatenquelle der iABE ist die amtliche Schulstatistik. Daneben fließen Daten aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit, der Hochschulstatistik und der Personalstandstatistik ein. Bis zum Schuljahr 2011/12 wurden die Daten für die Schulen des Gesundheitswesens aus diversen Statistiken bezogen und teilweise geschätzt. Ab dem Schuljahr 2012/13 gibt es in Hessen eine Datenerhebung zu den Schulen des Gesundheitswesens, die vom HSL durchgeführt wird. Da bei den Schulen des Gesundheitswesens keine gesetzliche Auskunftspflicht besteht, handelt es sich um keinen vollständigen Nachweis.

Hier finden Sie den ausführlichen Methodischen Leitfaden zur iABE.

Rechtspflege

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Rechtsstaates zählen Verwirklichung und Einhaltung des von der Volksvertretung gesetzten Rechts. Diese Aufgabe fällt der so genannten „dritten“ Gewalt, der Rechtsprechung, zu. Zur Rechtspflege zählt neben dem Tätigwerden der Gerichte auch die Vollstreckung dessen, was für Recht befunden wurde (Strafvollzug). Das Zahlenmaterial dieses Kapitels informiert über die Tätigkeit der ordentlichen Gerichte (Zivil- und Strafprozesse), über Strafverfolgung, Strafvollzug und Bewährungshilfe. Darüber hinaus werden Ergebnisse aus der Verwaltungs-, Arbeits-, Finanz und Sozialgerichtsbarkeit ausgewiesen. Ergänzt wird dieses Kapitel durch Übersichten aus den Statistiken des Hessischen Landeskriminalamtes.

Die Gerichtsbarkeit im Lande Hessen wird von

  • 41 Amtsgerichten (35 hiervon sind auch für Familiensachen zuständig),

  • 9 Landgerichten,

  • 1 Oberlandesgericht,

  • 7 Arbeitsgerichten,

  • 1 Landesarbeitsgericht,

  • 7 Sozialgerichten,

  • 1 Landessozialgericht,

  • 5 Verwaltungsgerichten,

  • 1 Verwaltungsgerichtshof und

  • 1 Finanzgericht ausgeübt.