Methodische Vorbemerkungen

Gesundheitswesen

Krankenhausstatistik

1990 wurde die Krankenhausstatistik erstmals als Bundesstatistik durchgeführt. Es handelt sich um eine jährliche Totalerhebung der Krankenhäuser sowie der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. Die Erhebung liefert wichtige Informationen über die Struktur der stationären Versorgung sowie Angaben über die personelle und sachliche Ausstattung der Häuser. Im Rahmen der Diagnosestatistik werden für jeden in Hessen vollstationär behandelten Patienten neben der Hauptdiagnose unter anderem Geschlecht, Alter und die Verweildauer erfasst. Die Ergebnisse der Krankenhausstatistik bilden die Basis für viele gesundheitspolitische Entscheidungen.

Pflegestatistik

Zum 15. Dezember 1999 wurde die Pflegestatistik erstmals als Bundesstatistik mit Auskunftspflicht durchgeführt. Es handelt sich um eine zweijährliche Bestandserhebung (Totalerhebung) der ambulanten Pflegeeinrichtungen (Pflegedienste), der teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen (Pflegeheime), mit denen ein Versorgungsvertrag nach SGB XI (zugelassene Pflegeeinrichtungen) besteht, sowie der Pflegegeldleistungen.

Erfragt werden bei den Pflegeeinrichtungen deren organisatorische Einheiten, die personelle Ausstattung, Zahl und Art der Pflegeplätze, Angaben über die betreuten Pflegebedürftigen, deren Geschlecht, Geburtsjahr, Grad der Pflegebedürftigkeit sowie bei stationär betreuten Pflegebedürftigen auch die Art der in Anspruch genommenen Pflegeleistungen. Daneben werden Angaben über die an die Pflegeeinrichtungen, nach Art und Höhe der Pflegeleistung, zu zahlenden Entgelte für allgemeine Pflegeleistungen nach Pflegeklassen sowie für Unterkunft und Verpflegung erhoben.

Jeweils zum Stichtag 31. Dezember wird vom Statistischen Bundesamt die Bundesstatistik über die Empfänger/-innen von Pflegegeldleistungen durchgeführt. Die Meldungen der Spitzenverbände der Pflegekassen stellt das Statistische Bundesamt den Ländern zur Verfügung. Erfragt werden Angaben über Pflegegeldempfänger/-innen, deren Geschlecht, das Alter, der Grad der Pflegebedürftigkeit und die Art der Pflegeleistung.

Für die Gewährung von Leistungen nach dem Pflege-Versicherungsgesetz sind pflegebedürftige Personen einer der folgenden drei Pflegestufen zuzuordnen:

Pflegebedürftige der Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Pflegebedürftige der Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Pflegebedürftige der Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Todesursachenstatistik

Für jeden Sterbefall muss vom Arzt eine Todesbescheinigung (Leichenschauschein) ausgestellt werden. Die für die Leichenschau zuständigen Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, bei der Ausstellung der Todesbescheinigung Angaben über die Todesursache (Grundleiden des Todesfalls) zu machen. In die Ergebnisse der Todesursachenstatistik geht nur das so genannte Grundleiden ein, d. h. die Krankheit oder Schädigung, die den Ablauf der zum Tode führenden Ereignisse auslöste. Die Todesursache wird nach einer international gültigen Klassifikation verschlüsselt. Ab Berichtsjahr 1998 löste die "Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision" (ICD-10) die bis dahin gültige neunte Revision der "Internationalen Klassifikation der Krankheiten, Verletzungen und Todesursachen von 1979" (ICD/9) ab.

Einschulungsuntersuchungen

Ergebnisse der Dokumentation der von den Schulärztinnen und -ärzten durchgeführten Einschulungsuntersuchungen der Kinder im schulpflichtigen Alter, die im Auftrag des Hessischen Sozialministeriums aufbereitet werden.

Statistik der Schwangerschaftsabbrüche

Statistische Meldungen der Ärztinnen und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt haben, und zwar auf Grund der §§ 15 bis 18 des Gesetzes zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (Schwangerschaftskonfliktgesetz — SchKG).

In § 18 SchKG sind die zu meldenden Merkmale über die Schwangere und den Abbruch genannt. Auf Grund der sich häufig ändernden Rechtsgrundlagen sind die Zeitreihen mit Vorbehalt zu betrachten.

Die Angaben werden im Statistischen Bundesamt zentral erhoben, aufbereitet und die Ergebnistabellen den jeweiligen Statistischen Landesämtern zur Verfügung gestellt.