Verdienste

Vierteljährliche Verdiensterhebung (VVE)

Konzept der Datengewinnung

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung (VVE) ist eine deutschlandweite repräsentative, einstufig geschichtete Stichprobenerhebung mit Auskunftspflicht. Vierteljährlich werden in Deutschland 40 500 Betriebe (in Hessen ca. 3 200 Betriebe) mit zehn bzw. fünf und mehr Arbeitnehmern (Abschnitte B bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 – WZ 2008) befragt. Seit dem Berichtsjahr 2012 wird jährlich ein Teil der Stichprobenbetriebe ausgetauscht (Rotation). In den Wirtschaftszweigen O "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung" sowie P "Erziehung und Unterricht" wird aufgrund der Nutzung von Verwaltungsdaten (Personalstandsstatistik, inkl. Beamtinnen und Beamte) fast komplett auf eine Erhebung verzichtet. Nur in den Bereichen P 85.5 "Sonstiger Unterricht" und P 85.6 "Erbringung von Dienstleistungen für den Unterricht" werden Betriebe befragt. Die Daten der VVE werden von den Betrieben in elektronischer Form übermittelt. Dazu stehen den auskunftspflichtigen Betrieben zwei Meldemöglichkeiten zur Verfügung: Das formularbasierte Online-Meldeverfahren IDEV (Internet Datenerhebung im Verbund) und die Möglichkeit der automatisierten Datengewinnung mittels eSTATISTIK.core. Auskunftspflichtig sind die Inhaberinnen und Inhaber oder Leiterinnen und Leiter der Betriebe (vgl. § 8 Verdienststatistikgesetz (VerdStatG) in Verbindung mit § 15 Bundesstatistikgesetz (BStatG)).

Vorbereitung und Durchführung der Datengewinnung

Die VVE ist eine dezentral durchgeführte Betriebsstatistik. Für die Erhebung, Prüfung und Aufbereitung der Länderergebnisse sind die Statistischen Ämter der Länder zuständig. Die Aufgabe des Statistischen Bundesamtes ist die methodische Vorbereitung und Weiterentwicklung dieser Statistik sowie die Zusammenführung der Länderergebnisse zu einem Bundesergebnis und dessen Veröffentlichung.

Datenaufbereitung (einschl. Hochrechnung)

Die VVE wird seit 2007 als Quartalserhebung aufbereitet und löste damit die Laufende Verdiensterhebung ab. Aus den Quartalsergebnissen eines Jahres werden auch Jahresdurchschnitte als gewichtetes arithmetisches Mittel berechnet.
Im Rahmen der Plausibilitätsprüfungen fragt das Hessische Statistische Landesamt bei fehlenden oder unplausiblen Angaben beim Auskunftspflichtigen nach und korrigiert bei entsprechender Nachmeldung anschließend ggfs. einzelne Werte.

Da es sich bei der VVE um eine Stichprobenerhebung handelt, werden die plausibilisierten Ergebnisse der Stichprobenbetriebe anschließend auf die Grundgesamtheit hochgerechnet. Hier wird das Verfahren der freien Hochrechnung angewendet. Der Hochrechnungsfaktor ist der Kehrwert des Auswahlsatzes. Je geringer der Auswahlsatz in einer Stichprobenschicht (Zusammensetzung Größenklasse des Betriebes und WZ), umso größer ist der Hochrechnungsfaktor. Wurden bspw. aus einer Schicht 4 von 10 Betrieben ausgewählt, so ist der Auswahlsatz 40 % und die Angaben der vier meldepflichtigen Betriebe wird mit dem Faktor 2,5 auf die zehn Betriebe der Grundgesamtheit in dieser Schicht hochgerechnet.

Nominallohnindex

Die Nominallohnindizes werden seit dem Berichtsjahr 2007 als Laspeyres-Kettenindex veröffentlicht. Seit dem 1. Quartal 2016 basiert die Indexberechnung (Nominallohnindex) auf den Daten der Betriebe, die sowohl im aktuellen als auch im Berichtszeitraum des Vorjahres gemeldet haben. Das Basisjahr ist derzeit 2015. Der Nominallohnindex drückt die Veränderung der durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste inklusive Sonderzahlungen der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich aus, wenn im jeweiligen Vergleichszeitraum die gleiche Struktur der Arbeitnehmerschaft bestanden hätte wie im Vorjahr. Der Nominallohnindex erfasst die Verdienstentwicklung somit bei gleicher Beschäftigtenstruktur wie im Vorjahr. Als Sonderzahlungen werden nicht jeden Monat geleistete Zahlungen wie Urlaubs-, Weihnachtsgeld, Leistungsprämien, Abfindungen usw. bezeichnet. Weil der Nominallohnindex den Fokus auf die allgemeine Verdienstentwicklung über alle Arbeitnehmergruppen hinweg setzt, wird bei diesem Index auf die Angabe von absoluten Zahlen verzichtet und ausschließlich auf die Veränderungsraten abgestellt.

Verdienststrukturerhebung

Konzept der Datengewinnung

Die Verdienststrukturerhebung (VSE) ist eine deutschlandweite repräsentative zweistufig gezogene Stichprobenerhebung mit Auskunftspflicht. Seit dem Berichtsjahr 2014 werden alle vier Jahre Daten bei Betrieben der Landwirtschaft, des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs (Abschnitte A bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige – WZ 2008) erhoben. In den Wirtschaftsbereichen „Erziehung und Unterricht“ und „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ wird zum überwiegenden Teil auf eine Befragung verzichtet und Daten der Personalstandsstatistik des öffentlichen Dienstes verwendet. Auf der 1. Stufe werden in Deutschland maximal 60 000 Betriebe (in Hessen ca. 4 700 Betriebe im Berichtsjahr 2014) ausgewählt. Für eine hohe Repräsentativität erfolgt die Auswahl der Betriebe geschichtet nach Bundesland (16 Bundesländer), Wirtschaftszweig (84 Wirtschaftszweige) und Betriebsgrößenklasse (7 Größenklassen), dabei werden Betriebe ab einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten berücksichtig. Auf der 2. Stufe werden innerhalb der Betriebe Beschäftigungsverhältnisse per Zufallsverfahren ausgesucht. Für die letzte VSE (Berichtsjahr 2014) wurden deutschlandweit die Daten von 1,0 Millionen Beschäftigungsverhältnissen erfasst und ausgewertet. Die Merkmale der VSE werden mit Hilfe des formularbasierte Meldeverfahrens IDEV (Internet Datenerhebung im Verbund) oder über das Online-Meldeverfahren eSTATISTIK.core erhoben. Auskunftspflichtig sind die Inhaberinnen und Inhaber oder Leiterinnen und Leiter der Betriebe (vgl. § 8 Verdienststatistikgesetz (VerdStatG) in Verbindung mit § 15 Bundesstatistikgesetz (BStatG)).

Vorbereitung und Durchführung der Datengewinnung

Die VSE ist eine dezentrale Statistik. Für die Erhebung, Prüfung und Aufbereitung der Länderergebnisse sind die Statistischen Ämter der Länder zuständig. Die Aufgabe des Statistischen Bundesamtes ist die methodische Vorbereitung und Weiterentwicklung dieser Erhebung sowie die Zusammenführung der Länderergebnisse zu einem Bundesergebnis und dessen Veröffentlichung.

Datenaufbereitung (einschl. Hochrechnung)

Im Rahmen der umfangreichen Plausibilitätsprüfungen fragt das Hessische Statistische Landesamt bei fehlenden oder unplausiblen Angaben beim Auskunftspflichtigen nach und korrigiert bei entsprechender Nachmeldung anschließend ggfs. einzelne Werte. Verbleibende fehlende Angaben werden anhand von plausiblen Vergleichswerten individuell ergänzt. Maschinelle Imputationen werden zudem zur Vervollständigung des erhobenen Tätigkeitsschlüssels (Klassifikation der Berufe 2010 – KldB 2010) und für Betriebe ohne sozialversicherungspflichtig Beschäftigte eingesetzt.

Da es sich bei der VSE um eine Stichprobenerhebung handelt, werden die plausibilisierten Ergebnisse der Stichprobenbetriebe anschließend auf die Grundgesamtheit hochgerechnet. Auf der Ebene der Betriebe erfolgt eine gebundene Hochrechnung an Betriebs- und Beschäftigtendaten der Bundesagentur für Arbeit nach der Methode Generalised regression estimator (GREG). Als Ausgangsgewicht des GREG-Verfahrens diente das Produkt aus dem Faktor bei freier Hochrechnung und dem Korrekturfaktor für Antwortausfall. Auf der zweiten Stufe der Stichprobenziehung auf Ebene der Beschäftigungsverhältnisse wurde die freie Hochrechnung angewandt. Die endgültigen Hochrechnungsfaktoren der Beschäftigungsverhältnisse wurden als Produkt der gebunden berechneten Faktoren der Betriebe und der frei berechneten Faktoren der zweiten Stufe berechnet.