Verdienste in Hessen

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Teaser Verdienste

Die Höhe und Entwicklung der Verdienste beeinflussen in besonderer Weise die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Verteilung der Verdienste in der Bevölkerung spielt für die Gesellschaft eine wichtige Rolle. Im Mittelpunkt der amtlichen Verdienststatistiken steht daher die Erfassung von umfangreichen Daten zu Verdiensten, Verdienststrukturen und Arbeitszeiten. Die Themen Mindest- und Niedriglohn sind dabei ebenso im Blick, wie die Entwicklung der Nominal- und Reallöhne sowie die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen.

Im Abschnitt „Verdienste“ finden Sie die Vierteljährliche Verdiensterhebung inkl. Nominallohnindex und die Verdienststrukturerhebung.

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung (VVE) stellt kurzfristig Daten über die Entwicklung der Bruttomonats- und Bruttostundenverdienste sowie über die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit zur Verfügung. Dazu werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer/-innen, ihre bezahlten Arbeitsstunden (nicht von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen einschließlich Sonderzahlungen erfasst. Die Erhebung erfolgt für jedes volle Kalenderquartal in nahezu allen Wirtschaftsbereichen (Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungsbereich). Die Angaben werden nach dem Geschlecht und nach fünf Leistungsgruppen untergliedert. Leistungsgruppen sind Zusammenfassungen von Beschäftigten mit ähnlichem Tätigkeits- und Qualifikationsprofil des Arbeitsplatzes. Die genauen Beschreibungen der Leistungsgruppen finden sie hier.

Die VVE liefert somit essentielle Informationen über die konjunkturelle Entwicklung der Bruttoverdienste. Sie spielt eine wichtige Rolle für die Beurteilung der zentralen wirtschaftspolitischen Ziele "Preisstabilität" und "internationale Wettbewerbsfähigkeit inländischer Betriebe". Die Daten werden darüber hinaus bspw. in Tarifverhandlungen, für Berechnungen von Berufsschadensausgleichen, Anpassungen in Verträgen (wie z. B. Erbbauzins) und als Dateninput zur Erfüllung mehrerer europäischer und nationaler Rechtsgrundlagen (u. a.: Arbeitskostenindex, Arbeitnehmerentgelt der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, Fortschreibung GPG) verwendet. Die Darstellung der Ergebnisse nach Geschlecht und Leistungsgruppen bietet zudem wichtige ökonomische und sozioökonomische Analyse- und Darstellungsmöglichkeiten.

Anhand der erhobenen Daten der VVE wird auch der Nominallohnindex ermittelt. Dieser ermöglicht durch verschiedene Gliederungsebenen (Branchen, Gebietsstand, Beschäftigungsart, Geschlecht, Qualifikationsprofil des Arbeitsplatzes) eine genauere Analyse der Verdienstentwicklung in Deutschland und in Hessen. Der Nominallohnindex wird ab 2018 auch zur jährlichen Anpassung der Diäten der Abgeordneten des Hessischen Landtages verwendet. Zentralbanken verfolgen die Entwicklung der Verdienste, um frühzeitig mögliche Risiken für die Preisstabilität zu erkennen. Wie sich die Verdienste real, d. h. unter Berücksichtigung der Entwicklung der Verbraucherpreise entwickelt haben, beantwortet der Reallohnindex.

Die Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung (VSE) sind für die Beantwortung der Fragen zu Niedrigverdiensten, Mindestentgelten, Unterschieden bei Verdiensten von Frauen und Männern (sog. Gender Pay Gap) und zu durchschnittlichen Verdiensten in verschiedenen Berufsgruppen und Branchen hilfreich. Im Gegensatz zur VVE werden bei der alle vier Jahre stattfindenden VSE Angaben für jeden einbezogenen Arbeitnehmer individuell erfragt. In der VSE erhobene Daten sind untergliedert nach Wirtschaftszweigen, den 7 Betriebsgrößenklassen und persönlichen Angaben über die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie Geschlecht, Geburtsjahr, die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit, Beruf und Ausbildungsabschluss. Zudem werden Merkmale über das Beschäftigungsverhältnis erhoben, wie Art der Beschäftigung (Vollzeit-, Teilzeit-, geringfügig Beschäftigte), Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden, Angaben zu einer möglichen Tarifbindung, Leistungsgruppe und den Umfang des Urlaubsanspruchs.

Die VSE umfasst Haupt- und Nebenbeschäftigungen, jedoch keine selbständigen Tätigkeiten. Ferner werden ausschließlich Beschäftigungen erfasst, die über den gesamten Berichtsmonat bestanden und für die im Berichtsmonat eine Lohnzahlung stattfand. Nicht monatsscharf begonnene oder beendete sowie ruhende Beschäftigungsverhältnisse werden folglich nicht berücksichtigt.
Die VSE ermöglicht damit Aussagen über die Verteilung der Arbeitnehmerverdienste sowie über den Einfluss wichtiger Faktoren, die die individuelle Verdiensthöhe bestimmen. Da die Bruttomonatsverdienste gemeinsam mit den monatlichen Arbeitsstunden erfasst werden, können für alle Beschäftigten Bruttostundenverdienste berechnet werden. Die Bruttostundenverdienste bilden eine wichtige Grundlage für statistische Auswertungen, wie den Gender Pay Gap, also den Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern, oder den Anteil von Niedriglohnbeziehenden.