Preise in Hessen

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Banner Preise Artikel, Statistik Hessen

Preise und deren Entwicklungen beeinflussen nahezu alle Bereiche des Lebens. Im Mittelpunkt der amtlichen Preisstatistik steht daher die Erfassung von sämtlichen Preisen für Waren und Dienstleistungen. Preisstatistiken gehören zu den ältesten Statistiken überhaupt. Während bereits im Mittelalter absolute Preise für Lebensmittel erfasst wurden, werden heute Preisindizes berechnet, die dann über die zeitliche Preisentwicklung Aufschluss geben. Diese Indizes gehören zu den wichtigsten kurzfristigen Konjunkturindikatoren, die eine wirkungsvolle Wirtschafts-, Finanz und Währungspolitik ermöglichen.

Im Abschnitt „Preise“ finden Sie den Verbraucherpreisindex, aus dessen Änderung sich die Inflationsrate ergibt, die Preisindizes für Bauwerke und die Statistik der Kaufwerte für Bauland.

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen z. B. Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge, ebenso wie Mieten und Reparaturen. Der VPI dient u. a. als zentraler Indikator für die Beurteilung der Geldwertstabilität und als Bezugsgröße in Wertsicherungsklauseln, bspw. in Mietverträgen. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat bzw. dem Vorjahr wird auch als Inflationsrate bezeichnet. Sie gibt somit an, um wieviel Prozent sich die Lebenshaltung durch Preisveränderungen verteuert oder verbilligt hat. Die Inflationsrate ist für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank von zentraler Bedeutung.

Grundlage für den VPI ist der sogenannte Warenkorb. Im Warenkorb werden die Waren und Dienstleistungen festgelegt, die der monatlichen Preisbeobachtung unterliegen. Der Inhalt des Warenkorbes und die Gewichtung im Wägungsschema werden alle fünf Jahre an die aktuellen Konsumgewohnheiten angepasst. Die Gewichtung der Produktgruppen erfolgt gemäß der Verbrauchsbedeutung auf Grundlage der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. Bei dieser werden Informationen über das Konsumverhalten der privaten Haushalte erhoben.

Grafik Anteile der Produktgruppen am Verbraucherpreisindex, Wägungsschema, Basisjahr 2015, Statistik, Hessen

Jeden Monat werden in hessischen Gemeinden verschiedener Größe die Preise von rund 650 verschiedenen Waren und Dienstleistungen erfasst, die repräsentativ für die Konsumnachfrage der privaten Haushalte sind. In Hessen sind dazu 57 Preisermittlerinnen und Preisermittler unterwegs. Um die Preisänderungen zum Vormonat zu erfassen, werden jeden Monat die gleichen Produkte in denselben Geschäften beobachtet. Insgesamt werden so monatlich über 25 000 Einzelpreise in Hessen und über 300 000 Einzelpreise in ganz Deutschland erfasst. Zusätzlich erfolgt für einige Güterarten eine zentrale Preiserhebung im Internet. Angesichts häufiger Preisänderungen (dynamische Preise) werden dazu auch moderne Erhebungsmethoden wie Web Scraping, also das automatisierte Suchen nach bestimmten Daten im Internet, verwendet.

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Mit den Preisindizes für Bauwerke wird die Entwicklung der Preise für den Neubau ausgewählter Bauwerkstypen des Hoch- und Tiefbaus nachgewiesen. Hierfür werden für rund 180 repräsentative Regelbauleistungen bei hessischen Berichtsstellen (Firmen der Bauindustrie und des Bauhandwerks) Einzelpreise erhoben. Es handelt sich hierbei um tatsächlich erzielte Marktpreise für Regelleistungen, wie sie jeweils von den befragten Berichtsfirmen ausgeführt werden.

Preisindizes für Bauwerke werden von Unternehmen und Behörden für die Schätzung aktueller Verkehrswerte herangezogen. Vergleichbar mit dem Verbraucherpreisindex dienen sie zudem in privaten Verträgen in Form von Wertsicherungsklauseln häufig als Wertsicherungsmaßstab. Weiter werden Preisindizes für Bauwerke auch für andere Statistikbereiche (z. B. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen) benötigt.

Der Preisindex für Wohngebäude (Preisentwicklung aller Bauleistungen an Wohngebäuden) liegt auf Bundesebene durchgehend seit 1913 vor und gilt als der „Baukostenindex“ schlechthin.

Im Rahmen der Statistik der Kaufwerte für Bauland werden sämtliche Kauffälle unbebauter Grundstücke erfasst, die im Baugebiet einer Gemeinde liegen und nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Die Kauffälle werden bei den Gutachterausschüssen erhoben und geben vielfältige Einblicke in das Baulandmarktgeschehen, insbesondere hinsichtlich der veräußerten Flächen und der Kaufsummen. Es gehen somit die Flächen in die Statistik ein, die in einem Jahr veräußert wurden. Die Preise für Bauland beziehen sich folglich auch nur auf die im Jahr veräußerten Grundstücke und nicht auf alle Grundstücke. Schwankungen von Jahr zu Jahr sind deshalb möglich.