Methodische Vorbemerkungen

Preise

Aus der Fülle der auf den Märkten zu Stande kommenden Preise können die statistisch erfassten Preise immer nur eine kleine Auswahl sein. Im Vordergrund aller preisstatistischen Nachweisungen steht der zeitliche Vergleich; absolute Niveauvergleiche sind hingegen bis auf wenige Ausnahmen nicht möglich.

Nur selten werden die statistisch erfassten Preise als Einzelpreise verwertet. Meist werden sie zu Indizes zusammengefasst, die dann über die Preisentwicklung einer Gruppe von Waren oder Leistungen bzw. eines bestimmten Bereichs Aufschluss geben.

Verbraucherpreise

In 43 hessischen Gemeinden verschiedener Größe werden monatlich Verbraucherpreise für rund 630 Arten von Waren und Leistungen des täglichen Bedarfs bei einem gleich bleibenden Kreis von Berichtsstellen ermittelt. Die ermittelten Preise betreffen die ortsübliche Qualität und Sorte unter durchschnittlichen Kaufbedingungen. Mengen- und Qualitätsänderungen werden durch eine entsprechende Bearbeitung der erhobenen Preise eliminiert.

Jeweils als einfaches arithmetisches Mittel werden aus diesen bearbeiteten Einzelpreisen Durchschnittspreise für jeden relevanten Geschäftstyp gebildet. Die Durchschnittspreise dienen der Fortschreibung der Elementarindizes. Mit Hilfe des explizit festgelegten Wägungsschemas werden die Indizes für die einzelnen Güterarten und für Zusammenfassung der Güterarten bis hin zum allgemeinen Verbraucherpreisindex für das Land Hessen berechnet.

Dieser misst die Preisentwicklung auf der Stufe des privaten Verbrauchs und ist auf die durchschnittlichen Verbrauchsgewohnheiten der Gesamtheit aller privaten Haushalte abgestellt. Hierzu liegt ihm ein bestimmtes Verbrauchs- oder Wägungsschema zu Grunde, das von Zeit zu Zeit an die sich ständig wandelnden Verbrauchsverhältnisse der privaten Haushalte angepasst werden muss. Grundlage der derzeitigen Indexberechnungen nach den Preisverhältnissen des Landes sind jeweils auf das Basisjahr 2010 abgestellte durchschnittliche Verbrauchsstrukturen von privaten Haushalten in Deutschland.

Bauleistungspreise

Zur Darstellung der Entwicklung der Baupreise werden in Hessen bei rund 500 Berichtsstellen (Baufirmen) im vierteljährlichen Turnus (Februar, Mai, August, November) für ausgewählte Bauleistungen Preise erhoben, die zwischen Bauherren und Baufirmen um die Mitte des betreffenden Erhebungsmonats vereinbart worden sind. Es handelt sich hierbei um tatsächlich erzielte Marktpreise für Regelleistungen, wie sie jeweils von den befragten Berichtsfirmen ausgeführt werden. Aus diesen vierteljährlichen absoluten Preisangaben werden zunächst je Betrieb und Bauleistung Einzelmesszahlen (2010 = 100) errechnet, bei denen durch besondere Verfahren auch alle nicht auf echten Preisbewegungen beruhenden Änderungen (z. B. im Umfang der Leistung) ausgeschaltet werden. Für jede Leistung werden die Einzelmesszahlen anschließend zu Landesdurchschnittsmesszahlen zusammengefasst. Sie bilden die Preisgrundlage für die anhand der in der Baupreisstatistik verwendeten Wägungsunterlagen (Herstellungskosten von Bauwerken) auf der Basis 2010 = 100 berechneten hessischen Baupreisindizes, die sich regelmäßig auf konventionell gebaute Bauwerke beziehen.

Kaufwerte von Bauland

Die erfassten Kaufwerte beziehen sich auf die Kauffälle unbebauter Grundstücke, die im Baugebiet einer Gemeinde liegen und nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Bis 1984 blieben Grundstücke, die weniger als 102,26 Euro kosteten, unberücksichtigt, ab 1985 Kleinverkäufe mit weniger als 100 qm Fläche. Die Kauffälle werden bei den Gutachterausschüssen erhoben und gestatten vielfältige Einblicke in das Baulandmarktgeschehen, vor allem hinsichtlich der veräußerten Flächen und der Kaufsummen. Die ausgewiesenen Kaufwerte (Euro je qm) sind allerdings keine Preise im üblichen Sinne einer Preisstatistik. Es handelt sich hier vielmehr um flächengewogene durchschnittliche Kaufwerte von Grundstücken unterschiedlicher Güte und Lage. Aus den durchschnittlichen Kaufwerten lässt sich daher auch nicht die echte Preisentwicklung für Bauland ablesen.