Methodische Vorbemerkungen

Erwerbstätigkeit

Die Darstellung der Erwerbstätigkeit erfolgt als jahresdurchschnittliche Größe. Erwerbstätige sind alle Personen, die in Hessen ihren Wohn- und Arbeitsort haben, zuzüglich der außerhalb Hessens wohnenden Personen, die als Einpendler ihren hessischen Arbeitsort erreichen. Zu den Erwerbstätigen zählen alle Personen, die eine auf Erwerb ausgerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlichen oder vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Für die Zuordnung als Erwerbstätige ist es unerheblich, ob aus dieser Tätigkeit der überwiegende Lebensunterhalt bestritten wird oder nicht. Nicht zu den Erwerbstätigen rechnen Personen als Verwalter ihres Privatvermögens (Immobilien, Wertpapier u.Ä.). Im Falle mehrerer Tätigkeiten wird der Erwerbstätige nur einmal gezählt. Maßgeblich ist die zeitlich überwiegende Tätigkeit. In Relation mit dem preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt wird das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen dargestellt. Diese wichtige Größe zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Region wird auch als Arbeitsproduktivität bezeichnet.

Ergebnisberechnung

Die Ergebnisse der Erwerbstätigenrechnung (ETR) gehören zu den wichtigsten Indikatoren der regionalen Arbeitsmarktbeobachtung und dienen der Information von Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft in wirtschafts-, sozial und familienpolitischen Fragen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Erwerbstätigenrechnung für laufende Arbeitsmarktbeobachtungen benötigt, zur Darstellung regionaler Entwicklungen und struktureller Veränderungen der Erwerbstätigkeit, sowie als Bezugszahlen für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
Dem Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) gehören alle Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag an. Er hat die Aufgabe, die durchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen und deren geleistete Arbeitsstunden in einem bestimmten Berichtszeitraum gemäß den Definitionen des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) für die Länder sowie für die kreisfreien Städte und Landkreise nach wirtschaftlicher Gliederung zu berechnen und zu veröffentlichen.
Die dabei entstehenden Zeitreihen werden periodischen Revisionen unterzogen, um zwischenzeitlich angefallene Großzählungsergebnisse, Änderungen in der Wirtschaftssystematik, neue erwerbsstatistische Ausgangsmaterialien und neuartige Arbeitsverhältnisse einzuarbeiten.

Arbeitsvolumen

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, geringfügig Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Hingegen gehören die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Erziehungsurlaub, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit nicht zum Arbeitsvolumen. Ebenfalls nicht erfasst werden die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeit für die Fahrten von der Wohnung zum Arbeitsplatz und zurück. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Rechnungszeitraums am Arbeitsplatz (Beschäftigungsfall) von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Stunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit.

Weiterführende Definitionen finden Sie auf den Internetseiten des Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (AK ETR).