Methodische Vorbemerkung

Methodische Vorbemerkung

Für das Berichtsjahr 2000 wurde seitens der amtlichen Statistik erstmals eine strukturelle Unternehmenserhebung als dezentrale Stichprobenerhebung bei höchstens 15 % aller Erhebungseinheiten durchgeführt. Die Grundgesamtheit basiert auf der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ) – Ausgabe 2008 – und umfasst alle Erhebungseinheiten, deren wirtschaftlicher Schwerpunkt in den folgenden Abschnitten liegt:

  • H „Verkehr und Lagerei“,
  • J „Information und Kommunikation“,
  • L „Grundstücks- und Wohnungswesen“,
  • M „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“,
  • N „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ sowie
  • in der Abteilung S 95 „Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern“

Erhebungseinheiten sind rechtliche Einheiten (die kleinste rechtliche Einheit, die aus handels- oder steuerrechtlichen Gründen Bücher führt) und Einrichtungen zur Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit mit Hauptsitz in Deutschland, die einem der oben aufgeführten Wirtschaftszweige zugeordnet sind.

Mit dem Berichtsjahr 2008 trat eine aktualisierte Fassung der europäischen Strukturverordnung und ein entsprechend angepasstes Dienstleistungsstatistikgesetz in Kraft. Dabei wurde der Merkmalskatalog einerseits und der Erfassungsbereich andererseits ausgeweitet. Darüber hinaus wird seit dem Berichtsjahr 2008 die revidierte Klassifikation der Wirtschaftszweige (Ausgabe 2008, vormals 1993) angewendet. Aus diesen Gründen sind die Ergebnisse vor und nach dem Berichtsjahr 2008 nicht bzw. nur sehr eingeschränkt vergleichbar.

Die Auswahlgrundlage bildet das Unternehmensregister. Diese Datenbank wird aus den Verwaltungsdaten der Bundesagentur für Arbeit sowie von den Finanzbehörden gespeist. Nach den Berichtsjahren 2000, 2003, 2008, 2011 und 2014 wurde zuletzt für das Berichtsjahr 2016 eine komplett neue Stichprobe gezogen. Die Stichproben werden aufgrund von Qualitätsaspekten über mehrere Berichtsjahre beibehalten. In den Berichtsjahren, in denen keine neue Strichprobe gezogen wird, wird die bestehende Stichprobe um eine sogenannte Neuzugangsstichprobe ergänzt. Bei dieser werden einerseits die seit der letzten Ziehung neu im Unternehmensregister registrierten Einheiten berücksichtigt sowie andererseits die Einheiten, die ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt in den Dienstleistungsbereich verlegten (die ihren Wirtschaftszweig wechselten). Mit Hilfe der Neuzugangsstichprobe wird ein allmähliches Absterben des Berichtskreises verhindert, woraus eine Unterfassung der auszuweisenden Merkmale resultieren könnte.

Bei den Ergebnissen der Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich handelt es sich um hochgerechnete, gerundete Ergebnisse. Summen und prozentuale Anteile wurden aus den ungerundeten Einzelwerten errechnet und anschließend gerundet. Daher können in den Tabellen sowie Statistischen Berichten Differenzen zwischen der Summierung der Einzelwerte und den ausgewiesenen Summen auftreten.

Grundsätzlich werden die Ergebnisse regional dem Hauptsitz der rechtlichen Einheit zugeordnet. Das heißt, dass die Meldung für die gesamte rechtliche Einheit vollständig in die Ergebnisse des Landes eingeht, in dem sie ihren Hauptsitz hat, auch wenn weitere Niederlassungen in anderen Bundesländern existieren. Aus diesem Grund wird in der Strukturstatistik für die Merkmale Gesamtumsatz, Anzahl der tätigen Personen, Bruttoentgelte und Bruttoanlageinvestitionen ein länderbereinigtes Ergebnis erstellt. So kann für diese Merkmale die wirtschaftliche Leistungskraft der einzelnen Bundesländer realitätsgetreu abgebildet werden. Die länderbereinigten Ergebnisse für die Strukturerhebung können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Die Konjunkturerhebung im Dienstleistungsbereich basiert auf einem sogenannten Mixmodell. Dabei werden alle Unternehmen ab 15 Millionen Euro Jahresumsatz und/oder 250 Beschäftigten primär befragt, während die Daten für Unternehmen unterhalb dieser Meldeschwellen aus Verwaltungsdaten stammen.

Erhebungseinheiten sind ebenfalls rechtliche Einheiten, die einem der folgenden Wirtschaftszweige angehören:

  • H „Verkehr und Lagerei“,
  • J „Information und Kommunikation“,
  • M „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ (ohne Abteilungen 72 und 75 sowie Gruppe 70.1) und
  • N „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (ohne Abteilung 77 sowie Gruppen 81.1 und 81.3).

Auch hier werden die Ergebnisse regional dem Hauptsitz der rechtlichen Einheit zugeordnet. Aus diesem Grund werden die Angaben zu tätigen Personen und Umsätzen von den meldenden Unternehmen zusätzlich auf die Bundesländer aufgeteilt, sofern sie in mehr als einem Bundesland wirtschaftlich aktiv sind. So kann die Konjunkturerhebung die wirtschaftliche Leistungskraft der einzelnen Bundesländer realitätsgetreu abbilden. Die Ergebnisse der Konjunkturerhebung liegen ausschließlich in länderbereinigter Form vor.