Methodische Vorbemerkung

Dienstleistungen


Für das Berichtsjahr 2000 wurde seitens der amtlichen Statistik erstmals eine Unternehmenserhebung als dezentrale Stichprobenerhebung bei höchstens 15 % aller Erhebungseinheiten in den Abschnitten I „Verkehr und Nachrichtenübermittlung“ sowie K „Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen, Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen“ der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1993 (WZ 93), durchgeführt. Erhebungseinheiten sind Unternehmen und Einrichtungen zur Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit, die einen Umsatz von mehr als 16 620 Euro im Jahr 2000 erzielten. Zur Festlegung der Auswahlgesamtheit aller Erhebungseinheiten diente das Unternehmensregister der amtlichen Statistik. Aus diesem Register wird die Stichprobe einmal jährlich um neue Unternehmen ergänzt.


Der Bereich „Verkehr“ umfasst Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Personen- und Güterbeförderung auf Schienen und Straßen, zu Wasser und in der Luft sowie Transporte in Rohrfernleitungen. Ferner gehören dazu Hilfs- und Nebentätigkeiten wie der Betrieb von Bahnhöfen, Häfen und Flughäfen, Parkplätzen und Parkhäusern, Frachtumschlag und Lagerei sowie die Verkehrsvermittlung (z. B. Reisebüros und Reiseveranstalter).
Zur Nachrichtenübermittlung gehören Unternehmen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt bei Post- und privaten Kurierdiensten (Beförderung von Briefen, Fracht und Zeitungen), beim Betrieb leitungs- und nichtleitungsgebundener Fernmeldenetze oder bei der Datenübermittlung mit terrestrischen und Funknetzen.


Der Wirtschaftsabschnitt K ist ein ausgesprochen heterogener Bereich, in dem sowohl Unternehmen als auch Einrichtungen zur Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit zusammengefasst sind. Sie erbringen Dienstleistungen für Wirtschaft, Staat und private Haushalte. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen ohne Bedienungspersonal, Datenverarbeitung und Datenbanken, Forschung und Entwicklung oder in der Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen. Die zuletzt genannte Tätigkeit umfasst vor allem freiberuflich Tätige, wie z. B. Rechts-, Steuer- und Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Architekten und Ingenieure. Ferner gehören zu den Unternehmensdienstleistern auch handwerksnahe Beschäftigungen wie Gebäudereinigung, Schädlingsbekämpfung und fotografisches Gewerbe.


Obwohl in diesem Zusammenhang kurz von „Dienstleistungsstatistik“ gesprochen wird, deckt die Erhebung nur einen — allerdings gewichtigen — Teil des gesamten Spektrums ab. Zum Sektor „Dienstleistungen“ zählen darüber hinaus die Bereiche
— Handel und Gastgewerbe (Abschnitte G und H der WZ 93),
— Kredit- und Versicherungsgewerbe (Abschnitt J der WZ 93),
— Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (Abschnitt L der WZ 93),
— Erziehung und Unterricht (Abschnitt M der WZ 93),
— Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (Abschnitt N der WZ 93) sowie
— Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen (Abschnitt O der WZ 93).


Bei den Zahlen der Dienstleistungserhebung für das Jahr 2002 handelt es sich um hochgerechnete, gerundete Ergebnisse. Summen und prozentuale Anteile wurden aus den ungerundeten Einzelwerten errechnet und anschließend gerundet. Daher können in den Tabellen Differenzen zwischen der Summierung der Einzelwerte und den ausgewiesenen Summen auftreten. Grundsätzlich werden die Ergebnisse regional dem Hauptsitz der Unternehmen zugeordnet. Das heißt, dass die Meldung für das gesamte Unternehmen vollständig in die Ergebnisse des Landes eingeht, in dem es seinen Hauptsitz hat.


Tourismus


Berichtskreis
Zum Berichtskreis gehören alle Beherbergungsstätten mit zehn oder mehr Gästebetten und Campingplätze (ohne Dauercampingplätze), und zwar unabhängig davon, ob die Beherbergung Hauptzweck (z. B. bei Hotels und Pensionen) oder nur Nebenzweck des Betriebes (z. B. bei Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen) ist.


Betriebsarten
Die Gruppierung der Beherbergungsstätten erfolgt auf der Grundlage der Systematik der Wirtschaftszweige. Es werden alle Beherbergungsstätten erfasst, die den Wirtschaftsgruppen 55.1, 55.2 und 55.3 der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008, angehören. Zudem werden Beherbergungsstätten einbezogen, die vorwiegend der Rekonvaleszenz, der Vorsorge und der Rehabilitation gewidmet sind (Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, Wirtschaftsunterklasse 86.10.3).


Hotellerie

  • Hotels: Beherbergungsstätten, die jedermann zugänglich sind und in denen ein öffentliches Restaurant sowie in der Regel weitere Einrichtungen und Räume für unterschiedliche Zwecke (z. B. Konferenzen, Seminare) vorhanden sind.
  • Hotels garnis: Jedermann zugängliche Beherbergungsstätten, in denen an Hausgäste höchstens Frühstück abgegeben wird. Hierzu gehören ab Berichtsjahr 2009 auch so genannte Boardinghouses. Das sind Beherbergungsstätten, die jedermann zugänglich sind und neben Kurzaufenthalten insbesondere für längere Aufenthalte im urbanen Umfeld konzipiert sind. Die Ausstattung orientiert sich an privaten Wohnungen, eine Kochgelegenheit muss gegeben sein. Die Leistung wird durch hotelähnlichen Service ergänzt (Reinigung, Serviceoffice).
  • Gasthöfe: Im Gegensatz zu Hotels stehen hier, außer dem Gastraum, in der Regel keine weiteren Aufenthaltsräume zur Verfügung. Bei Gasthöfen übersteigt der Umsatz aus Bewirtung deutlich den aus Beherbergung.
  • Pensionen: Jedermann zugängliche Beherbergungsstätten, in denen Speisen und Getränke nur an Hausgäste abgegeben werden.

Übrige Beherbergungsstätten

  • Campingplätze: Abgegrenzte Gelände, die jedermann zum vorübergehenden Aufstellen von mitgebrachten Wohnwagen, Wohnmobilen oder Zelten zugänglich sind. Erhoben werden nur Angaben zum Urlaubscamping mit einer Stellplatznutzung von höchstens zwei Monaten.
  • Jugendherbergen, Hütten: Beherbergungsstätten, vorzugsweise für Angehörige der sie tragenden Organisationen (z. B. Wanderverein, Heimatverein), in denen Speisen und Getränke in der Regel nur an Hausgäste abgegeben werden.
  • Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime: Beherbergungsstätten für Angehörige bestimmter Personengruppen (z. B. Mitglieder eines Vereins oder einer Organisation, Beschäftigte eines Unternehmens, Kinder, Mütter, Betreute sozialer Einrichtungen), in denen Speisen und Getränke nur an Hausgäste abgegeben werden.
  • Ferienhäuser, -wohnungen und Ferienzentren: Jedermann zugängliche, in Wohneinheiten gegliederte Beherbergungsstätten ohne Abgabe von Speisen und Getränken, aber mit Kochgelegenheiten in den Wohneinheiten. Ferienzentren bieten zudem ggf. Hotelunterkunft, mindestens eine Gaststätte, Einkaufsmöglichkeiten zur Deckung des täglichen Bedarfs sowie Einrichtungen für persönliche Dienstleistungen und zur aktiven Freizeitgestaltung.
  • Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen: Im Unterschied zur Krankenhausstatistik werden diese Einrichtungen in der Beherbergungsstatistik nur erfasst, wenn die dort untergebrachten Personen überwiegend in der Lage sind, während des vorübergehenden Aufenthaltes den Klinikbereich zu verlassen und die gemeindlichen Fremdenverkehrseinrichtungen in Anspruch zu nehmen.

Außenhandel


Die Außenhandelsstatistik der Bundesrepublik Deutschland stellt den grenzüberschreitenden Warenverkehr Hessens mit dem Ausland dar. Ausland im Sinne der Außenhandelsstatistik ist das Gebiet außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Das Erhebungsgebiet umfasst die Bundesrepublik Deutschland (ohne den Zollausschluss Büsingen).


Den Ergebnissen der Außenhandelsstatistik liegen im Allgemeinen die Angaben der Einführer und Ausführer zu Grunde. Die Aufbereitung erfolgt zentral im Statistischen Bundesamt.


Das Konzept der Außenhandelsstatistik unterscheidet zwischen dem Ursprungs- und dem Bestimmungsland. Das bedeutet, dass der Warenwert dem Land zugeordnet wird, in dem eine Ware vollständig gewonnen oder hergestellt wurde oder ihre letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder Verarbeitung erhalten hat. Bei der Ausfuhr wird der Warenwert dem Land zugeordnet, in dem die Waren ge- oder verbraucht bzw. be- oder verarbeitet werden sollen. Nur wenn das Ursprungs- oder Bestimmungsland nicht bekannt ist, wird der Warenwert dem Land zugeordnet, aus dem Ware versendet wurde bzw. in das die Ware verbracht werden soll. Aufgrund des Erhebungskonzeptes ist es darüber hinaus nicht möglich die Ein- und Ausfuhren miteinander zu verrechnen.


Erläuterung der Begriffe


Menge: Eigenmasse bzw. Reingewicht der Ware (in kg oder dt = 100 kg) angegeben.

Wert: Grenzübergangswert, d. h. Wert frei Grenze des Erhebungsgebietes. Bei der Ausfuhr nach Veredelung ist stets der volle Warenwert einschließlich der Veredelungskosten und der Vertriebskosten eingesetzt.

Bestimmungsland: Land, in dem die Waren gebraucht oder verbraucht, bearbeitet oder verarbeitet werden sollen. Ist das Bestimmungsland nicht bekannt, so gilt das letzte bekannte Land, in das die Waren verbracht werden sollen, als Bestimmungsland.

Der Spezialhandel umfasst alle die Waren, die aus der Erzeugung, der Bearbeitung oder Verarbeitung des Erhebungsgebietes stammen und ausgeführt werden. Dies ist die Ausfuhr von Waren aus dem freien Verkehr, nach zollamtlich bewilligter aktiver Veredelung (Eigen- und Lohnveredelung) sowie zur zollamtlich bewilligten passiven Veredelung, auch Ausbesserung.

Der Generalhandel enthält alle in das Erhebungsgebiet eingehenden Waren mit Ausnahme der Waren der Durchfuhr und des Zwischenauslandsverkehrs.

Der Generalhandel unterscheidet sich vom Spezialhandel durch die verschiedene Nachweisung der auf Lager eingeführten ausländischen Waren, und zwar werden nachgewiesen:

  1. im Generalhandel alle Einfuhren auf Lager im Zeitpunkt ihrer Einlagerung,
  2. im Spezialhandel dagegen nur diejenigen Einfuhren auf Lager, die nicht zur Wiederausfuhr gelangen, im Zeitpunkt ihrer Einfuhr aus Lager.

Die Einfuhr Hessens im Generalhandel enthält also nicht nur die Waren, die zum Gebrauch, zum Verbrauch, zur Bearbeitung oder Verarbeitung in Hessen bestimmt sind, sondern auch Waren, die über Hessen als Zielland in andere Länder des Bundesgebietes oder wieder ins Ausland weitergeleitet werden.

Für die einzelnen Länder der Bundesrepublik Deutschland können — im Gegensatz zu deren Ausfuhr, bei der der Spezialhandel erfasst wird — die Einfuhren nur im Generalhandel ermittelt werden.
Im Rahmen der Intrahandelsstatistik (Warenverkehr mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union) sind grundsätzlich alle Privatpersonen von der Auskunftspflicht befreit. Die Befreiung gilt auch für Auskunftspflichtige, deren im Intrahandel getätigten jährlichen Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten oder Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten den Statistischen Wert von 500 000 Euro im Vorjahr oder im laufenden Jahr nicht überschritten haben.

Im Rahmen der Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit den Ländern außerhalb der Europäischen Union) sind – bis auf wenige Ausnahmen – Warensendungen von weniger als 1 000 Euro von der Anmeldung befreit.

Die vorstehend genannten Befreiungen sind in den Außenhandelsergebnissen als Zuschätzungen enthalten. Die Außenhandelsergebnisse für die Jahre vor 1995 enthalten keine zugeschätzten Befreiungen.
Nicht einbezogen sind ferner Waren und Verkehrsvorgänge, die gemäß § 31 AHStatDV von der Anmeldung zur Außenhandelsstatistik befreit sind, darunter Waren, die von den in der Bundesrepublik Deutschland stationierten ausländischen Streitkräften selbst ausgeführt werden, sowie Gold und Silber für internationale Zahlungen.

Die Benennung und Gruppierung der Waren in tabellarischen Darstellungen erfolgt nach dem Verzeichnis "Warengruppen und Warenuntergruppen der Ernährungswirtschaft und der Gewerblichen Wirtschaft". Die Warenuntergruppen stellen in der Regel Zusammenfassungen mehrerer Nummern des Warenverzeichnisses für die Außenhandelsstatistik dar.


Abkürzungen


EU: Europäische Union.

EFTA: European Free Trade Association (Europäische Freihandels-Assoziation).

NAFTA: North American Free Trade Agreement (Nordamerikanische Freihandelszone).

MERCOSUR: Mercado Común del Sur (Gemeinsamer Markt im Süden Lateinamerikas).

ASEAN: Association of Southeast Asian Nations (Verband der Südostasiatischen Nationen).

OECD: Organisation for Economic Co-operatin and Development (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

OPEC: Organisation of the Petroleum Exporting Countries.