Methodische Vorbemerkung

Bevölkerung

Die Bevölkerungszahlen sind Fortschreibungsergebnisse, die auf den bei der Zensuszählung 2011 ermittelten Bevölkerungszahlen basieren. Sie werden durch Auswertung der Standesamtszählkarten für Geburten und Sterbefälle sowie der Meldescheine der Meldebehörden nach einer bundeseinheitlichen Fortschreibungsmethode festgestellt. Die Zuordnung der Personen zur Bevölkerung einer Gemeinde erfolgt nach dem Hauptwohnungsprinzip (Bevölkerung am Ort der alleinigen oder der Hauptwohnung).

Danach gelten nachstehende Zuordnungsregeln:

1. Anmeldungen von Personen mit nur einer Wohnung bzw. einer Hauptwohnung führen zu einem Zuwachs der Bevölkerung der neuen Gemeinde; die Abbuchung erfolgt bei der Gemeinde, die unter „Bisherige Wohnung“ im Anmeldeschein eingetragen ist.
2. Abmeldungen von Hauptwohnungen werden nur bei Fortzügen ins Ausland ausgewertet. Innerhalb Deutschlands erfolgt die Abmeldung (Abzug von der Einwohnerzahl) in der bisherigen Wohngemeinde durch Anmeldung in der neuen Wohngemeinde.
3. An- und Abmeldungen von Nebenwohnungen bleiben unberücksichtigt.
4. Meldungen über die Änderung des Wohnungsstatus (Wechsel von Haupt- und Nebenwohnung) führen bei der neuen Hauptwohngemeinde zu einer Zunahme; bei der bisherigen Hauptwohngemeinde wird entsprechend ein Abgang verbucht.
5. Lebend Geborene werden der Gemeinde der Hauptwohnung der Mutter zugeordnet.
6. Sterbefälle werden von der Gemeinde der Hauptwohnung des Verstorbenen abgesetzt.

Deutsche und Nichtdeutsche

Als Deutsche gelten Personen im Sinne des Art. 116 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Danach ist Deutscher, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.
Nach § 4 Staatsangehörigkeitsgesetz erwirbt ein Kind durch die Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Seit Beginn des Jahres 2000 erwirbt auch ein Kind nichtdeutscher Eltern durch die Geburt im Inland die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und eine Aufenthaltsberechtigung oder seit drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt.

Deutsche, die zugleich eine fremde Staatsangehörigkeit besitzen, werden als Deutsche gezählt. Die Mitglieder der Stationierungsstreitkräfte aus dem Ausland sowie die diplomatischen und konsularischen Vertretungen aus dem Ausland mit ihren Familienmitgliedern werden statistisch nicht erfasst.
Von den Meldeämtern sind monatlich neben den Umzügen über die Gemeindegrenzen Daten über den Erwerb bzw. die Aufgabe der deutschen Staatsangehörigkeit (Staatsangehörigkeitswechsel) an das Statistische Landesamt zu liefern. Diese fließen in die laufende amtliche Bevölkerungsfortschreibung ein und erhöhen / vermindern die Zahlen der Deutschen bzw. Nichtdeutschen.

Natürliche Bevölkerungsbewegung

Geborene: Unter dem Begriff Geborene werden in der Statistik lebend Geborene und tot Geborene verstanden. Da für die Bevölkerungsfortschreibung nur die lebend Geborenen von Bedeutung sind, ist in diesem Bericht ausschließlich dieser Personenkreis ausgewiesen.

Lebend Geborene: Kinder, bei denen nach der Scheidung vom Mutterleib entweder das Herz geschlagen oder die Nabelschnur pulsiert oder die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat. Für die Zuordnung der Neugeborenen nach der Staatsangehörigkeit siehe Deutsche/ Nichtdeutsche.

Gestorbene: In der Zahl der Gestorbenen nicht enthalten sind die tot Geborenen, die nachträglich beurkundeten Kriegssterbefälle und die gerichtlichen Todeserklärungen.

Räumliche Bevölkerungsbewegung (Wanderungsstatistik):

Die Zu- und Fortgezogenen werden mit Hilfe der Meldescheine erfasst, die von den Betroffenen nach den gesetzlichen Vorschriften über die Meldepflicht bei einem Wohnungswechsel auszufüllen sind. Umzüge innerhalb einer Gemeinde (auch Großgemeinde, die im Zuge der Gebietsreform entstanden ist) werden nicht berücksichtigt.

Bei Verwaltungseinheiten, die mehrere Gemeinden umfassen (Landkreise, Regierungsbezirke, Land Hessen), beinhaltet die Zahl der Zu- und Fortgezogenen auch die Zahl der Umzüge zwischen den Gemeinden innerhalb der jeweiligen Verwaltungseinheit.

Wanderungsgewinn oder -verlust:

Differenz zwischen der Zahl der Zugezogenen und der Zahl der Fortgezogenen. Überwiegt die Zahl der Zugezogenen die der Fortgezogenen ergibt sich ein Wanderungsgewinn, andernfalls liegt ein Wanderungsverlust vor.

Einbürgerungen:

Ausländer können die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung nach §§ 8 bis 16, 40b und 40c StAG erwerben. Spätaussiedler, ihre Ehegatten und Abkömmlinge haben gemäß Art.116 Abs.1 GG einen Anspruch auf Einbürgerung. Sie wurden bis Ende Juli 1999 auf Antrag eingebürgert und in der Einbürgerungsstatistik nachgewiesen. Seit dem 1. August 1999 erhält dieser Personenkreis nunmehr gemäß § 7 StAG mit der Ausstellung der vertriebenenrechtlichen Bescheinigung kraft Gesetzes die deutsche Staatsangehörigkeit. Damit entfällt der statistische Nachweis.

Gebiet

Die Flächenangaben stammen aus den Unterlagen der Katasterämter; Gebietsveränderungen ohne Grenzänderungen ergeben sich durch Neuvermessungen.

Hier finden Sie spezielle methodische Bemerkungen zum Thema Fläche.

Haushalte und Familien (bzgl. Mikrozensus)

Von 1957 bis 2004 wurde der Mikrozensus in der Bundesrepublik Deutschland als jährliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und die Beteiligung am Erwerbsleben nach dem Konzept der festen Berichtswoche durchgeführt, d. h. die meisten Fragen bezogen sich auf die Gegebenheiten in einer einzelnen Berichtswoche. In der Regel handelte es sich um die letzte feiertagsfreie Woche im April.

Seit Beginn des Jahres 2005 wird der Mikrozensus als unterjährige, kontinuierliche Erhebung durchgeführt. Dabei wird das gesamte Befragungsvolumen (= 1 % der hessischen Bevölkerung) gleichmäßig auf alle Kalenderwochen des Jahres verteilt, wobei die letzte Woche vor der Befragung die Berichtswoche darstellt (so genannte gleitende Berichtswoche). Den Nutzern werden ab 2005 Jahresdurchschnittsergebnisse zur Verfügung gestellt. Da die Zahlen früherer Jahre Ergebnisse der Berichtswoche des jeweiligen Jahres sind, ist die Vergleichbarkeit der Daten wegen der unterschiedlichen Erhebungszeiträume eingeschränkt.

Mit der Umstellung des Mikrozensus ab 2005 auf eine unterjährige Erhebung, wurde die Ergebnisdarstellung für den Bereich Familien modernisiert. Der Familienbegriff umfasst jetzt alle Eltern-Kind-Gemeinschaften unabhängig davon, in welcher Lebensgemeinschaft sie zusammenleben.

Dabei werden – unter Berücksichtigung des Lebensformenkonzeptes – drei Familientypen unterschieden:

  • Ehepaare mit Kindern,

  • Lebensgemeinschaften mit Kindern und

  • allein erziehende Elternteile.

Ergänzend zu den Familien werden zu Vergleichszwecken Paare ohne Kinder ausgewiesen.

Generell weisen Stichproben einen vom Auswahlsatz und von der Streuung der Merkmale in der Grundgesamtheit abhängigen Zufallsfehler auf. Da der relative Standardfehler bei einer 1%– Stichprobe für hochgerechnete Besetzungszahlen unter 5000, das heißt für weniger als 50 erfasste Personen oder Fälle in der Stichprobe, über 20 % hinausgeht, werden die entsprechenden Tabellenfelder mit dem Zeichen "/" versehen. Werte zwischen 5000 und 10 000 sind in Klammern gesetzt, da die Aussagefähigkeit dieser Zahlen stark eingeschränkt ist.

Die Hochrechnung des Mikrozensus erfolgte bis zum Jahr 2010 anhand von Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung, die auf den Bevölkerungszahlen der Volkszählung 1987 basiert. Ab dem Jahr 2011 erfolgt die Hochrechnung anhand der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011.

Methodische Vorbemerkungen - Mikrozensus-Zusatzerhebung 2010