Methodische Vorbemerkung

Haushalte und Familien (bzgl. Mikrozensus)

Von 1957 bis 2004 wurde der Mikrozensus in der Bundesrepublik Deutschland als jährliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und die Beteiligung am Erwerbsleben nach dem Konzept der festen Berichtswoche durchgeführt, d. h. die meisten Fragen bezogen sich auf die Gegebenheiten in einer einzelnen Berichtswoche. In der Regel handelte es sich um die letzte feiertagsfreie Woche im April.

Seit Beginn des Jahres 2005 wird der Mikrozensus als unterjährige, kontinuierliche Erhebung durchgeführt. Dabei wird das gesamte Befragungsvolumen (= 1 % der hessischen Bevölkerung) gleichmäßig auf alle Kalenderwochen des Jahres verteilt, wobei die letzte Woche vor der Befragung die Berichtswoche darstellt (so genannte gleitende Berichtswoche). Den Nutzern werden ab 2005 Jahresdurchschnittsergebnisse zur Verfügung gestellt. Da die Zahlen früherer Jahre Ergebnisse der Berichtswoche des jeweiligen Jahres sind, ist die Vergleichbarkeit der Daten wegen der unterschiedlichen Erhebungszeiträume eingeschränkt.

Mit der Umstellung des Mikrozensus ab 2005 auf eine unterjährige Erhebung, wurde die Ergebnisdarstellung für den Bereich Familien modernisiert. Der Familienbegriff umfasst jetzt alle Eltern-Kind-Gemeinschaften unabhängig davon, in welcher Lebensgemeinschaft sie zusammenleben.

Dabei werden – unter Berücksichtigung des Lebensformenkonzeptes – drei Familientypen unterschieden:

  • Ehepaare mit Kindern,
  • Lebensgemeinschaften mit Kindern und
  • allein erziehende Elternteile.

Ergänzend zu den Familien werden zu Vergleichszwecken Paare ohne Kinder ausgewiesen.

Generell weisen Stichproben einen vom Auswahlsatz und von der Streuung der Merkmale in der Grundgesamtheit abhängigen Zufallsfehler auf. Da der relative Standardfehler bei einer 1%– Stichprobe für hochgerechnete Besetzungszahlen unter 5.000, das heißt für weniger als 50 erfasste Personen oder Fälle in der Stichprobe, über 20 % hinausgeht, werden die entsprechenden Tabellenfelder mit dem Zeichen "/" versehen. Werte zwischen 5.000 und 10.000 sind in Klammern gesetzt, da die Aussagefähigkeit dieser Zahlen stark eingeschränkt ist.

Ab dem Berichtsjahr 2016 wurde die Stichprobe des Mikrozensus auf eine neue Grundlage umgestellt. Damit basiert die Stichprobe erstmalig auf den Daten des Zensus 2011. Durch diese Umstellung ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse des Mikrozensus 2016 mit den Vorjahren eingeschränkt. Ein weiterer Effekt, der die Ergebnisse in diesem Berichtsjahr beeinflusst, ist mit der ungewöhnlich starken Zuwanderung insbesondere durch Schutzsuchende verbunden. Bei der überwiegenden Mehrheit der Aufnahmeeinrichtungen handelte es sich nicht um Wohngebäude, was zur Folge hatte, dass die dort lebenden Menschen für den Mikrozensus nicht befragt wurden. Bei der Interpretation der Ergebnisse zur Bevölkerung ohne deutsche Staatsangehörigkeit sollte deshalb berücksichtigt werden, dass diese auf Angaben der in Privathaushalten lebenden Ausländerinnen und Ausländern beruhen.

Die Hochrechnung des Mikrozensus erfolgte bis zum Jahr 2010 anhand von Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung, die auf den Bevölkerungszahlen der Volkszählung 1987 basiert. Ab dem Jahr 2011 erfolgt die Hochrechnung anhand der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011.


Methodische Vorbemerkungen - Mikrozensus-Zusatzerhebung 2010