Qualitätsrahmen

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Verordnung (EG) Nr. 223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates

Die Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über europäische Statistiken bildet die rechtliche Grundlage für die Entwicklung, Erstellung und Verbreitung von europäischen Statistiken. Alle statistischen Stellen der Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft handeln nach dem Subsidiaritätsprinzip und im Einklang mit der Unabhängigkeit, Integrität und Rechenschaftspflicht. Wir liefern nach diesen Grundsätzen relevante und repräsentative Zahlen, die die Europäische Gemeinschaft für ihre Tätigkeiten benötigt.

Um der Bedeutung einer hohen Qualität Rechnung zu tragen, sind dem Verhaltenskodex und der Qualitätssicherung jeweils eigene Artikel gewidmet. So definiert Artikel 12, parallel zum Verhaltenskodex für europäische Statistiken, folgende verbindliche Qualitätskriterien, die für die Entwicklung, Erstellung und Verbreitung von europäischen Statistiken gelten:

  • Relevanz,
  • Genauigkeit,
  • Aktualität und Pünktlichkeit,
  • Zugänglichkeit und Klarheit,
  • Vergleichbarkeit und Kohärenz.

Verhaltenskodex für europäische Statistiken

Der Verhaltenskodex legt verbindliche Regeln zur Statistikproduktion fest. Er sichert und stärkt das Vertrauen der Öffentlichkeit in europäische Statistiken, indem er vorgibt, wie sie entwickelt, erstellt und verbreitet werden. Er definiert in insgesamt 16 Grundsätzen mit 84 Indikatoren zum institutionellen Rahmen der Statistikerstellung, zu den statistischen Prozessen und zu den statistischen Produkten die Leitlinien der Qualitätsstandards.

Im Verhaltenskodex sind einheitliche Qualitätsstandards für alle statistischen Ämter im Europäischen Statistischen System (ESS) definiert. So kann er gewährleisten, dass die amtliche Statistik in allen 28 Mitgliedstaaten und beim Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) frei von politischer Einflussnahme und nach anerkannten wissenschaftlichen Verfahren durchgeführt wird.

Die Leitungen der Nationalen Statistischen Ämter im Europäischen Statistischen System haben sich zur Einhaltung der Grundsätze des gemeinsamen europäischen Verhaltenskodex verpflichtet. Sie bekräftigen diese Verpflichtung durch die von allen Amtsleitungen der Mitgliedstaaten des ESS unterzeichnete Qualitätserklärung.

Quality Assurance Framework (QAF)

Der Quality Assurance Framework (QAF) ist ein offenes und flexibles Dokument, das den Verhaltenskodex ergänzt. Bei Bedarf kann er jährlich durch die Working Group on Quality, die bei Eurostat angesiedelt ist, aktualisiert werden.

Der QAF wurde auf EU-Ebene vom Sponsorship „Qualität“ ausgearbeitet. Durch den QAF werden insbesondere die gemeinsame Sichtweise und das gemeinsame Verständnis des Qualitätsmanagements im Europäischen Statistischen System (ESS) gefördert. Im Verhaltenskodex selbst werden die 16 Grundsätze durch insgesamt 84 Indikatoren erläutert, die zur Einhaltung der Grundsätze bedeutsam sind. Der QAF unterstützt die Implementierung der Grundsätze und Indikatoren des Verhaltenskodex, indem er seinen einzelnen Bausteinen über 200 Maßnahmen, Methoden oder Werkzeuge zur Qualitätssicherung zuordnet. Sie erleichtern die einheitliche Umsetzung des Verhaltenskodex im ESS.

Peer Review

Die Einhaltung des Verhaltenskodex wird von den statistischen Ämtern in regelmäßigen Peer Reviews – einer Begutachtung durch unabhängige Sachverständige – überprüft. Solche Peer Reviews arbeiten sowohl mit einer Selbstbewertung als auch mit gegenseitigen Bewertungen. Das Peer-Review-Verfahren ist im Europäischen Statistischen System (ESS) etabliert. Es prüft die Umsetzung des Verhaltenskodexes in den Nationalen Statistischen Systemen und hat die fortlaufende Verbesserung der Integrität, der Unabhängigkeit und der Rechenschaftspflicht der statistischen Stellen zum Ziel. Das Verfahren wird durch Selbstbewertungsfragebögen unterstützt. Eurostat übernimmt das Monitoring der Peer Reviews. Für Deutschland fand der letzte Peer Review im Jahr 2013/2015 statt.