Zum Frauentag

In Hessen sind rund 103 200 Frauen ihre eigene Chefin, das sind 7,4 Prozent der erwerbstätigen Frauen (Ergebnisse des Mikrozensus 2016). Dies teilt das Hessische Statistische Landesamt (HSL) anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März mit.
Der Weg in die berufliche Selbstständigkeit wird von Frauen wesentlich seltener als von Männern gewählt. Während Frauen in Hessen laut der Bevölkerungsstatistik 2016 etwas mehr als die Hälfte (50,6 Prozent) der Bevölkerung stellten und nach Ergebnissen des Mikrozensus 2016 einen Anteil von 46,3 Prozent an den Erwerbstätigen aufwiesen, lag ihr Anteil an den Selbstständigen bei etwa einem Drittel (32,7 Prozent). Diese Abweichung ist bei den Selbstständigen mit abhängig Beschäftigten noch stärker ausgeprägt. Hier betrug der Frauenanteil knapp ein Viertel (23,7 Prozent).

Frauentag

Auch die Selbstständigenquote (Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen des jeweiligen Geschlechts) lag bei Frauen mit 7,4 Prozent gegenüber 13,1 Prozent bei Männern deutlich niedriger.
Unter den selbstständig tätigen Frauen waren gut zwei Drittel (70,3 Prozent) sogenannte Solo-Selbstständige, die keine weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Männer wählten den Weg der Solo-Selbstständigkeit in 53,7 Prozent der Fälle.
Unterschiede bezüglich des Geschlechts lassen sich auch bei der Wahl des Geschäftsfeldes feststellen: Der überwiegende Teil der selbstständigen Frauen ist im Dienstleistungsbereich tätig. Im Jahr 2016 arbeiteten 94,3 Prozent der selbstständigen Frauen im tertiären Sektor. Bei den selbstständigen Männern lag der Wert bei 71,3 Prozent. Im Vergleich dazu waren die Anteile der abhängig Beschäftigten im Dienstleistungssektor niedriger als bei den Selbstständigen (Frauen: 86,0 Prozent und Männer: 63,0 Prozent).
Ein ähnliches Bild der Frauenselbstständigkeit in Hessen belegt auch die Gewerbeanzeigenstatistik. Sie liefert Angaben zum hessischen Gründungsgeschehen nach Geschlecht.
Der Anteil der Frauen unter den Neugründungen von Einzelunternehmen lag im Jahr 2016 bei 36,3 Prozent (14 364 Neugründungen durch Frauen). Die Neugründungen von Einzelunternehmen können unterteilt werden in Neugründungen von Kleingewerbe/Nebenerwerb und wirtschaftlich eher bedeutsamen Betriebsgründungen. Der überwiegende Teil der neu errichteten Einzelunternehmen waren sowohl bei den Männern (94,2 Prozent) als auch den Frauen (95,7 Prozent) dem Kleingewerbe zuzuordnen oder dienten dem Nebenerwerb. Der Frauenanteil betrug hier 36,7 Prozent. Bei den wirtschaftlich eher bedeutsamen Betriebsgründungen lag der Frauenanteil bei 29,5 % (615 Betriebsgründungen durch Frauen).
Der Anteil der Frauen, unter den Neugründungen von Einzelunternehmen und Gesellschaften zusammen, lag im Jahr 2016 bei 31,1 Prozent (16 796 Neugründungen durch Frauen). Alle Rechtsformen stellten 25,7 Prozent der Neugründungen eine Betriebsgründung dar. Unter diesen lag der Frauenanteil bei 17,8 Prozent.
In den letzten 10 Jahren schwankte die absolute Zahl der Gewerbeanmeldungen und es ist ein rückläufiger Trend zu erkennen. Die Geschlechterverteilung blieb nahezu konstant.

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