Verbraucherpreise in Hessen steigen 2019 durchschnittlich um 1,3 Prozent

Im Jahresdurchschnitt 2019 erhöhten sich die Verbraucherpreise in Hessen gegenüber 2018 um 1,3 Prozent und damit weniger als im Jahr zuvor. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die durchschnittliche Inflationsrate im Jahr 2018 bei 1,5 Prozent und im Jahr 2017 bei 1,4 Prozent gelegen.

Bedeutsam für die Inflationsrate im Jahr 2019 waren neben dem Anstieg der Mieten auch die Preissteigerungen für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen, für Gaststättendienstleistungen und verschiedene Nahrungsmittel. Einen deutlichen Preisrückgang von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gab es 2019 in Hessen im Bereich Bildungswesen. Dieser ist auf die zum 1. August 2018 in Hessen erfolgte Beitragsfreistellung für den Besuch des Kindergartens vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt für 6 Stunden täglich zurückzuführen. Dies wirkte sich von Januar bis Juli 2019 dämpfend auf die Inflationsrate aus. Zuletzt schwächten sinkende Preise für Mineralölprodukte die Inflation ab.

Preise für Energie

Gegenüber 2018 stiegen die Preise für Energie im Jahr 2019 um 0,5 Prozent, nachdem sie 2018 um 4,7 Prozent gestiegen waren. Mehr als im Jahr zuvor mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahr 2019 für Strom (plus 2,6 Prozent) und Erdgas (plus 0,4 Prozent) bezahlen. Die Mineralölprodukte Heizöl (minus 2,7 Prozent) und Kraftstoffe (minus 2,0 Prozent) waren im Jahresdurchschnitt günstiger als im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate 2019 in Hessen bei 1,4 Prozent gelegen.

Preise für Nahrungsmittel

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2019 um 1,4 Prozent gegenüber 2018 und damit leicht überdurchschnittlich. Insbesondere Gemüse war 6,5 Prozent teurer als im Vorjahr. Auch die Preise für Fleisch und Fleischwaren (plus 3,1 Prozent) sowie für Brot und Getreideerzeugnisse (plus 3,0 Prozent) stiegen deutlich. Fisch und Fischwaren kosteten durchschnittlich 1,8 Prozent mehr als 2018. Geringere Preise zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher für Speisefette und -öle (minus 4,2 Prozent) sowie Obst (minus 2,9 Prozent). Molkereiprodukte und Eier waren 1,4 Prozent günstiger als im Jahr zuvor.

Preise für Waren

Die Preise für Waren insgesamt stiegen 2019 durchschnittlich um 1,1 Prozent gegenüber 2018. Neben den Preisanstiegen bei Nahrungsmitteln erhöhten sich auch die Preise für Tabakwaren (plus 3,7 Prozent) und Bekleidungsartikel (plus 1,4 Prozent). Während Verbrauchsgüter gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent teurer wurden, stiegen die Preise für Gebrauchsgüter um 0,5 Prozent.

Langlebige Gebrauchsgüter wurden 2019 sogar um 0,1 Prozent günstiger. In dieser heterogenen Produktgruppe zeigt sich ein sehr differenziertes Bild: Während 2019 für Kraftwagen 2,2 Prozent mehr bezahlt werden musste und die Preise für elektrische Haushaltsgroßgeräte gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich unverändert blieben, wurden beispielsweise Festnetztelefone um 2,8 Prozent und Mobiltelefone um 8,3 Prozent günstiger. Auch die Preise für Produkte aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik (minus 4,7 Prozent) gingen 2019 zurück, so zum Beispiel für Fernsehgeräte um 15,1 Prozent, für Hi-Fi-Anlagen um 5,8 Prozent, für Computer um 5,6 Prozent und für MP3-Player um 3,9 Prozent.

Preise für Dienstleistungen

Die Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) erhöhten sich im Jahr 2019 gegenüber 2018 durchschnittlich um 1,4 Prozent. Preissteigerungen gab es insbesondere bei Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 5,6 Prozent), bei der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 2,4 Prozent) sowie bei Gaststättendienstleistungen (plus 2,3 Prozent). Sinkende Preise waren für Kulturdienstleistungen (minus 0,5 Prozent) und Telekommunikationsdienstleistungen (minus 0,4 Prozent) zu verzeichnen.

Der Anstieg der Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lag im Jahresdurchschnitt 2019 bei 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2018 waren die Mieten durchschnittlich um 1,9 Prozent gestiegen.

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