9 600 Personen mit „Aufstiegs-BAföG“ bei beruflicher Weiterqualifikation unterstützt — Zahl der geförderten Frauen hat sich erhöht

Im Jahr 2018 erhielten in Hessen 9 595 Personen Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (Aufstiegs-BAföG), das waren 446 Personen oder 4,9 Prozent mehr als im Jahr 2017. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, stieg vor allem die Anzahl der Frauen unter den Geförderten auf 3 696 oder um 12,8 Prozent an. Die Zahl der Männer blieb mit 5 899 fast unverändert. Insgesamt dominierten unter den nach AFBG Geförderten allerdings nach wir vor die Männer. Ihr Anteil sank zwar um rund 3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017, lag aber immer noch bei 61 Prozent.

Der gefragteste Beruf mit einer Fortbildungsmaßnahme nach dem Aufstiegs-BAföG war 2018 die staatlich anerkannte Erzieherin bzw. der staatlich anerkannte Erzieher mit 1 910 Geförderten. Ähnlich wie in den Vorjahren lag bei den Männern der geprüfte Industriemeister Metall (601), gefolgt vom Kraftfahrzeugtechnikermeister (301), dem Elektrotechnikermeister (301) und dem staatlich geprüften Maschinenbautechniker (300) ganz vorne. Die häufigsten Berufe bei den Frauen waren die staatlich anerkannte Erzieherin (1637), gefolgt von der Osteopathin (206) und der geprüften Wirtschaftsfachwirtin (185).

Von den insgesamt 9 595 geförderten Maßnahmen wurden 5 066 Geförderte in einer Vollzeit- und 4 529 in einer Teilzeitausbildung unterstützt. Die Zahl der Geförderten in Vollzeitausbildung stieg um 289, die der Geförderten in Teilzeitausbildung um 157 gegenüber 2017. Von 2002 bis 2015 befand sich die Mehrzahl der Geförderten in Teilzeitausbildung. Seit 2016 dominiert die Vollzeitausbildung. Insgesamt waren, wie in den vergangenen Jahren, die Geförderten in einer Vollzeitausbildung jünger als diejenigen in einer Teilzeitausbildung. Rund 84 Prozent waren jünger als 30 Jahre, der entsprechende Anteil unter den Teilzeitfällen lag bei 56 Prozent.

Die Summe der bewilligten Förderleistungen lag bei knapp 40,8 Millionen Euro. Die bewilligten Förderleistungen setzten sich aus 17,2 Millionen Euro Zuschuss und 23,5 Millionen Euro Darlehen zusammen. Von den bewilligten Darlehen wurden 16,5 Millionen Euro in Anspruch genommen. Gegenüber 2017 stieg die Summe der bewilligten Förderleistungen um rund 2,9 Millionen Euro.

Hinweis

Mit der Förderung nach dem AFBG (Aufstiegs-BAföG) werden Handwerkerinnen und Handwerker sowie andere Fachkräfte unterstützt, die eine abgeschlossene Erstausbildung haben und eine berufliche Weiterbildung bis zur Meisterin oder zum Meister oder zu einer vergleichbaren Qualifikation absolvieren. Mit dem Inkrafttreten des 3. AFBG Änderungsgesetzes (3. AFBGÄndG) zum 1. August 2016 wurde dieser Personenkreis um diejenigen erweitert, die nach den öffentlich-rechtlichen Fortbildungsregelungen für eine Aufstiegsqualifizierung ohne Erstausbildungsabschluss zur Prüfung oder zur entsprechenden schulischen Qualifizierung zugelassen werden können. Eine Förderung kann zum einen aus einem einkommens- und vermögensunabhängigen Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bestehen, auch Zuzahlungen zum Meisterstück sind möglich. Zum anderen können Geförderte in Vollzeitmaßnahmen einen Unterhaltsbeitrag zum Lebensunterhalt erhalten, der einkommens- und vermögensabhängig ist. Dieser beträgt seit dem Inkrafttreten des 3. AFBGÄndG 768 Euro für Alleinstehende und 1 003 Euro für Verheiratete oder für eingetragene Lebenspartnerinnen und Lebenspartner. Für jedes Kind erhöht sich der Beitrag um 235 Euro.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Charlotte Pfeil
Telefon: 0611 3802-355
E-Mail: berufsbildungsstatistik@statistik.hessen.de