Zahl der Einbürgerungen in Hessen im Jahr 2018 um 9 Prozent auf 12 520 gestiegen

Im Jahr 2018 erhielten in Hessen rund 12 520 Ausländerinnen und Ausländer aus 138 Nationen durch Einbürgerung die deutsche Staatsangehörigkeit. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren das 1 000 oder 9 Prozent mehr als im Jahr 2017 (11 500). 2017 wurde der niedrigste Wert seit der Staatsangehörigkeitsnovelle im Jahr 2000 erreicht. Den größten Anstieg verzeichneten Einbürgerungen türkischer Staatsangehöriger, deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 500 oder 35 Prozent auf 2 020 Einbürgerungen anstieg. Einbürgerungen türkischer Staatsangehöriger erreichten 2012 mit 4 600 ihren Höchststand und sanken anschließend sehr stark.

Nach wie vor stellten Personen aus der Türkei (2 020) mit 16 Prozent den mit Abstand größten Anteil an allen Eingebürgerten, gefolgt von den britischen Staatsangehörigen (735) mit einem Anteil von 6 Prozent. Britische Staatsbürgerinnen und -bürger sind vergleichsweise neu im Ranking der am häufigsten eingebürgerten Nationalitäten. Ihre Zahl stieg nach dem Brexit-Votum im Juni 2016 erheblich (2015: 79; 2016: 354; 2017: 866) und sank 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 735. Auf den weiteren Plätzen folgten Personen aus Polen (725), Italien (610), Marokko (545), Afghanistan (470), Rumänien (440) und Pakistan (420). 59 Prozent der im Jahr 2018 in Hessen eingebürgerten Personen behielten neben der neu erworbenen deutschen die bisherige Staatsangehörigkeit bei. 

Einbürgerungen werden vor allem von jüngeren Ausländerinnen und Ausländern wahrgenommen. 6 540 Personen bzw. 52 Prozent waren zum Zeitpunkt ihrer Einbürgerung jünger als 35 Jahre und 24 Prozent (3 000) waren zwischen 35 und 44 Jahre alt. 16 Prozent (2 035) der Eingebürgerten waren im Alter zwischen 45 und 59 Jahren und 8 Prozent (945) waren 60 Jahre oder älter. Insgesamt wurden mehr Frauen (54 Prozent) als Männer (46 Prozent) eingebürgert.

54 Prozent oder rund 6 800 der Eingebürgerten hielten sich seit 8 bis unter 20 Jahren in Deutschland auf, 29 Prozent oder 3 615 lebten bereits 20 Jahre oder länger in Deutschland und 17 Prozent oder 2 110 erhielten die Einbürgerungsurkunde bereits bei einer Aufenthaltsdauer von weniger als 8 Jahren. Nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz haben Personen, die mindestens 8 Jahre in Deutschland leben, einen besonderen Anspruch auf Einbürgerung, wenn sie bestimmte, gesetzlich festgelegte Anforderungen erfüllen. Deren Ehegattinnen bzw. Ehegatten und minderjährige Kinder können mit eingebürgert werden, auch wenn sie sich noch keine 8 Jahre in Deutschland aufhalten. Grundvoraussetzung für eine Einbürgerung ist der rechtmäßige, auf Dauer angelegte Aufenthalt.

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