Hessische Wirtschaft wächst 2018 um 2,2 Prozent

Das hessische Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Summe aller hier produzierten Waren und Dienstleistungen, wuchs 2018 um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus ersten, noch vorläufigen Berechnungen hervor, die der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ heute vorlegte. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, lag dieser Zuwachs über dem des Bundes (1,4 Prozent). 2017 hatte das Wirtschaftswachstum in Hessen 1,5 Prozent und im Bund 2,2 Prozent betragen (weitere Ergebnisse für frühere Jahre sind im Anhang dieser Pressemitteilung dargestellt). Nominal, d. h. ohne Ausschaltung der Preisentwicklungen, wuchs das BIP 2018 um 3,9 Prozent (Deutschland: plus 3,3 Prozent) auf 292 Milliarden Euro (Deutschland: 3386 Milliarden Euro). Das entsprach einem Anteil von 8,6 Prozent am deutschen BIP.

Entwicklung in den Wirtschaftsbereichen

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die preisbereinigte Bruttowertschöpfung. Den größten Beitrag zum hessischen Wirtschaftswachstum leisteten die Dienstleistungsbereiche mit einem Plus von 1,9 Prozent (Deutschland: plus 1,6 Prozent). Das Produzierende Gewerbe zeigte mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent (Deutschland: plus 1,2 Prozent) die größere Dynamik. Wegen des geringeren Anteils an der Gesamtwirtschaft (26 Prozent) schlug diese Entwicklung jedoch weniger auf das BIP durch als das Wachstum der Dienstleistungsbereiche (Anteil an der Gesamtwirtschaft: 74 Prozent).

Die Wachstumsdynamik im Produzierenden Gewerbe wurde sowohl vom Verarbeitenden Gewerbe als auch vom Baugewerbe getragen. Das hessische Verarbeitende Gewerbe zeigte in einigen Branchen kräftige Umsatzentwicklungen und legte um 2,7 Prozent zu (Deutschland: 1,0 Prozent). Nachdem das Baugewerbe 2017 schwächer wuchs als im Bundesmittel verbuchte dieser Bereich mit 7,5 Prozent ein kräftiges Plus (Deutschland: plus 3,0 Prozent). Innerhalb der Dienstleistungsbereiche konnte sich insbesondere der Bereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ mit plus 3,1 Prozent überdurchschnittlich entwickeln (Deutschland: plus 2,4 Prozent).

Erwerbstätigkeit und Arbeitsproduktivität

Das BIP im Jahr 2018 wurde von 3,48 Millionen Erwerbstätigen erwirtschaftet, die in Hessen ihren Arbeitsplatz hatten. Das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr (Deutschland: plus 1,3 Prozent). Somit waren die Zuwächse beim Arbeitseinsatz geringer als beim BIP und die Arbeitsproduktivität, das preisbereinigte BIP je erwerbstätige Person, stieg um 0,9 Prozent (Deutschland: plus 0,1 Prozent). Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg um 1,3 Prozent (Deutschland: plus 1,4 Prozent) und die auf die Arbeitsstunde bezogene Produktivität war um 0,9 Prozent größer als 2017 (Deutschland: plus 0,0 Prozent).

Jede erwerbstätige Person erwirtschaftete rein rechnerisch einen Beitrag zum hessischen BIP in Höhe von 83 960 Euro. Das waren 11,2 Prozent mehr als im Bundesmittel (75 520 Euro) und der Spitzenwert unter den Flächenländern. Dieser hohe Wert ist wesentlich durch die Wirtschaftsstruktur Hessens begründet. Beim BIP je Einwohnerin und Einwohner profitierte das Land zusätzlich von einem hohen Überschuss der Einpendelnden; es lag mit 46 720 Euro um 14,4 Prozent über dem Bundesmittel (40 850 Euro).

Methodische Hinweise

Die Berechnungen beruhen zu diesem Zeitpunkt auf einer unvollständigen Datenbasis. Bei den turnusmäßigen Überarbeitungen der Ergebnisse wird diese Datenbasis sukzessive ausgeweitet. Wie immer zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Ergebnisse der 4 Vorjahre (2014 bis 2017) überarbeitet. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse für diese Jahre verlieren mit der heutigen Veröffentlichung ihre Gültigkeit.

Aktualisierte Daten werden gemeinsam mit den ersten Ergebnissen für das Jahr 2019 Ende März 2020 veröffentlicht. Ergebnisse zum 1. Halbjahr 2019 erscheinen Ende September 2019. Informationen zu Terminen und Hintergründen sind unter www.vgrdl.de zu finden.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Sanyel Arikan
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