Zahl der Pflegebedürftigen in Hessen stark gestiegen — In den meisten Fällen Pflege durch selbst organisierte Pflegehilfen

Zum Jahresende 2017 erhielten in Hessen 262 000 Menschen Leistungen der sozialen Pflegeversicherung. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, gab es insgesamt 38 200 oder 17,1 Prozent mehr Pflegebedürftige als noch vor 2 Jahren. Der deutliche Anstieg der Pflegebedürftigkeit dürfte u. a. auf Auswirkungen des Pflegestärkungsgesetzes II zurückgehen. Vor allem demenzkranken Älteren werden ab 2017 die gleichen Pflegeleistungen zugesichert wie körperlich Pflegebedürftigen. Maßgeblich für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit ist die Prüfung der noch vorhandenen Selbstständigkeit der betroffenen Menschen.

Rund 206 000 der Pflegebedürftigen lebten in Privathaushalten. Gut zwei Drittel (70,6 Prozent) davon wurden ausschließlich durch selbst organisierte Pflegehilfen und ein Drittel (29,4 Prozent) durch ambulante Pflegedienste betreut.

55 700 Männer und Frauen wurden vollstationär in Pflegeheimen versorgt. 54 Pflegebedürftige nahmen teilstationäre Pflege ohne weiteren Leistungsbezug wahr. Weitere 5130 Menschen erhielten – neben dem Bezug von Pflegegeld oder ambulanten Leistungen – in den stationären Pflegeeinrichtungen teilstationäre Behandlungsleistungen.

1,1 Prozent (3000 Personen) aller Pflegebedürftigen wurden vom medizinischen Dienst aufgrund geringer Beeinträchtigungen ihrer Selbstständigkeit oder ihrer Fähigkeiten in Pflegegrad 1 eingestuft. 45,7 Prozent (119 500 Personen) waren erheblich (Pflegegrad 2), 30,3 Prozent (79 400 Menschen) schwer (Pflegegrad 3) und 16,4 Prozent oder 42 950 Menschen schwerst beeinträchtigt (Pflegegrad 4). Bei 6,4 Prozent (16 650 Menschen) lagen neben schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung vor (Pflegegrad 5). Für 260 Pflegebedürftige wurde noch keine Zuordnung in einen Pflegegrad getroffen.

Mehr als 165 000 oder annähernd zwei Drittel der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger waren Frauen. Mit 85 300 Personen empfing mehr als die Hälfte der weiblichen Pflegebedürftigen als Leistung ausschließlich Pflegegeld; 39 800 Frauen (24,1 Prozent) wurden vollstationär gepflegt. 40 100 Frauen (24,3 Prozent) erhielten Leistungen der ambulanten Pflege.

Von den 96 500 männlichen Leistungsempfängern erhielt ebenfalls die große Mehrheit (60 150 Männer oder 62,3 Prozent) ihre Leistung in Form von Pflegegeld. Ein Fünftel der Männer (20 400) wurde durch einen Pflegedienst betreut. Vollstationäre Pflege erhielten 16 000 Männer (16,6 Prozent).

85,4 Prozent der Pflegebedürftigen (76 200 Männer, 147 400 Frauen) waren 60 Jahre und älter.

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