29 160 Menschen in Hessen erhielten im Jahr 2017 Hilfe zur Pflege — 10 Prozent weniger als ein Jahr zuvor

Im Laufe des Jahres 2017 erhielten in Hessen 29 160 Menschen Hilfe zur Pflege. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, sank die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger gegenüber dem Vorjahr um knapp 10 Prozent. Durch das 2017 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz wurden die Ansprüche aus der Pflegeversicherung neu geregelt. Die meisten Pflegebedürftigen erhalten nun meist höhere Ansprüche aus der Pflegeversicherung und Krankenversicherung. Dies führt dazu, dass weniger Menschen auf die ergänzende Hilfe zur Pflege nach dem 7. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch SGB XII angewiesen sind. Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger ist somit mit den Vorjahren nur bedingt vergleichbar. Weiterhin wurden die bis dahin geltenden 3 Pflegestufen durch 5 Pflegegrade ersetzt.

Die Hilfe zur Pflege wird Bedürftigen gewährt, die wegen Krankheit oder Behinderung bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens auf fremde Hilfe angewiesen sind. Sie wird geleistet, wenn die Hilfebedürftige oder der Hilfebedürftige die Pflegeleistungskosten weder selbst tragen kann noch eine andere Stelle, wie beispielsweise die Pflegeversicherung oder Angehörige, diese Kosten übernimmt.

Mit zwei Drittel (65,7 Prozent) der Hilfeempfängerinnen und Hilfeempfänger waren Frauen häufiger als Männer auf die Hilfe zur Pflege angewiesen. Bei den Hilfen in Einrichtungen liegt der Anteil der Frauen sogar bei 66,9 Prozent. Weiterhin waren die Frauen mit durchschnittlich 80,7 Jahren deutlich älter als die männlichen Leistungsbezieher mit 72,5 Jahren.

73 Prozent der Leistungsbezieherinnen und Leistungsbezieher nahmen im Jahr 2017 die Hilfe zur Pflege in Einrichtungen und 30 Prozent außerhalb von Einrichtungen in Anspruch. Hilfeempfängerinnen und Hilfeempfänger, die beide Leistungen im Laufe des Jahres in Anspruch genommen haben, werden bei jeder Hilfe gezählt.

Doppelmeldungen sind möglich, da Empfängerinnen und Empfänger mehrerer verschiedener Hilfen bei jeder Hilfeart bzw. jedem Ort der Hilfegewährung (in und außerhalb von Einrichtungen) gezählt werden.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Petra Gerisch
Telefon: 0611 3802-221
E-Mail: sozialleistungen@statistik.hessen.de