Die hessische Wirtschaft wächst 2017 um 2,2 Prozent

Das hessische Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Summe aller hier produzierten Waren und Dienstleistungen, wuchs 2017 um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus ersten, noch vorläufigen Berechnungen hervor, die der Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder" heute vorlegte. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, entsprach der Zuwachs in Hessen dem Bundesdurchschnitt. Nominal, d. h. ohne Ausschaltung der Preisentwicklungen, wuchs das BIP um 3,6 Prozent (Deutschland: plus 3,8 Prozent) auf gut 279 Milliarden Euro. Das entsprach einem Anteil von 8,6 Prozent am deutschen BIP.

Entwicklung nach Wirtschaftsbereichen

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die preisbereinigte Wertschöpfung. Den größten Beitrag zum hessischen BIP leisteten die Dienstleistungsbereiche. Hier paarte sich eine gute Entwicklung (plus 2,3 Prozent, Deutschland: plus 2,2 Prozent) mit einem hohen Anteil an der Gesamtwirtschaft (74 Prozent). Fast die gleiche Zuwachsrate zeigte das Produzierende Gewerbe (plus 2,2 Prozent, Deutschland: plus 2,6 Prozent). Innerhalb des Produzierenden Gewerbes erwies sich das Verarbeitende Gewerbe mit plus 3,4 Prozent als Zugpferd. Hier war das Plus auch größer als im Bund (plus 3,0 Prozent). Die Entwicklung im Baugewerbe (minus 1,6 Prozent) blieb deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt (plus 2,1 Prozent) zurück. Dieser Rückgang muss allerdings vor dem Hintergrund einer sehr kräftigen Entwicklung im Vorjahr relativiert werden.

Erwerbstätigkeit und Arbeitsproduktivität

Das BIP im Jahr 2017 wurde von 3,43 Millionen Erwerbstätigen erwirtschaftet, die in Hessen ihren Arbeitsplatz hatten. Das waren 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr (Deutschland: plus 1,5 Prozent). Somit waren die Zuwächse beim Arbeitseinsatz geringer als beim BIP und die Arbeitsproduktivität, das preisbereinigte BIP je Erwerbstätigen, stieg um 0,6 Prozent (Deutschland: plus 0,7 Prozent). Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg um 1,0 Prozent (Deutschland: plus 1,1 Prozent) und die auf die Arbeitsstunde bezogene Produktivität war um 1,2 Prozent größer als im Vorjahr (Deutschland: plus 1,1 Prozent).

Jede erwerbstätige Person erwirtschaftete einen Beitrag zum hessischen BIP in Höhe von 81 300 Euro. Das waren 10,3 Prozent mehr als im Bundesmittel (73 700 Euro) und der Spitzenwert unter den Flächenländern. Dieser hohe Wert ist wesentlich durch die Wirtschaftsstruktur Hessens begründet.

Hinweise

Die Berechnungen beruhen zu diesem Zeitpunkt auf einer unvollständigen Datenbasis. Bei den turnusmäßigen Überarbeitungen der Ergebnisse wird die Datenbasis sukzessive ausgeweitet. Wie immer zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Ergebnisse der 4 Vorjahre (2013 bis 2016) überarbeitet. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse für diese Jahre verlieren mit dieser Veröffentlichung ihre Gültigkeit.

Aktualisierte Daten werden gemeinsam mit den ersten Ergebnissen für das Jahr 2018 Ende März 2019 veröffentlicht. Ergebnisse zum ersten Halbjahr 2018 erscheinen Ende September 2018. Informationen zu Terminen und Hintergründen sind unter www.vgrdl.de zu finden.

Bruttoinlandsprodukt, Hessen, Deutschland, Statistik, Hessen
Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Sanyel Arikan
Telefon: 0611 3802-825
E-Mail: vgr@statistik.hessen.de